Eine bittere 1:2-Niederlage musste Aufsteiger SV Sirzenich gegen d en FSV Salmrohr hinnehmen, doch der Auftritt der eigenen Elf stand für Trainer Till Schweitzer von Beginn an unter keinem guten Stern.
Denn bereits nach drei Minuten hatte der SVS in Person von Ben Schneider nicht nur einen Spieler mit glatt Rot verloren, musste stattdessen, selbst in Führung zu gehen, einem sehr frühen Rückstand nachlaufen. So setzte der FSV Salmrohr mit diesem 2:1-Auswärtssieg seinen positiven Trend fort und darf den Blick jetzt wieder ins obere Drittel richten. Nach einer Notbremse von Sirzenichs Ben Schneider, der dafür auch die Rote Karte sah, legte Louis Thul mit einem direkt verwandelten Freistoß aus 18 Metern für die spielstarken Gäste vor – 0:1 (3.). Schweitzer monierte in jener Szene das fehlende Fingerspitzengefühl des Unparteiischen. „Es war aus meiner Sicht ein ganz normaler Zweikampf vorm Sechzehner, bei dem Jan Brandscheid zu Fall kam. Der hat natürlich den Kontakt dankend angenommen“, so der SVS-Coach. Noch vor dem 0:1 hätte Sirzenich durch Philipp Brost in Führung gehen können, doch Dominik Thömmes im FSV-Tor reagierte stark. Trotz Unterzahl schaffte es der Aufsteiger, noch vor der Pause zu egalisieren, als Luca Bierbrauer nach Steckpass von Nico Geib die Lücke fand – 1:1 (38.). Wir haben trotz Unterzahl immer wieder Nadelstiche gesetzt und sind gegen den Rheinlandligaabsteiger mit 1:1 verdient in die Kabine gegangen. In der zweiten Halbzeit hatte Salmrohr mit einem Mann mehr auf dem Platz mehr vom Spiel, aber auch keine zwingenden Torchancen.“ Die Welt verstand Schweitzer nach einer Szene im zweiten Durchgang nicht mehr, als Geib allein aufs Tor der Gäste zulief – und ähnlich der Aktion bei Jan Brandscheid – zu Fall kam. „Es war aus meiner Sicht eine ganz ähnliche Situation, bei der Nico zu Fall kommt, der Pfiff aber ausbleibt und das Foul auch ohne Konsequenz blieb.“ Oliver Mennicke war es schließlich vorbehalten, in der 73. Minute mit seinem 2:1-Siegtreffer den Salmrohrer Dreier einzutüten. Nach Meinung von Schweitzer war dem Treffer ein Foul an Luca Bierbrauer vorausgegangen. „Luca wurde vorher weggecheckt. Dadurch ist eine große Lücke entstanden, in dessen Ergebnis das 2:1 fällt.“ Irgendwann, so der Coach, könne man das alles nicht mehr auf lange Sicht weg verteidigen. „Wir waren über 90 Minuten nicht die schlechtere Mannschaft, haben gegen den individuell gut besetzten Rheinlandligaabsteiger ein hervorragendes Spiel in Unterzahl gemacht und hätten eigentlich einen Punkt verdient gehabt. Es fühlt sich gar nicht gut an.“ FSV-Trainer Frank Thieltges sah einen glücklichen, aber nicht unverdienten Sieg seiner Mannschaft. „Die frühe Rote Karte für Sirzenich und das daraus resultierende Tor hat uns in die Karten gespielt. Bis Mitte der ersten Halbzeit hatten wir alles gut im Griff, doch dann ist uns die Souveränität verloren gegangen. Beim 1:1 haben wir den Ball im Vorfeld nicht richtig geklärt. Sirzenich blieb bei Kontern und vor allem über Standards stets gefährlich und hat aufopferungsvoll gekämpft und sich gegen die Niederlage gewehrt. Das haben sie auch gut gemacht“, lobte Thieltges den Gegner. „Wir haben aber mehr für das Spiel gemacht und mehr investiert. Wir hätten nach zwei, drei guten Gelegenheiten den Sack aber früher zumachen müssen. So heißt es für uns, Mund abputzen, Spiel gewonnen und drei Punkte mitgenommen zu haben. Das ist in unserer Situation das wichtigste.“ Einziger Wermutstropfen beim FSV war die Verletzung von Thul, der bereits nach 22 Minuten aus dem Spiel genommen werden musste. „Nach einem Foul im Mittelfeld ist Louis auf die Nase gefallen und der Gegenspieler auf ihn drauf. Die Nase hat stark beblutet, so dass wir ihn rausnehmen mussten“, erklärte Thieltges die Vorsichtsmaßnahme.
Foto: Sandra Maes
