In einem turbulenten Spiel setzte sich die SG Reinsfeld gegen den bis dato noch auf Rang zwei platzierten SV Trier-Irsch mit 5:3 durch und avanciert damit zum ersten Verfolger von Tabellenführer DJK St. Matthias Trier.
Die Partie vor 250 Zuschauern zur Kirmes in Reinsfeld nahm früh Fahrt auf, als Lorenz Scherer nach neun Minuten zur Führung netzte. Dieser war sowieso gut drauf, erzielte beim mittwöchigen Pokalauftritt beim klassentieferen B-Ligisten SG Hermeskeil/Züsch alle drei Treffer für den Bezirksliga-Absteiger. In der 23. Minute zeigten die Hausherren, dass sie zu Recht bei Standardsituationen ernorm torgefährlich sind. Ein Eckball von Moritz Michels nickte Maurice Speicher zum 2:0 ein. Doch der SVI kam zurück: Christoph Nickl nahm einen Querpass von Florian Grundmann auf und versenkte die Kugel mühelos zum 2:1-Anschluss. Als SVI-Spielertrainer Sebastian Szimayer zwei Minuten später einen Steilpass von Konstantin Arens aus nächster Nähe verwertete, stand es 2:2. In jener Phase hatten die Gäste aus Trier sogar vorlegen können, doch Arens scheiterte am stark reagierenden Luca Thömmes im SG-Tor. Nachdem Marvin Theis Sven Gaspers von hinten in die Beine gegrätscht sein soll, sah der Irscher Gelb-Rot. Im Zuge dieser „Verstrickungen“ nutzte Tim Schaefer eine nachfolgende Situation per Foulelfmeter zum 3:2, als Sven Gaspers zuvor von zwei Irscher Verteidigern in die Zange genommen wurde. Noch in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs verhinderte SVI-Schlussmann Nico KImmlingen mit einer Fußparade das 2:4 von Schaefer. Vier Minuten waren in der zweiten Halbzeit gespielt, da ließ Speicher nach einem weiteren Kopfballtreffer nach vorausgegangener Ecke von Moritz Michels das 4:2 folgen. Es war der bereits neunte Assist von Michels in der laufenden Saison. Anschließend hatte Nickl die Möglichkeit, auf 3:4 heranzukommen, doch sein Schlenzer verfehlte das Ziel. Dann wurde es turbulent: Zunächst erhöhte Jannik Klas auf Querpass von Lukas Marx auf 5:2 (60.),. Doch nur eine Zeigerumdrehung später war Szimayer zum zweiten Mal für die Gäste zur Stelle – 5:3. Diesmal hatte Sturmpartner Nickl dem Spielertrainer des SVI aufgelegt. Beinahe wäre Arens das 4:5 gelungen, doch Thömmes’ Flugparade entschärfte den Freistoß. Als Grundmann nach taktischem Foul an Gaspers ebenso mit Gelb-Rot vom Platz musste, spielte Irsch in doppelter Unterzahl. Weil sich der zuvor bereits selbst ausgewechselte Szimayer derart darüber mockierte, sah auch der 34-jährige Ausnahmestürmer die Ampelkarte – als Bankspieler. Im Zuge der numerischen Überlegenheit ergaben sich weitere Gelegenheiten für die Gastgeber, doch weder Gaspers noch Luiz Cronauer ließen das Ergebnis auf 6:3 in die Höhe schnellen. Das wäre aber auch des Guten zu viel gewesen. SVI-Spielertrainer Sebastian Szimayer richtete die Glückwünsche nach der Partie in Richtung Reinsfeld. „Es war ein verdienter Sieg von Reinsfeld, weil auch unser Defensivverhalten nicht gut war. Doch ich hätte gerne den weiteren Spielverlauf gesehen, wenn die Schlüsselmomente nicht gegen uns entschieden worden wären. Der Elfmeter war fragwürdig. Nichtsdestotrotz müssen wir uns in bestimmten Situationen besser verhalten. Auch ich hatte mich in einigen Phasen nicht unter Kontrolle“, gestand Szimayer selbstkritisch. SG-Coach Björn Probst freute sich diebisch über einen weiteren Sieg. „Wir haben einen Lauf und uns auch nicht von den beiden Gegentreffern aus der Ruhe bringen lassen. Irsch war nach vorne schon sehr gefährlich. Wir haben die Tore zu ganz wichtigen Zeitpunkten gemacht und einmal mehr unsere Stärke bei Standards unter Beweis gestellt. Sensationell, wie wir 90 Minuten lang gefightet haben. Irsch hat sich durch dumme Fouls und Diskussionen mit dem Schiri selbst geschwächt. Es war eine sehr emotionale Partie.“
