Die Liga geht mit Pauken und Trompeten in ihre drei finalen Spieltage. Und sie ist spannend wie selten zuvor. Noch immer ist die Titelfrage nicht geklärt. Und auch der dritte Absteiger ist noch offen – vorausgesetzt, es steigt nur eine Mannschaft der Region aus der Rheinlandliga ab. Auw ist zuhause klarer Siegfavorit gegen das längst gesicherte Geisfeld und Bitburg wird beim designierten Absteiger in Piesport nichts anbrennen lassen.
SG Schneifel-Auw – SG Geisfeld
Niemand geht auch nur annähernd davon aus, dass die Gäste aus dem Hochwald beim Fast-schon-Meister in irgendeiner Form etwas reißen könnten. Geisfeld ist längst gerettet und kann ohne jeglichen Druck agieren. Mit dem Last-Minute-Sieg in Schweich gelang den Schneiflern ein Big Point – sie stießen die Tür zur Rheinlandliga ein gehöriges Stück weit auf. Die Steilvorlage will die Stölben-Elf nun nutzen, um mit einem Sieg den Deckel fast schon draufzulegen. Einen Vorteil haben die Stadtkyller: Mit einem Sieg am Samstag könnten sie der Partie des einzig verbliebenen Konkurrenten aus Bitburg am Sonntag mit großer Entspanntheit entgegensehen. „Wir haben in Schweich zweimal Rückstände weggesteckt. Das spricht für die Mannschaft, die ein Stück reifer und cleverer geworden ist – trotz ihres niedrigen Alters. Wir haben unsere große Qualität nach vorne bewiesen und wollen jetzt auch gegen Geisfeld Akzente setzen“, sagt Jörg Stölben selbstbewusst.
Stadtkyll, Sa., 11.5., 18.00h
Bitburgs Coach Fabian Ewertz und Niederemmels Sportchef Günter Schäfer haben eines gemein: Beide Führungsfiguren geben ihren Mannschaften nur noch eine geringe Chance, die eigenen Ziele zu erreichen. „Wenn wir es realistisch sehen, läuft es darauf hinaus, dass wir nächstes Jahr wieder A-Klasse spielen.“ Bezüglich der Partie gegen den Tabellenzweiten meint Schäfer, dass „Bitburg seine letzte Chance auf den Meistertitel mit aller Entschlossenheit wahrnehmen wird. Natürlich wollen wir uns achtbar aus der Affäre ziehen – und uns für die blamable 0:10-Pleite aus dem Hinspiel revanchieren“. Max Simin und Marvin Schneider sind noch verletzt, Marius Heisig hat dagegen seine Rotsperre abgesessen. Hinter den Einsätzen von Patrick Dienhart (Urlaub) und Stefan Kranz (angeschlagen) stehen noch Fragezeichen. Indes ließ Schäfer durchblicken, dass in der kommenden A-Liga-Saison ein neuer Trainer in der Verantwortung stehen wird. „Bernd Reitz hat über drei Jahre eine super Arbeit abgeliefert, doch nach einem Abstieg sollten neue Impulse in die Mannschaft kommen.“ FCB-Trainer Fabian Ewertz will die Sinne schärfen. „Wir brauchen in Piesport einen Sieg, doch wir rechnen auch mit einer motivierten Niederemmeler Mannschaft, die an ihre Chance glaubt. Dort ist es immer unangenehm.“ Ewertz darf auf einen Kurzeinsatz von Kevin Arbeck und auch Andreas Neuerburg hoffen. Marc Arbeck fällt wegen eines Bänderrisses weiter aus.
Piesport, So., 12.5., 14.30h
SG Saartal – SG Neuerburg
Die Saartal-SG hat mit dem 3:1 in Godendorf den letzten Baustein in den Sockel des Klassenerhalts zementiert. Da auch die Kicker aus der Kreisstadt Wittlich seit Wochen gesichert sind, dürfen die Zuschauer in Irsch eine gutklassige und tempogeladene Partie ohne taktische Zwänge erwarten. Irsch ist leicht favorisiert, auch weil Lukas Kramp und Nicolas Jakob dem Offensivspiel der Saartaler ihren entscheidenden Stempel aufgedrückt haben. Mit dem von Eintracht Trier gekommenen Lucas Jakob besitzen die Irscher zudem hohe Kompetenz im Mittelfeld. Im Hinspiel drehte Neuerburg einen 0:2-Blitzrückstand noch in einen 3:2-Erfolg um.
Irsch/Saar, Sa., 11.5., 17.30h
SG Daleiden – SG Wallenborn
Auch in Arzfeld sollte das spielerische Moment nicht zu kurz kommen, denn beide Eifelteams pflegen das Fußballerische. Den zum Klassenerhalt noch fehlenden Punkt haben sich die Westeifeler angesichts eines ungeahnten Wintereinbruchs in Geisfeld mit einem 0:0 gesichert. Wallenborns 2:1-Erfolg gegen ein starkes Niederemmel stand lange Zeit auf der Kippe. Coach Stephan Zimmer liegt eines besonders am Herzen: „Wir haben die letzten sieben Auswärtsspiele verloren. Von daher muss man sich wundern, dass wir überhaupt noch Vierter sind. Deshalb geht die klare Ansage an die Mannschaft, mal wieder ein Auswärtsspiel zu gewinnen und uns besser zu präsentieren.“ Zudem kann das Team aus der Vulkaneifel noch zum Zünglein an der Waage werden. Denn nach der Reise nach Arzfeld treffen mit Bitburg (Heimspiel) und Stadtkyll (A) die Titelaspiranten auf den Tabellenvierten. „Unser internes Ziel ist die Verteidigung des vierten Platzes – auch wenn wir noch drei dicke Brocken vor uns haben.“
Arzfeld, Sa., 11.5., 19.00h
SV Leiwen – SG Kyllburg
Auch Kyllburg hat mit dem 5:2-Sieg gegen Buchholz das rettende Ufer erreicht. Coach Roger Reiter hat es geschafft, aus einem Abstiegskandidaten ein gut funktionierendes Team im gesicherten Mittelfeld zu machen. Die Erfolgsbilanz des im Beruf als Automobilverkäufer tätigen Fußballtrainers bestätigt die Entscheidung der SG-Verantwortlichen, mit Reiter einen Mann mit geballter Fachkompetenz und Erfahrung im Trainergeschäft installiert zu haben. Derweil gehen die Blicke in der Eifel bereits nach vorn. In Zukunft wird es unter Reiter ohne Mike Schwandt und Jan Friedrich weitergehen. Beide Spieler hören auf. Auch Stefan Epper wird mit knapp 38 nur noch zweite Mannschaft spielen. Dagegen bleiben die Routiniers Jerome Kolling, Tobias Stoffel und Pierre Valerius im Boot. Für die Partie in Leiwen fallen Schwandt, Timo Schakat, Giulian Hennig und Pascal Espinosa aus. Für den SV Leiwen steht ungleich mehr auf dem Spiel. Zwar haben sich die Moselaner mit dem 3:2-Auswärtssieg bei der SG Geichlingen etwas Luft im Abstiegskampf verschafft, doch von Entwarnung wollte auch deren Vorsitzender Werner Jostock nicht sprechen. „Wir müssen dieselbe Mentalität in die Waagschale werfen wie in den letzten Spielen. Ich denke, dass die Jungs wissen, worum es geht. Gegen Kyllburg zählt auch wieder nur ein Sieg.“ Um die Qualität im Angriff zu erhöhen, ist für Andre Alten und Michael Scholtes ein Einsatz als Joker denkbar. Ein eigener Sieg und eine mögliche Niederlage des TuS Schillingen im Spiel gegen Geichlingen würde den SVL mit den Hochwäldern gleichziehen lassen. Dann hätte man 31 Punkte auf dem Konto.
Leiwen, So., 12.5., 14.30h
Die einen (Buchholz) sind bereits abgestiegen, die anderen (Ralingen) wollen den Abstieg vermeiden. Unter diesen Voraussetzungen steht für die Gäste aus dem Sauertal ein weiteres Endspiel bevor. Coach Martial Servais, der seinen Vertrag in Ralingen gemeinsam mit seinem „Co“ Max Pesch um ein weiteres Jahr verlängert hat, bläst derweil zum Generalangriff. „Wenn wir es nicht schaffen, in Manderscheid zu gewinnen, haben wir nicht wirklich was in der Bezirksliga zu suchen. Ich erwarte eine enge Kiste – es zählt nur ein Sieg für uns.“ Der Luxemburger hat den Gegner in Kyllburg beobachtet. „Buchholz hat mich offensiv sehr überrascht. Sie haben mit Daniel Sorge und Yannic Nau starke Offensivspieler in ihren Reihen, die wissen, wie man eine Abwehr in Verlegenheit bringt.“ Joe Schilz ist wieder dabei, doch hinter den Einsätzen von Marco Port, Benny Neises und Jens Boden stehen Fragezeichen.
Hasborn, So., 12.5., 14.30h
SG Ruwertal – TuS Schweich
Schweichs Trainer Jochen Weber war unmittelbar nach der mit 3:4 in letzter Sekunde verlorenen Partie gegen Auw mächtig angesäuert. „Wir hatten die viel bessere Spielanlage, die besseren Chancen und ein super Spiel gezeigt. Wir haben wirklich mehr als unverdient verloren.“ Weil die Mosella ein weiteres Mal auf den letzten Metern im Titelkampf strauchelte, wird sie in Waldrach ohne Druck spielen können. Ruwertal will indes die Negativserie beenden.
Waldrach, So., 12.5., 15.00h