11ER: In der vergangenen Saison spielte der SV Trier-Irsch nach dem Aufstieg in der B-10 und sammelte dort ingesamt 39 Punkte. Aktuell steht man drei Spiele vor Saisonende bei 27 Zählern. Können Sie – obwohl man die Vorjahrespunktzahl nicht einstellen kann – eine positive Entwicklung Ihrer Mannschaft ausmachen?

Sven Becker: Grundsätzlich können wir eine Entwicklung ausmachen. Wir haben viele junge Spieler und – wenn man die älteren rausrechnet – einen Altersschnitt von 20,4 Jahren. Wir setzten auch immer wieder A-Jugend-Spieler ein und versuchten, diese für die kommende Spielzeit zu integrieren. Man darf nicht vergessen: Wir kamen aus der C-Klasse, spielten ein Jahr B-Klasse und spielen auch jetzt noch mit dem gleichen Personal, mit dem wir aufstiegen. Das sind Jungs, die mit 18, 19 Jahren in die B-Klasse aufgestiegen sind. Wir haben viele Spieler, die seitdem einen Riesenschritt nach vorne gemacht und sich etabliert haben. Diesen Fortschritt haben wir in dieser Saison nicht immer von Spiel zu Spiel gesehen, dafür jedoch im Training, in den Abläufen und auch in der persönlichen Entwicklung. Das Spielverständnis ist einfach deutlich besser geworden.

11ER: Neben den vielen jungen Spielern sammeln auch ältere wie Cleiton Pache oder neuerdings Tobias Spruck immer wieder Einsatzzeit. Wie wichtig sind erfahrene Spieler für so eine junge Mannschaft?

Becker: Ältere Spieler gehören einfach dazu und es ist gut, dass Spieler wie Tobias Spruck und Philipp Hermes dazukamen und uns auch am Wochenende wieder unterstützen. Wenn man solche Spieler in seinen Reihen hat, muss man sie auch einsetzen. Ich verlange von unseren jungen Spielern aber, dass sie nicht nur sagen „Super, dass die mitspielen“, sondern dass sie sich etwas von ihnen abschauen. Philipp spielte zum Beispiel Rheinlandliga und auch wenn er nur noch 80 Prozent seiner Laufleistung auf den Platz bringt, macht er es mit den anderen 20 Prozent wett, indem er viel kommuniziert. Er spricht die jungen Spieler auch im Training an und hinterfragt Laufwege, erklärt, wenn durchgeschoben werden muss und mehr. Ältere Spieler sind nicht nur da, um die Zahl der Spieler im Training zu erhöhen. Es ist toll, dass Tobi und Philipp uns so tatkräftig unterstützen. Das ist auch ein Stück weit das Besondere am SVI. Tobi trainierte zuletzt Niederkell und übernimmt bald Pluwig – trotzdem bleibt er ein Irscher Jung, der den Verein unterstützt, wenn er kann.

11ER: In den nächsten drei Wochen warten noch Kürenz, Saartal II und Matthias II. Ich gehe davon aus, dass Sie in diesen drei Spielen neun Punkte verbuchen wollen?

Becker: Das ist richtig. Wir wollen die letzten drei Spiele für uns entscheiden und neun Punkte einfahren. Wir haben jetzt ein Heimspiel und auch wenn wir eine gute Verbindung zu Kürenz haben und ich ihren Trainer Stephan schätze, wollen wir Erfolg haben. Auch wenn es mir persönlich leidtun würde, wenn sie bei einer Niederlage gegen uns und einem Saartal-Sieg absteigen würden. Wir haben jetzt ein Heimspiel und die wollen wir immer gewinnen. Nach dem Auswärtsspiel möchten wir die Saison etwas ausklingen lassen und einen Mannschaftsabend machen. Deshalb müssen wir gegen Saartal II noch mal alles in die Waagschale werfen. In unserem letzten Heimspiel werden ein paar Spieler, die dem SV Trier-Irsch über viele Jahre die Stange gehalten haben, verabschiedet – und das wollen wir mit einem Sieg machen. Ein Sieg wäre auch ein Dankeschön an unsere Zuschauer, die uns die ganze Saison über unterstützt haben. Auch wenn in dieser Saison nicht alles so funktioniert hat, wie wir uns das vorgenommen hatten. Man setzt sich als Mannschaft Ziele, doch manchmal passieren gewisse Dinge, wie dass man auf einmal ohne Torwart dasteht. Das sind Dinge, aus denen werden wir als Mannschaft und Verein lernen. Dieses Jahr zahlten wir Lehrgeld, rückten dadurch aber auch enger zusammen. Wir wollen uns nächste Saison personell so aufstellen, dass so etwas nicht noch mal passiert. In den letzten drei Spielen wollen wir jetzt einen schönen Abschluss finden und dann beginnt schon die Vorfreude auf die neue Saison. 

11ER: Wie sieht es personell für das Spiel gegen Kürenz aus?

Becker: Wir werden bestimmt wieder den ein oder anderen A-Jugend-Spieler hochbekommen, die mit Blick auf die nächste Saison Erfahrung sammeln können. Unsere erste Mannschaft muss gerade auf sich schauen und aufgrund der Stammspielerregelung könnten sie uns ohnehin kaum unterstützen. Der Ein oder Andere weiß schon, dass er in den nächsten drei Wochen mehr Spielzeit bekommen wird. Ich bin aber sehr zuversichtlich – auch was die A-Jugend-Spieler betrifft. Sie zeigen eine hohe Bereitschaft und sind trotz ihres jungen Alters bereit, sich zu opfern und an Wochenenden zweimal zu spielen. Das ist nicht selbstverständlich.