11ER: Ihre Mannschaft ist Tabellenführer. Wie fühlt sich das an?

Patrick Zöllner: Ja, die Tabellenführung ist schön, aber noch immer nur eine tolle Momentaufnahme. Die Saison ist noch lang, es kann jede Menge passieren. Doch klar, wir freuen uns darüber. In der letzten Woche haben wir überhaupt das erste Mal eine Tabellenführung in der A-Liga erobert. Das fühlt sich natürlich toll an.

11ER: Ihre Zwischenbilanz fällt demzufolge makellos aus?
Zöllner: Die Tabellenführung ist topp. Die Konstanz und Trainingsbeteiligung war in der Vorbereitung und den ersten Spielen nicht sonderlich gut, doch wir haben mit weniger personellen Ausfällen zu kämpfen als früher. Die Qualität im Trainings- und Spielbetrieb ist jetzt deutlich gestiegen. So habe ich im Trainingsbetrieb – die zweite Mannschaft trainiert separat – 16 plus X-Spieler. Das ist schon stark. Dadurch steigt die Trainingsqualität, man kann viel mehr in taktischen Spielformen trainieren lassen und zudem einen gewissen Konkurrenzkampf bei den Spielern herauskitzeln.

11ER: Gibt es eine mentale Seite des Erfolges?
Zöllner: Ja, durchaus. Die Stimmung im gesamten Team ist gelöster und lockerer durch die gegenwärtige Tabellensituation. Da sowohl erste als auch die zweite Mannschaft auf Platz eins in ihren jeweiligen Ligen stehen, ist die Stimmung im Gesamtverein auch euphorisch.

11ER: Wie schätzen Sie den SV Sirzenich aktuell ein?
Zöllner: Ich war ja selbst über lange Jahre dort Trainer und pflege noch gute Verbindungen dorthin. Zumal meine Eltern noch immer in Trierweiler leben. Ich verfolge die Entwicklung sehr genau. Trotz der starken Abgänge hat Sirzenich noch immer eine hohe Qualität. Doch einen Joshua Bierbrauer, der immer für 30 Tore und mehr in der A-Klasse gut war, kannst du nicht ersetzen. Sie haben gute Nachwuchsspieler an Land gezogen, sind noch immer eine sehr spielstarke Truppe und haben in Fabian Hamm, ihrem Kapitän Julio Ngangu, Simon Blasius und dem jungen Kevin Walter Leistungsträger, die ein Spiel wesentlich beeinflussen können. Dazu zähle ich auch einen Aleks Klodt oder einen Herbert Stuhlberg mit ihrer großen Erfahrung. Sicherlich sind sie nicht mehr ganz so stark wie in den Vorjahren.

11ER: Wie beschreiben Sie die Stärken von Tim Höfer, der einst bei der DJK St. Matthias Trier auch Bezirksligaerfahrung sammelte?
Zöllner: Tim ist läuferisch und fußballerisch ein absoluter Fixpunkt im defensiven Mittelfeld. Er kann aber auch in der Verteidigung oder im Sturm spielen. Tim besitzt ein starkes Dribbling, kann aber berufsbedingt nicht immer trainieren und spielen. Er ist als Personaltrainer und Rehatrainer sehr stark eingebunden.

11ER: Wie charakterisieren Sie ihren Torhüter Alexander Hinz?
Zöllner: Zunächst muss ich voranschicken, dass ich bei den Torleuten die Qual der Wahl habe. Sowohl Alexamder Hinz als auch Dominik Wintersig haben in der Vorbereitung und in der Saison sehr gut gearbeitet. Die Stabilität im Tor und den guten Fitnesszustand der beiden haben sie auch unserem neuen Torwarttrainer Wolfgang „Mocca“ Hilsemer zu verdanken, der einmal pro Woche intensiv mit beiden arbeitet. Da habe ich keine Bedenken, was diese Position angeht. Beide sind ein sicherer Rückhalt für die Mannschaft.

11ER: Erinnern Sie sich an die letzten Spiele gegen Sirzenich?
Zöllner: In den Vorjahren haben wir gegen Sirzenich regelmäßig verloren. Der letzte Sieg ist schon ein bisschen her. Das muss 2018 gewesen sein beim 4:0-Sieg. Auch im letzten Jahr haben wir gegen sie lange Zeit gut ausgesehen, aber durch drei Tore von Joshua Bierbrauer mit 0:3 zu hoch verloren.