In einem Kollaps, wie man ihn nur selten sieht, schenkte der SV Tawern II den Sieg bei der SG Wincheringen her. Die Hausherren sicherten sich wiederum den nächsten Sieg und mit diesem auch die Tabellenführung.

Nach dem guten Auftritt gegen Euren und dem Überraschungserfolg gegen Konz war die Tawerner Reserve auch gegen die SG Wincheringen auf Punkte aus. Diesem Plan wurden die Gäste gerecht, denn Paul Weirich traf in der 17. Minute zur Führung. Wincheringen tat sich schwer und ging mit dem Rückstand in die Pause. Auch nach dem Seitenwechsel war vom Favoriten wenig zu sehen. Stattdessen bestimmte die SVT-Zweitvertretung das Geschehen und legte durch Jonas Müller das 0:2 nach (65.). Für die Tawerner war es eine verdiente Führung, die man allerdings binnen Minuten herschenken sollte:

Kurz nach dem Anschlusstreffer von Patrick Scherer (73.) sah Michael Magalios aufgrund eines Fouls mit anschließendem Ballwegschießen in einer Aktion die Gelb-Rote Karte (76.). Wincheringen nutzte die Überzahl und glich nach einem Standard durch Michel Philipps aus. Nur drei Minuten später sah auch Tawerns Torschütze Müller wegen einer Undiszipliniertheit die Ampelkarte. Zwei Minuten darauf erwischte Tawerns Schlussmann Max Kintgen einen Spieler der Hausherren außerhalb des Strafraums. Die Folge: Rote Karte aufgrund einer Notbremse. Den fälligen Freistoß schoss Sebastian Wolf zur Wincheringen-Führung ins Netz (84.). 

In dreifacher Unterzahl waren die Hausherren nun die spielbestimmende Mannschaft. Entschieden war die Partie aber noch nicht, denn in der 95. Minute zeigte der Unparteiische auf den Elfmeterpunkt – pro Tawern. Die Gäste konnten das Geschenk allerdings nicht nutzen, verschossen und kassierten im Gegenzug durch einen abgefälschten Schuss das 4:2 (97.). So stand am Ende ein Sieg Wincheringens, durch den die Hausherren mit dem TuS Trier-Euren gleichzogen. Da die SGW jedoch ein besseres Torverhältnis hat, führt man die Liga nach der Herbstmeisterschaft erneut an.

Dass dafür allerdings eine Menge Zutun Tawerns nötig war, kann auch Wincheringens Trainer Bastian Hurth nicht bestreiten: „Die erste Halbzeit war noch relativ ausgeglichen und umkämpft. In der zweiten Halbzeit versuchten wir, es besser zu machen, kamen aber nicht richtig ins Spiel. Tawern machte verdient das 0:2. Wir wechselten und ab da war es eine komplett andere, verrückte Partie. Am Ende war es ein glücklicher Sieg, weil Tawern 70 Minuten lang klar besser war.“

Drastische Worte fand Tawerns Trainer Torsten Konter, der kaum glauben konnte, was sich am Sonntag in Merzkirchen abgespielt hat: „Unser Matchplan ging bis zur 73. Minute voll auf. Wir lagen mit 0:2 in Führung und hätten eigentlich weiter vorne liegen müssen. Was dann passiert ist, habe ich als Spieler und Trainer so noch nicht gesehen. Wir brachten uns durch zwei Undiszipliniertheiten selbst binnen zehn Minuten um den verdienten Lohn. Darüber wird definitiv zu sprechen sein. Es ist für mich ein Stück weit unverständlich. Man muss es eigentlich so sagen: Heute hat nicht die schlechtere Mannschaft verloren, sondern die dümmere.“

Foto: Archiv/Sandra Maes