11ER: Zuletzt hat ihre Mannschaft 0:4 bei RW Wittlich verloren. Wie fällt ihre Einschätzung aus?

Martial Servais: Wir haben nicht so viel zugelassen, wie man das vorher erwarten durfte, wenn man beim Tabellenführer spielt. Wir haben versucht, die defensive Ordnung zu halten und haben das auch gut gemacht. Im Vergleich zum Spiel gegen Schweich, als es mit 1:7 tüchtig auf die Hörner gab, waren wir ein gutes Stück besser. Tobias Ferring hat beim Stand von 0:0 eine ordentliche Chance gehabt, aber nicht vernünftig abgeschlossen. RW hat das Spiel ganz klar dominiert, doch wir waren relativ gut organisiert.

11ER: Wo liegen die Problemzonen generell?

Servais: Wir wussten von Anfang an, dass wir gegen den Abstieg spielen. Mit der zweitschlechtesten Abwehr und mit Speicher dem schlechtesten Angriff stehen wir zu Recht dort unten. Wir sind personell nicht mehr so stark besetzt, weil mit den Schilz-Brüdern und Roman Schmitt (Studium) gute Leute weggegangen sind. Wir haben einen engen Kader, durch das Hochwasser haben wir eine schlechte Vorbereitung hinter uns. Es waren auch viele Spieler privat vom Hochwasser betroffen. Einige Verletzte gibt es auch immer mal wieder, doch jetzt scheinen wir auf einem guten Weg. Die Wochen der Wahrheit stehen uns ins Haus. Gut ist, dass wir bis auf Ruwertal gegen alle Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte gespielt haben.

11ER: In welchen Dingen hat sich die Mannschaft weiterentwickelt, seit dem Sie verantwortlicher Trainer in Ralingen sind?

Servais: Früher haben wir viele lange Bälle nach vorn geschlagen in der Hoffnung, dass einer der beiden Stürmer sie erreicht und verwertet. Heute kommen wir doch mehr über das Fußballerische, lange Bälle sind tabu. Meine Prämisse lautet: Besser die Bälle hinten rausspielen und eine defensive Stabilität hinzubekommen. Wichtig sind, dass die Jungs auch immer wieder spielerische Lösungen finden und ins Umschaltspiel kommen. Wenn wir Erfolg haben wollen, müssen wir über die Basics und die mannschaftliche Geschlossenheit kommen.

11ER: Wer sind ihre Leistungsträger?

Servais: Jannik Stadler hat eine gute Entwicklung genommen, Benny Schroeder interpretiert seine Kapitänsrolle im Stillen und ist unglaublich wichtig. Tim Wagner gehört dazu und auch Felix Denkinger, der fußballerisch einer der Besten ist. Benny Neises sowieso und Marco Port mit seiner individuellen Klasse.

11ER: Was zeichnet Jannik Stadler aus?

Servais: Jannik war früher Außenverteidiger und kommt über das Physische. Als jetziger zentraler Innenverteidiger kommuniziert er viel mit seinen Nebenleuten, ist zweikampfstark und geht voran. Auch charakterlich ist er einwandfrei. Er wurde damals als Nachfolger von Jens Ernzerhof und Markus Pallien präsentiert und hat eine gute Entwicklung genommen. An seinem Aufbauspiel muss Jannik noch arbeiten.

11ER: Und Neuzugang Samy Abderrhamane?

Servais: Seine physischen Voraussetzungen suchen ihresgleichen. Samy ist unglaublich in seinem Antritt, lebt von seiner Schnelligkeit und ist als Rechtsfuß auch körperlich durchsetzungsfähig. Er muss sich aber noch an seine neuen Laufwege gewöhnen und sich die Bälle mehr aus den tieferen Zonen holen, um mit Tempo nach vorn zu kommen. Samy kann noch mehr, als er momentan zeigt, kann aber noch sehr wichtig für die Mannschaft werden.

11ER: Wie schätzen Sie den kommenden Gegner ein?

Servais: Gegen Wallendorf und Schillingen haben sie in den direkten Duellen gepunktet. Die Mannschaft verfolgt eine klare Spielidee, sie wollen mit einem schnellen Umschaltspiel Torchancen kreieren und haben durch die jüngsten Erfolge neues Selbstvertrauen getankt. Mit Martin Esch, Tobias Pauls und Dennis Gansen haben sie Topstürmer.