Salmrohrs Trainer Frank Thieltges war nach den 90 Minuten von Udler so richtig bedient und rang nach erklärenden Worten.
„Ich habe zwei verschiedene Halbzeiten gesehen. Während wir in der ersten Halbzeit das vierte und fünfte Tor machen müssen, haben wir danach naiv verteidigt. Diese Niederlage ist nur schwer zu erklären.“ Wie der 54-Jährige betont, habe die Partie eine eigene Dynamik entwickelt. „Bei Ellscheid hat nahezu alles, bei uns dagegen gar nichts mehr funktioniert. Bist du einmal in so einer Spirale drin, ist es schwer, da wieder rauszukommen. Die Anspannung und das Gefühl für die Abstände waren auf einmal weg.“ So nahm die turbulente und sehr umkämpfte Partie vor 250 Zuschauern in Udler eine unerwartete Wende. Denn die Gäste aus dem Salmtal führten bereits nach fünf Minuten nach Treffern von Louis Thul und Jan Brandscheid mit 2:0. Brandscheid war es auch, der vom Anstoß weg das 3:0 hätte markieren können, wäre nicht Christian Puderbach gewesen, der reflexartig reagierte. Dennoch blieb der FSV im Flow und stellte in der 17. Minute durch einen Kopfball von Nico Hansen nach Flanke von Noah Wrusch auf 3:0. Mit dem 1:3 von Ellscheids Spielertrainer Markus Boos nach Querpass von Jan Michels setzte Ellscheid ein erstes Achtungszeichen (32.). Als Kai Gayer nach Vorlage von Luca Marinus und Tom Hallebach nach Rückpass von Michels binnen fünf Minuten zum 3:3 egalisiert hatten (53., 58.), war richtig Dampf auf dem Kessel. Mit dem Herz in der Hand gelang Boos, der einen Steckpass von wiederum Marinus nutzte, in der 67. Minute die Wende – 4:3. Ellscheid entwickelte weiter Druck und hatte anschließend Pech, als A-Jugendspieler Fynn Kläs (Latte) sowie Gayer (Pfosten) nur Alu trafen. „Es war die mit Abstand beste zweite Halbzeit der Saison und eine grandiose Mentalitätsleistung. Nach den zahlreichen Rückschlägen der ersten Halbzeit sind wir beeindruckend zurückgekommen. Es war eine unglaublich starke Leistung. Jeder hat an ein Comeback und schließlich an den Sieg geglaubt“, strahlte Boos übers ganze Gesicht. Der FSV muss sich dagegen den Vorwurf gefallen lassen, eine klare 3:1-Halbzeitführung noch aus der Hand gegeben und nicht genügend investiert zu haben, um drei Gegentore in der zweiten Halbzeit zu verhindern.Während Salmrohr den Anschluss an die Spitzengruppe eingebüßt hat, haben sich die Alfbachtaler im Mittelfeld positioniert.
Foto: Sandra Maes
