Es war ein ernüchterndes Ergebnis für den bisherigen Spitzenreiter aus Sirzenich: Nach der 0:3-Niederlage verliert der Primus nicht nur seine Tabellenführung, sondern auch das Prestigeduell gegen die Eintracht.
Oft und lange war im Vorfeld darüber spekuliert worden, inwieweit der SVS dem Titelfavoriten Paroli bieten und eventuell gefährlich werden kann. Bei einer Niederlage des SVE wäre es sicherlich schwierig geworden. Doch mit einem konzentrierten Auftritt in den zweiten 45 Minuten straften die Trierer jene Kritiker Lügen, die sie bereits abgeschrieben hatten nach dem 2:4 gegen Trier-Irsch vor drei Wochen.
Der beste Angriff der Liga hat sich am Ende durchsetzen können. Mit fünf Siegen in Folge weist die Eintracht nicht nur eine stabile Form nach, sondern ist mit diesem Erfolg auch Herbstmeister. Im relativ ausgeglichenen und chancenarmen ersten Durchgang taten sich beide Teams nicht sonderlich weh, weil sie sich eher neutralisierten. Doch nach und nach setzten sich die größere Erfahrung und die spielerische Reife des SVE durch. So drückte Nicolas Rigoni eine Zuckerflanke von Kenneth Harrow mit einem herrlichen Kopfball zur Gästeführung in die Maschen – 0:1 (60.). Als nur sieben Minuten später Rigoni erneut zuschlug, war die Messe bereits nach 67 Minuten gesungen. Der Ex-Tarforster hatte einen Freistoß auf direktem Wege oben links in den Giebel geschweißt und seine Mannschaft mit 2:0 in Führung gebracht. Im Gefühl des sicheren Sieges besiegelte ein Eigentor die endgültige Niederlage der Sirzenicher, als Simon Klodt eine super scharfe Hereingabe von Rigoni, der sich zuvor gegen drei Gegenspieler durchgesetzt hatte, ins eigene Tor abfälschte – 0:3 (85.).
Sirzenichs Trainer Till Schweitzer sah zwei Gründe für die zweite Saisonniederlage: „25 Minuten in der zweiten Halbzeit haben das Spiel entschieden, als wir nicht mehr so konzentriert waren wie in der ersten Halbzeit. Leider konnten wir die Konzentration nicht mehr so hochhalten, auch weil die Eintracht ihre Physis und Wucht in die Waagschale geworfen hat. Die Eintracht hat das Spiel verdient gewonnen, weil sie uns in Sachen Erfahrung und Abgezocktheit, gepaart mit körperlicher Präsenz, voraus waren. Sie sind dann in den Zweikämpfen resoluter zu Werke gegangen.“ Schweitzer sah jedoch eine Szene, bei der man auch hätte in Führung gehen können. „Kevin Walter stand kurz vor der Halbzeit allein vor dem Tor der Eintracht, hat Philipp Basquit aber ins Gesicht geschossen. Das muss die Führung sein.“ Erst im zweiten Durchgang wurde es der offene Schlagabtausch mit vielen Torraumszenen. „Es ist keine Schande, gegen die Eintracht zu verlieren. Es ist ja alles noch ganz eng zusammen an der Tabellenspitze“, richtete Schweitzer den Blick auch schon wieder nach vorne.
