Im Derby hatten die Tarforster erwartungsgemäß gegen den Tabellenführer über die 90 Minuten gesehen keine Siegchance. Doch eines muss man dem FSV zugute halten: Die Mannschaft hat gekämpft, auch nach den drei entscheidenden Gegentoren vor der Halbzeit Mentalität und Charakter bewiesen und sich nie aufgegeben.
Dabei erwischte die Rheinlandligareserve einen tollen Start und drehte den frühen Rückstand von Luca Knobloch aus der neunten Minute in eine eigene 2:1-Führung um. Zunächst besaß Maurice Föhr zweimal die Gelegenheit, auf 2:0 zu stellen, doch Johannes München im Tarforster Gehäuse machte geschickt das Eck zu bzw. lenkte die Kugel um den Pfosten. Nach einer inkonsequenten Aktion, den Ball klären zu wollen, war es in der 19. Minute Dustin Knürr vorbehalten, eine starke Vorarbeit von Oleksii Katkov zum 1:1 in den oberen Giebel zu legen. Völlig von der Rolle war die Pluwiger Abwehr, als diese unkontrolliert nach vorn spielte, den Ball an Katkov verlor und der Ukrainer im Eins-gegen-eins cool blieb – 2:1 (21.). Zwischen dem Ausgleich und der FSV-Führung lagen nicht einmal 100 Sekunden. Doch Pluwig wäre nicht Pluwig, wenn es nicht direkt eine Antwort gefunden hätte. So führte ein Doppelschlag binnen einer Minute dazu, dass die DJK die Partie wieder an sich riss. Jan Becker war nach einem zu kurz abgewehrten Ball als Abnehmer im Nachsetzen zur Stelle (34.), bevor Christian Guth einen dicken Fehler in der Tarforster Hintermannschaft nach Ballgewinn von Jan Becker zum 2:3 nutzte (35.). Den entscheidenden Punch setzte mit dem Halbzeitpfiff der defensive Mittelfeldspieler Föhr, der einen Eckball von Becker ins Tarforster Tor abtropfen ließ – 2:4 (45.). In der 58. Minute war es Niklas Kirsten, der einen Rückpass von Becker aufnahm und im Abschluss cool blieb – 2:5 (58.). In der Folge spielte Pluwig seine spielerischen Qualitäten aus und kam durch Tim Denzer und Marcel Kohl zu weiteren Treffern. Denzer vollendete eine gute Kombination über Becker und Kirsten, dessen Querpass im Fünfer in den Lauf von Denzer gelegt wurde und dieser sich die Ecke aussuchen durfte (83., 84.). Das 7:2 von Kohl entsprang einer Direktabnahme aus 25 Metern, die im linken Eck einschlug. Der FSV kam durch den agilen Katkov nach einem Freistoß von Paul Bladt noch zum 3:7. Die Entscheidung aber war längst gefallen. „Das Ergebnis ist deutlich höher ausgefallen, als das es der Spielverlauf hergibt. Trotz des klaren Ergebnisses bin ich nicht komplett unzufrieden mit der Leistung. Was mich aber stört, sind die fatalen Fehler, die wir machen, insbesondere in der ersten Halbzeit. Wir hatten zwar wenig klare Torchancen, waren aber gut im Spiel, nachdem wir die Partie gedreht hatten und haben Pluwig das Leben auch schwer gemacht. Doch die individuellen Fehler, die wir fabriziert haben, haben uns das Genick gebrochen. So wurde fast jeder Fehler gnadenlos bestraft“, zog FSV-Trainer Steffen Hilmer ein ernüchterndes Fazit. Aufgrund der gravierenden Personalengpässen musste Dominik Lay kurzfristig reaktiviert werden, wurden vier A-Jugendspieler ins Boot geholt und auch Johannes München, der längere Zeit schon nicht mehr spielt, wurde für das Tor reaktiviert. In der zweiten Halbzeit sei Pluwig dann klar die bessere und effektivere Mannschaft gewesen, ließ Hilmer durchblicken.
