11ER: Sie sind mit einem Punkt in die neue Spielzeit gestartet und hatten dabei drei völlig unterschiedliche Spiele. Wie bewerten Sie den Saisonauftakt Ihrer Mannschaft?
Jérôme Kolling: Wir hatten viele Urlauber, was es uns in der Vorbereitung schwer machte. Wenn ich Trainerkollegen höre, war das jedoch überall der Fall. Leider haben wir aber deswegen noch Sand im Getriebe. Im ersten Saisonspiel gegen Irsch zeigten wir eine gute Moral und machten es hintenraus sehr gut. Da ging die Tendenz in unsere Richtung und geht das Spiel fünf Minuten länger, entscheiden wir das Spiel meiner Meinung nach für uns. Gegen Salmrohr haben wir die Grundtugenden wie Lauf- und Kampfbereitschaft vermissen lassen. In Wittlich waren wir die ersten 20 Minuten nicht im Spiel. Danach waren wir nicht unbedingt die klar bessere Mannschaft, hatten aber die klareren Torchancen. Wir sind nach einer Saison, die nicht gut lief, abgestiegen. Als es dann durch den strittigen Elfmeter zur Wittlicher Führung kam, gingen bei uns die Köpfe nach unten. Am Ende mussten wir aufmachen und kassierten zwei weitere Tore. Die Niederlage war dann verdient, weil auch in diesem Spiel teilweise die Grundtugenden fehlten. Wir wollen den Start nicht so hoch hängen. Gestern (2:3 im Rheinlandpokal gegen Rheinlandligist Schweich, Anm. d. Red.) machten wir ein gutes Spiel. Das stimmt mich positiv.
11ER: Abseits der teils fehlenden Grundtugenden – wo sehen Sie aktuell die größten Baustellen?
Kolling: Ich bin selbst schon aus der Rheinlandliga in die Bezirksliga abgestiegen. Das ist für Mannschaften nicht leicht. In der Rheinlandliga war man in der letzten Saison auf Reaktion ausgelegt. In der Bezirksliga sind wir nun mehr am Drücker, tun uns damit aber noch schwer. Das ist auch eine Frage des Selbstvertrauens, das man sich nach einer Saison wie der letzten erst erarbeiten muss.
11ER: Zogen Sie mit Malte Cales kürzlich einen Jugendspieler hoch?
Kolling: Malte spielt für unsere A-Jugend und die hat weiter Vorrang. Wir wollen Nachwuchsspieler aber sporadisch einsetzen. Es sind ein paar sehr gute Jungs dabei und nicht nur Malte. Im letzten Spiel war zum Beispiel auch Darius Onutan dabei.
11ER: Sollen die Jugendspieler in der kommenden Zeit weitere Einsätze sammeln?
Kolling: Wie gesagt: Die A-Jugend hat Vorrang. Sie spielt in der Rheinlandliga und damit sind wir gut aufgestellt. Wenn die Jungs mal spielfrei haben oder es sich anbietet, wollen wir sie aber langsam an den Seniorenbereich heranführen.
11ER: Im kommenden Spiel wartet die SG Ellscheid, die überraschend gut gestartet ist und noch keine Punkte abgab. Was erwarten Sie gegen die Elf von Markus Boos?
Kolling: Ich erwarte eine Mannschaft, die mit breiter Brust anreist. Sie haben drei Spiele gespielt und drei gewonnen. Im letzten Spiel konnte Ellscheid auch Lüxem schlagen, das mit zwei Siegen gestartet war. Da kommt ein spielstarker, sehr guter Gegner auf uns zu, der bestens eingestellt sein wird. Ich kenne Markus noch gut aus seiner Zeit im Jugendbereich.
11ER: Wie sieht es personell bei Ihrem Team aus?
Kolling: Die Personaldecke wird etwas dünner. Joschka Trenz hat eine Schambeinentzündung und auch Marius Lempges fällt mit einer aus. Fynn Juchmes hat Hüftprobleme. Dennis Ewen verletzte sich gestern am Knöchel, da steht die Diagnose noch aus. Jonas Kockelmann fiel bisher mit Knieproblemen aus, ist aber im Aufbautraining und auf einem guten Weg. Hinter ihm steht noch ein Fragezeichen.
