22.05.2019

Vorberichte, Bezirksliga: Showdown in Stadtkyll

Die SG Schneifel kann am Sonntag Meister werden und in die Rheinlandliga aufsteigen

Foto: Maurice Herzog

Es ist der ultimativ finale Höhepunkt einer langen und intensiven, doch gleichermaßen auch spannenden Saison in der Bezirksliga. Nachdem Spitzenreiter SG Schneifel in der vergangenen Woche den bereits zweiten meisterlichen Matchball hat liegen lassen, wollen die Schützlinge von Trainer Jörg Stölben den (Meister-)Sack endlich zubinden. Ein Sieg gegen den Tabellenvierten SG Wallenborn würde in jedem Fall Klarheit bringen. 

Nach dem verschossenen Matchball am vergangenen Sonntag in der Westeifel haben sich die Wogen beim Tabellenführer geglättet. Der Fokus lag bald schon auf dem „Endspiel“ gegen Wallenborn. Jörg Stölben, Coach des Tabellenersten, hielt sich nicht lange bei der Analyse auf, sondern ließ den Blick nur kurz zurückschweifen. „Obwohl wir eine unserer besten ersten Halbzeiten gespielt haben, lagen wir in Arzfeld schon früh mit 0:2 zurück. Wir haben einige hochkarätige Chancen verspielt. Nachdem wir dann mehr öffnen mussten, haben sie uns eiskalt ausgekontert.“ Stölben lobte trotz der eigenen guten Leistung auch den Gegner: „Daleiden war clever und hat mit 100 Prozent Leidenschaft gespielt. Sie haben sich auf ihre Konter verlassen.“ Für die finale Partie, die nun endlich den Titel einbringen soll, hat sich Stölben nichts Außergewöhnliches ausgedacht. „Wir haben bis jetzt 22 Siege eingefahren. Warum sollten wir nicht daran glauben, auch den entscheidenden 23. einzufahren. Ich bin optimistisch und gehe mit viel Zuversicht in die Partie.“ Die eigene Leistung vorausgesetzt, erwartet der Auwer Coach auch vom Gegner Mentalität. „Ich erwarte Wallenborn zu 100 Prozent motiviert, sie werden sich reinhängen. Doch wir haben ein weiteres Mal die Riesenchance, Meister zu werden. Die Mannschaft wird sich hundertprozentig zerreißen.“ Eine eventuell aufkommende Nervosität sollen die Spieler schnell ablegen und dann ihren Fußball spielen, betont Stölben, der nicht ganz komplett sein wird. So hat sich Torwart Stephan Simon in Arzfeld verletzt. Mit Denis Koziol wird der etatmäßige Keeper zurückkehren. Andreas Nellessen hat sich im Schweich-Spiel die Schulter ausgekugelt und wird ebenso fehlen wie Maxi Lenerz. Neben Marco Michels und Jan Pidde wird Tim Baur im Angriff sein Heimdebüt geben.

Der Blick geht nach Wallenborn. Für den eine herausragende Saison spielenden Tabellenvierten ist das Gastspiel in Stadtkyll ein weiterer Höhepunkt und der abschließende zugleich. Trainer Stephan Zimmer, dessen Mannschaft gegen den FC Bitburg zuletzt alles in die Waagschale warf, aber dennoch ohne Ertrag blieb, kommt nicht nach Stadtkyll, um dem Gegner kampflos zur Meisterschaft zu gratulieren. „Das Spiel ist ein schönes Leckerli für uns vor einer guten Kulisse. Wir werden gut vorbereitet dorthin fahren und haben nichts zu verschenken.“ Sich sportlich fair zu verhalten und kämpferisch alles zu geben steht für Zimmer außer Frage. „Stadtkyll hat uns auch nie etwas geschenkt. Wir wollen mit einem persönlich guten Abschluss aus der Saison gehen. Im letzten Jahr haben wir dort 4:0 gewonnen und unser bestes Saisonspiel gemacht“, erinnert sich der Coach der Wallenborner. Doch auswärts wehte trotz der tollen Saison oft nur ein laues Lüftchen. „Wir haben die beiden letzten Spiele in Arzfeld und gegen Bitburg jeweils mit 0:1 verloren, aber eine ansprechende Leistung gezeigt. Auswärts haben wir in den letzten Wochen nichts mehr gerissen. Deshalb wollen wir alles dafür tun, um es Auw so schwer wie möglich zu machen.“ Bis auf die angeschlagenen Benny Blank und Benny Duckart kommt Wallenborn mit der kompletten Kapelle.
Stadtkyll, So., 26.5.19, 14.30h

FC Bitburg – SG Geichlingen
Die Minimalchance weiterhin beim Schopfe packen will der FC Bitburg, der sich erst durch die Strauchler der Stadtkyller in diese wieder hoffnungsvolle Ausgangslage hineinmanövriert hat. Ähnlich wie zum letzten Spiel in Wallenborn werden die Telefondrähte wohl auch am Sonntag wieder heiß laufen, um das Live-Zwischenergebnis des Stadtkyller Spiels gegen Wallenborn zu erfahren. Seit gefühlt 25 Spieltagen befindet sich der FC Bitburg in der Verfolgerrolle. Dass es überhaupt noch mal zu dieser Last Chance gekommen ist, hatte selbst Fabian Ewertz nicht für möglich gehalten. Der Trainer der Bitburger nimmt „dieses Spiel natürlich dankend an in der leisen Hoffnung, dass doch noch was passiert bei Stadtkyll. Tatsächlich ist das Rennen noch mal spannend geworden, doch wir können den Ausgang der Meisterschaft nicht mehr beeinflussen“. Ohnehin würde der FCB seine minimalen Titelchancen nur mit einem Sieg aufrechterhalten können. Insgeheim hofft Ewertz auch auf einen starken Auftritt der Wallenborner in Stadtkyll. „Wallenborn kann an einem guten Tag auch in Stadtkyll gewinnen. Doch beeinflussen können wir nichts.“ Vielleicht noch rechtzeitig ist Sturmleader Kevin Arbeck wieder fit geworden. Der Goalgetter traf in Niederstadtfeld zum Siegtreffer und ist auch so wieder fast der Alte. „Kevin ist noch nicht wieder bei 100 Prozent, doch so ein Stürmer tut natürlich immer gut.“ Bis auf den urlaubenden Davis Spruds wird der FCB in Bestbesetzung auflaufen. Gegner Geichlingen hat sein großes Ziel Klassenerhalt im ersten Jahr nach dem Aufstieg erreicht und darf locker und ohne jeglichen Druck ins Stadion Bitburg Ost reisen.
Bitburg, So., 26.5.19, 14.30h

SV Niederemmel – SG Kyllburg
Der SV Niederemmel nimmt im letzten Spiel seiner (vorläufigen) Bezirksligazugehörigkeit Abschied von dieser Liga und möchte sich von seinem treuen Anhang noch mal mit einem couragierten und möglichst erfolgreichen Auftritt verabschieden. Die Planungen für die Kreisliga A Mosel laufen auf Hochtouren, mit Thomas Sandner wurde bereits vor zehn Tagen ein neuer Trainer präsentiert, der in der kommenden Saison das Team in der A-Liga betreuen wird. Die Gäste aus der Eifel haben sich insbesondere nach der Winterpause mit der Installation von Roger Reiter als neuem Trainer aus der Bredouille geschossen und sich längst gerettet. Während Niederemmel gerne den siebten Saisonerfolg anstrebt, kann sich die Reiter-Elf mit einem vollen Erfolg eventuell noch auf Rang sechs verbessern.
Piesport, So., 26.5.19, 14.30h

TuS Schillingen – SG Ralingen
Beide Teams sind so gerade eben am Abstieg vorbeigeschrammt und dank der SG Hochwald Zerf in der Rheinlandliga auch in der nächsten Spielzeit Bezirksligist. Doch so richtig können weder Gerd Morgen (Schillingen) noch Martial Servais (Ralingen) zufrieden sein mit den Darbietungen ihrer Mannschaft. Doch der Ligaverbleib der Zerfer eine Etage höher hat zumindest die Planungssicherheit bei beiden Klubs erhöht. Während die Hochwälder dem treuen und fanatischen Publikum eine starke Leistung anbieten möchten und mit einem Sieg vielleicht noch an Leiwen vorbeiziehen könnten, wird Ralingen versuchen, die zuletzt mageren Resultate vergessen zu machen. Denn aus den letzten fünf Partien verloren die Sauertaler vier. Dass die Niederlagen teilweise sehr knapper Natur waren, dürfte für den Coach nur ein allzu schwacher Trost sein. Im Hinspiel trennten sich beide Teams 2:2.
Schillingen, So., 26.5.19, 14.30h

SV Leiwen-Köwerich – SG Neuerburg
Der SV Leiwen-Köwerich hat eine weitere Zittersaison halbwegs erfolgreich über die Bühne gebracht und den Klassenerhalt eingetütet. Doch nach zahlreichen Turbulenzen, die mit dem Rücktritt von Herbert Herres als Trainer ihren vorläufigen Höhepunkt fanden, ist am Moselstrand erst mal Ruhe eingekehrt. Die Verantwortlichen um den Vorsitzenden Werner Jostock werden noch in dieser Woche den Trainer für die neue Saison präsentieren. Im letzten Heimspiel des Jahres möchten sich Heiko Schmitt und dessen Team möglichst mit einem Sieg von ihrem Publikum verabschieden. Gegner SG Neuerburg spielte zwar eine weitaus ruhigere und auch erfolgreichere Saison, doch auch hier sorgte ein Trainerbeben für Schlagzeilen. Markus Schwind trat nach internen Differenzen mit der Mannschaft von seinem Posten zurück. Zur neuen Saison wird dann mit Christoph Krähling ein bekanntes Gesicht das Team übernehmen. Mit einem Dreier in Leiwen kann die SGN ihren sechsten Platz festigen, während Leiwen in jedem Fall Zwölfter bleiben wird.
Leiwen, So., 26.5.19, 14.30h

SG Ruwertal – SG Daleiden
Beide Mannschaften können mit ihrem Abschneiden in dieser Saison zufrieden sein. Während Daleiden den unangenehmen Herausforderungen einer zweiten Saison nach einem Aufstieg erfolgreich trotzte, wurde die SG Ruwertal über 20 Spiele in Folge nicht besiegt. Eine Serie, die aber kaum etwas wert war, denn die Meisterschaftsträume waren längst schon ausgeträumt. Doch die Ambitionen der SGR waren auch nicht auf den Titel ausgerichtet. Die Entwicklung der kompletten Mannschaft und insbesondere die der jungen Spieler stand im Vordergrund. Die Kontinuität auf der Trainerbank sorgte zudem dafür, dass die SG Ruwertal über Jahre schon eine gute Rolle im oberen Mittelfeld spielt. Jan Stoffels wird in seine neunte Saison gehen und versuchen, seine Mannschaft noch mal ein Stück weit zu entwickeln, um eventuell an den elitären Rängen kratzen zu können. Respekt an die SG Daleiden, die mit ihren couragierten Auftritten das Titelrennen zwischen der SG Schneifel und dem FC Bitburg spannend machte. In der Westeifel reift ein Team heran, das über Jahre hinweg Bezirksliga spielen kann. Mit einem Sieg und einer gleichzeitigen Niederlage der SG Wallenborn kann das Team aus dem Ruwertal noch auf Rang vier vorstoßen. Auch die Theis-Elf könnte im Falle eines Erfolges noch auf Platz sechs über die Ziellinie gehen.
Waldrach, So., 26.5.19, 14.30h

SG Buchholz – TuS Mosella Schweich
Beide Mannschaften haben ihre Zielstellungen verfehlt. Während die Buchholzer den Klassenerhalt verpasst haben und nach sechs Spielzeiten in der Bezirksliga wieder in der A-Klasse Mosel an den Start gehen werden, wurde auch die Mosella in Sachen Titelkampf eines Besseren belehrt. Ähnlich wie im Vorjahr wurden die Big Points gegen Gegner aus dem Spitzenbereich in den Sand gesetzt. Das letzte Quäntchen fehlte, obwohl die Mannschaft als solche funktionierte und harmonierte. Doch Verletzungen schwerwiegender Art hemmten die Leistungsentwicklung. So werden Jochen Weber und sein Team im nächsten Jahr einen erneuten Anlauf nehmen müssen, um ihr großes Ziel, die Rückkehr in die Rheinlandliga, erreichen zu können. Die Buchholzer wollen indes ihr Heimspiel nutzen, um sich mit dem vierten Saisonsieg versöhnlich von ihren Zuschauern zu verabschieden. Die beiden letzten Ergebnisse geben Anlass zur Hoffnung, dass es nach dem 2:1-Sieg gegen Ralingen und dem 3:3 gegen Neuerburg erneut zu Punkteehren reicht.
Hasborn, So., 26.5.19, 14.30h

SG Saartal Irsch – SG Geisfeld
Insbesondere nach der Winterpause rang die SG Saartal nach Stabilität. Doch unter der Ägide des im Herbst installierten Trainers Heiko Niederweis gelang der Prozess der sportlichen Konsolidierung und der Erfolg kam prompt zurück. Mit der erneuten Einbindung von Lukas Kramp als Führungsfigur (nach vorheriger langer Verletzungsperiode) kam nicht nur mehr Schwung, sondern auch die Torgefährlichkeit zurück. Die Verpflichtung von Lucas Jakob von Eintracht Trier wirkte sich insbesondere im defensiven Mittelfeld als Stabilitätsfaktor positiv aus. Mit vielen ganz jungen Spielern gelang es den Verantwortlichen, einen guten Mittelfeldplatz zu erobern. Sollten die Saartaler auch gegen Geisfeld gewinnen, könnten sie im besten Fall sogar noch Sechster werden. Die Hochwälder reisen mit einem Schuss Sentimentalität ins Saartal, denn der langjährige Trainer Timo Zeimet, der die Mannschaft im Vorjahr zur Vizemeisterschaft führte, wird das letzte Mal an der Seitenlinie stehen. Demnach ist klar, dass die Mannschaft seinem scheidenden Trainer mit einem Sieg das Leben nochmals versüßen will. Mit Christian Alt und Sven Gaspers stehen für die kommende Spielzeit zwei Spieler als gleichberechtigtes Trainerduo bereit. Auch Geisfeld kann es im Falle eines vollen Erfolges noch auf Rang sechs schaffen.
Irsch/Saar, So., 26.5.19, 14.30h 

(ls) 

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