11ER: Wie gehen Sie mit der Einschätzung vieler Trainerkollegen um, in der kommenden Saison als Mitfavorit auf den Titel gehandelt zu werden?
Heiko Niederweis: Der Begriff Favorit ist etwas hoch gegriffen. Aufgrund der guten Neuzugänge haben wir sicherlich ambitionierte Ziele, und wollen unter den besten fünf Mannschaften mitspielen, doch Ehrang und auch Rot-Weiß Wittlich sind da schon noch eine andere Hausnummer. Dennoch haben wir eine extrem hohe Qualität in der Truppe und hoffen, dass wir zunächst einen guten Start hinbekommen.

11ER: Wie hoch sind die Erwartungen im Umfeld und speziell Ihre eigenen?
Niederweis: Mein Trainerteam möchte schon die bestmögliche Saison spielen, in der es das Ziel sein sollte, jedes Spiel zu gewinnen. Wichtig ist, dass wir von Beginn an in den oberen Gefilden dabei sind und eine erfolgreiche Saison spielen. Der Aufstieg ist aber nicht als Ziel formuliert, da machen wir uns absolut keinen Druck.

11ER: Mit Christoph Anton wurde der Königstransfer der Saison getätigt. Wie wertvoll kann der langjährige Eintrachtler für Ihr Team sein?

Niederweis: Was ich in der Vorbereitung bei Christoph Anton erlebt und gesehen habe, dass er ein absoluter Gewinn für uns ist, sowohl menschlich als auch sportlich. Er gibt die Kommandos, die Motivation für alle Spieler hat sich spürbar erhöht, seit dem er dabei ist. Im Mittelfeld kann er einfach alle Positionen spielen, obgleich er sich auf der Zehn oder der Acht am wohlsten fühlt.

11ER: Mit den Jakob-Brüdern gelang eine schnelle Rückholaktion. Sind die beiden schon direkt wieder angekommen im Team?

Niederweis: Der Kontakt war nie abgerissen, nachdem sie in Berburg unterschrieben hatten. Sowohl Nici als auch Lucas Jakob haben sich schnell wieder integriert, das gestaltete sich ohne Probleme. Da hat der Vorstand ganze Arbeit geleistet, obwohl beide bei etlichen Spielen auf unsere Sportplätze zum Zuschauen gekommen sind.

11ER: Es gab noch weitere Neuerwerbungen?

Niederweis: Ja, richtig. Dominik Lorth kam aus Freudenburg zurück und hat mit seiner extremen Schnelligkeit, seiner Laufstärke und seiner Torgefahr unser gesamtes Spiel belebt. Kim Schu hat mich auch in der Vorbereitung überzeugt. Er ist ein Teamplayer und technisch gut ausgebildet.

11ER: Wie undankbar war die Aufgabe, die in der ersten Rheinlandpokalrunde mit dem frisch gebackenen Pokalfinalisten FV Morbach auf Ihr Team wartete?

Niederweis: Als undankbar habe ich die Aufgabe nicht gesehen, sondern eher als große Motivation. Das war ein super Test, bevor die Runde losgeht. Morbach war mir als Rheinlandligist lieber, als gegen einen B-Ligisten gespielt zu haben. Wir wollten bestehen und durchaus auch eine Runde weiterkommen. Immerhin hatten wir in der abgelaufenen Pokalsaison gegen die SG Schneifel und die SG Mendig gute Ergebnisse erzielt.

11ER: Welche Rolle soll Lukas Kramp in dieser Saison spielen bei dem Überangebot an starken Stürmern?

Niederweis: Zunächst hoffe ich bei Luki, der ja auch mein Co-Trainer ist, dass er bald wieder richtig fit wird, denn er hatte sich im ersten Spiel gegen die SG Schneifel am Sprunggelenk verletzt. Derzeit ist er wieder auf einem aufsteigenden Ast. Luki kommt am Freitag aus dem Urlaub zurück. Danach hoffen wir, dass wir ihn rechtzeitig wieder fit kriegen, um bald wieder an seine ursprüngliche Leistungsstärke heranzukommen.

11ER: Wie geht es derzeit Tobias Baier?

Niederweis: Tobi ist ein gefühlter Neuzugang, weil er in der letzten Saison keine Minute gespielt hat. Nun hat sich Tobi im Training erneut am Oberschenkel verletzt, hoffen aber auf eine Rückkehr zum Spiel in Konz. Auch Abwehrchef Dominik Zwick hat seinen Trainingsrückstand aufgearbeitet und nähert sich langsam wieder seiner Bestform.

11ER: Wie schätzen Sie den Auftaktgegner aus Konz ein?

Niederweis: Der SV Konz ist ein undankbarer Auftaktgegner, wie das im letzten Jahr auch schon der Fall war. Da haben wir zum Rückrundenauftakt im Februar und auch zum Saisonstart im September zweimal gegen sie verloren. Konz ist eine homogene, kampfstarke Truppe, die vom Trainer hervorragend eingestellt sein wird. Da müssen wir schon an unsere Leistungsgrenze gehen. Ich kann aber auch versprechen, dass meine Mannschaft nach den zwei Niederlagen zuletzt sehr motiviert ins Spiel gehen wird.

11ER: Ist es also ein ganz normales Bezirksligaspiel für Sie?

Niederweis: Nein, die Partie besitzt Derbycharakter. Zudem hoffe ich auf eine schöne Kulisse mit mehreren hundert Zuschauern. Denn die Leute sind nach der langen Pause wieder heiß auf Fußball.

11ER: Ist Ihre Mannschaft komplett?

Niederweis: Sicher nicht. Alec Webel fällt mit einer Bänderverletzung aus, hinter den Einsätzen von Leo Gombert, Julian Paulus und Fabian Müller stehen Fragezeichen, weil sie angeschlagen sind. Ob es bei Tobi Baier für einen Einsatz von der Bank reicht, muss man sehen.