Im sechsten Spiel ohne Sieg setzte es für die Niederkeller die vierte Niederlage in Folge.


Nach der 1:3-Heimpleite gegen den TuS Schillingen rutschten die Mannen von Trainer Aimé Kinss und seines Assistenten Michael Lohmer auf einen Abstiegsplatz. Doch die Niederlage vor 300 Besuchern zum Derby in Kell war auch vermeidbar. So geriet man nach einem Eigentor von Moritz Knippel, der eine Flanke klären wollte, bereits nach acht Minuten in Rückstand. „Wir waren gut im Spiel, doch mit dem Eigentor und den beiden später folgenden Gegentoren sind wir wieder völlig aus dem Rhythmus gekommen. Und da fing das Kopfkino wieder an. Da ist so ein 0:3 nach knapp einer halben Stunde auch nicht so einfach wegzustecken. Wir haben den Gegner eigentlich dominiert, alles probiert, kriegen aber im Moment keine Energie ins Spiel, um eine solche Partie in unsere Richtung zu ziehen. Wir haben das Momentum wieder nicht zu unseren Gunsten genutzt. Das ist sehr ernüchternd, wir sind zutiefst enttäuscht“, erklärte ein niedergeschlagener Niederkeller Trainer Aimé Kinss. Der Foulelfmeter, der zum 1:3 führte – Johannes Engler traf in der 77. Minute vom Punkt – fiel indes zu spät, um der Partie nochmals eine Wende zu geben. Die Hausherren übernahmen die Initiative, doch weder Lukas Rausch noch Tim Justinger, Phil Schmitt oder Jakob Reichert besaßen die Fortune, um zeitnah zum Ausgleich zu kommen. Stattdessen sorgte ein Doppelschlag von Luca Bernheine für maximale Ernüchterung. Beim 2:0 ging es bei einem Ballgewinn im Mittelfeld schnell, als Tobias Anell den mitlaufenden Bernheine bediente – 0:2 (26.). Drei Minuten später war das Hochwaldderby schon entschieden, als Jan Zender auf Bernheine durchsteckte und dieser cool im Abschluss blieb – 0:3 (29.). Eine ähnliche Situation wie in Minute acht hatte Niederkell kurz vor der Halbzeit zu überstehen: Doch diesmal klärte Knippel eine Flanke von Marcel Leben auf den bereits einschussbereiten Doppeltorschützen noch zur Ecke. Kinss brachte im zweiten Durchgang mit Simon Marx und Noah Sutter zusätzliches Offensivpersonal. Diese brachten frischen Schwung, doch Schillingen blieb über Konter gefährlich. Nachdem Jakob Reichert im Strafraum zu Fall kam und Engler den Elfmeter humorlos zum 1:3-Anschlusstreffer verwandelte, kam noch mal so etwas wie späte Hoffnung bei den Hausherren auf. Dennis Winthang traf die Latte, ein Kopfball von Reichert strich um Haaresbreite über den Kasten von Marius Becker, der sich mehrfach auszeichnen durfte. Trotz des relativ klaren Ergebnisses sprach Schillingens Coach Gerd Morgen nicht von einem überzeugenden Sieg. „Wir haben aus vier Torchancen drei Tore erzielt und waren wieder sehr effektiv. Der Rest war insbesondere in der zweiten Halbzeit eine Abwehrschlacht. Dann ist das Derby zu einem Kampfspiel geworden, sehr zweikampfbetont, aber auch zerfahren. Wichtig war, dass wir das Zentrum dicht gemacht und eine tolle Abwehrleistung gezeigt haben. Es war seit 15 Jahren ein erstes Zusammentreffen in einer Liga zwischen beiden Mannschaften. Die Leidenschaft und die Bereitschaft, zu leiden, hat uns die drei Punkte beschert. Denn nach etlichen Wechseln war der Spielfluss auch nicht mehr so gegeben, doch wir haben uns super gewehrt.“