11ER: Im letzten Spiel konnte die SG Geisfeld II nach sieben Niederlagen endlich wieder einen Zähler einfahren. Wie groß war die Erleichterung nach dem Punktgewinn?
Michael Dziubany: Das Unentschieden fühlt sich mehr an wie ein Nackenschlag. Wenn man führt, einen Elfmeter in der Nachspielzeit verschießt und dann noch das Gegentor kassiert, ist das schon ärgerlich. Ehrlicherweise müssen wir aber sagen, dass uns in der jetzigen Position jeder Punkt weiterhilft. Die Mannschaft gab alles und auch das ist gut. Uns bleibt immer noch genügend Zeit, wir haben es selbst in der Hand.
11ER: Sie sagten zuletzt, dass Ihre Mannschaft „langsam in den Tritt kommt“. Woran machen Sie das fest?
Dziubany: Trotz unserer ganzen Verletzten bekommen wir immer elf Spieler zusammen. Auch das Training wird besser, obwohl es jetzt meist nass und windig ist. Es ist immer ein fester Stamm da, der trainiert. Allgemein ist es eine schwierige Situation, denn auch unserer ersten Mannschaft fehlen viele Spieler verletzt oder sie befinden sich im Aufbautraining. Ich mache es in der aktuellen Lage vor allem an der Stimmung fest. Die ist weiterhin gut und die Mannschaft ist ein richtiger Haufen. Wir planen nicht für die nächste Saison, sondern geben weiter alles, um die B-Klasse zu halten. Wir werden jetzt nicht aufgeben und stattdessen die Ärmel hochkrempeln. Auch dass man immer wieder Spieler findet, die aushelfen, obwohl sie ihre Karriere schon beendeten, zeigt das.
11ER: Sie sprachen die Situation der ersten Mannschaft, die ebenfalls im Abstiegskampf steckt, und die Verletzungen Ihrer Elf bereits an. Ist Hilfe von oben in der jetzigen Lage überhaupt möglich?
Dziubany: Wir versuchen immer, uns gegenseitig zu unterstützen. Weil unsere erste Mannschaft aber selbst in einer schwierigen Lage ist, müssen wir umso mehr auf unseren Stamm setzen. Die Erste geht als Bezirksliga-Mannschaft natürlich vor. Wir trainieren immer gemeinsam auf dem Gelände und sind in einem engen Austausch. Man bespricht sich und schaut, wie man sich helfen kann. Durch die vielen Ausfälle müssen wir uns auch auf Spieler konzentrieren, die vielleicht schon aufhörten oder vielleicht schon über ihren Zenit hinaus sind, uns aber bereit sind zu helfen. Also eher Spieler meiner Generation.
11ER: Mit dem TuS Mosella Schweich III wartet eine Mannschaft, die bis vor wenigen Wochen ebenfalls noch im Abstiegskampf steckte, dann aber mit drei Siegen ins Mittelfeld aufrückte. Wie schätzen Sie die Drittvertretung ein?
Dziubany: Eine dritte Mannschaft ist immer schwer einzuschätzen und in Schweich geht es ja bis zur vierten Mannschaft runter. Ich kann sie wirklich null einschätzen, weiß nicht, ob sie von ihren anderen Mannschaften unterstützt werden oder welche Verletzten zurückkehren könnten. Unsere jüngere Generation meinte, dass für sie in Schweich, wo sie eine sehr gute Jugendarbeit haben, nie viel zu holen war. Ihre dritte Mannschaft wird eine Überraschung, doch die ganze Liga ist eine Wundertüte, in der praktisch jeder jeden schlagen kann.
11ER: Schwierige Frage in der aktuellen Lage, aber können Sie bereits abschätzen, wie es personell für das Wochenende aussieht?
Dziubany: Unsere Erste spielt auswärts und das weit weg. Alle unsere Torhüter sind verletzt, es fängt also schon ganz hinten an. Da werden wir eine Überraschung aus dem Hut zaubern müssen, vielleicht muss ich sogar selbst zwischen die Pfosten. Ich werde die Woche über noch viel telefonieren müssen, sage aber immer: Am Ende werden elf Mann auf dem Platz stehen, die sich für unseren Erfolg zerreißen werden.
