11ER: Wie sehen Sie den 3:1-Sieg in Wallenborn rückwirkend? Was gab den Ausschlag?

Thomas Berens: Wir haben seit 2003 in unserem Aufstiegsjahr in die Rheinlandliga nicht mehr in Wallenborn gewonnen, Wallenborn gehörte also zu unseren Angstgegnern. Jetzt haben wir gegen drei Angstgegner bereits vier Punkte geholt. Angesichts, dass wir immer noch arg gebeutelt sind und wir mit derzeit nur 14 Leuten zu den Spielen fahren, muss ich den Jungs ein Kompliment aussprechen. Denn ich muss jeden Sonntag aufs Neue eine Mannschaft finden, die Bezirksliga tauglich ist. Die Mannschaft hat in Wallenborn alle taktischen Vorgaben umgesetzt.

11ER: Wie muss man sich das vorstellen?

Berens: Wir wollten Wallenborn das Spiel machen lassen und defensiv sicher stehen und das Umschaltspiel, das bei Wallenborn über Sebastian Zimmer und Sebastian Hilgers läuft, unterbinden. Jeder hat diszipliniert im System funktioniert. Genau das war auch der Schlüssel.

11ER: Das Team hat sich zuletzt stabilisiert und befindet sich auf dem Vormarsch. An welchen Faktoren machen Sie den Aufschwung fest?

Berens: Wir haben insgesamt eine gute Entwicklung im Training, wo die Automatismen immer besser ineinander greifen. Die Trainingsintensität und Trainingswahrnehmung ist höher. Vor allem die jungen Spieler wollen sich in den Einheiten zeigen und sind sehr engagiert bei der Sache. Der Impuls geht dort von den jüngeren Spielern aus, sie bringen noch mehr Qualität ins Training. Zudem funktionieren wir derzeit gut im Kollektiv.

11ER: Wo liegen gegenwärtig die Baustellen?

Berens: In der Breite des Kaders. Durch die Verletztenmisere, Urlauber etc. fehlen stets sechs bis acht Spieler.

11ER: Wie erkennen Sie als Trainer Leistungsschwankungen und wie beheben Sie diese?

Berens: Schwankungen zu erkennen und zu beheben, ist eine individuelle Geschichte, die bei ganz jungen Spielern völlig normal sind. Diese Spieler dürfen auch Fehler machen. Erfahrene Spieler haben auch oft mit persönlichen Befindlichkeiten zu tun, viele haben Familie und private Baustellen. Als Trainer musst du im zwischenmenschlichen Bereich tätig sein, vertraust auf dein Fingerspitzengefühl, um die Leute, die nicht spielen, bei Laune zu halten. Den Spielern musst du das Gefühl vermitteln, dass sie gebraucht werden und dass man sie nicht fallen lässt, wenn sie mal ein schlechtes Spiel machen.

11ER: Wie beschreiben Sie die drei ehemaligen A-Jugendspieler, die vom FSV Tarforst zum SV Konz in den Seniorenbereich gewechselt sind?

Berens: Jeremy Kaiser ist mit Knieproblemen gekommen. Die vier Trainingseinheiten in Tarforst haben bei Jeremy Spuren hinterlassen. Die hohen Belastungen wirken auf den Körper. Da bei ihm ein Bein länger ist als das andere, hat er vom Arzt Einlagen verschrieben bekommen, der zusätzlich ein Sportverbot erteilt hat. Wenn er fit ist, ist Jeremy immer ein Thema, denn er ist ein sehr starker Perspektivspieler. Felix Schmand hat sich im Testspiel gegen Cochem einen Kreuzbandriss zugezogen und ist seit zehn Tagen operiert. Vielleicht kann Felix zur Wintervorbereitung wieder einsteigen. Er ist ein intelligenter und polyvalent einsetzbarer Spieler. Nikola Kiefer ist der einzige der drei, der auch Einsatzzeiten bekommt, auch über die zweite Mannschaft. Nikola ist ein Defensivspieler, der es schwer hat, in der Dreierkette gesetzt zu sein, denn die Positionen dort sind hart umkämpft. Wir haben ihn jetzt im defensiven Mittelfeld spielen lassen. Er hat eine intelligente Spieleröffnung.

11ER: Im Vorjahr gelang gegen Schweich ein 2:1-Sieg, doch die allermeisten Spiele hat ihre Mannschaft gegen die Mosella verloren. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem letzten Spiel?

Berens: Der Sieg im letzten Jahr wurde über die Physis und übers Kollektiv eingefahren. Wir haben Schweich durch unser Mittelfeld-Pressing den Schneid abgekauft. Spielerisch gute Mannschaften wie Schweich mögen es nicht, wenn man sie körperlich hart attackiert.