Die SG Pölich hielt nach der Thalfang-Überraschung auch dem Spitzenreiter aus Kordel stand – und machte in Unterzahl einen Rückstand wett. Ein Erfolg für die Moselaner, ein Ärgernis für die Kordeler, die zum zweiten Mal in Folge ohne Dreier blieben.

Der Plan der SG Pölich ging lange Zeit auf: Die Moselaner standen kompakt, hielten die Null und lauerten mit ihrem starken Umschaltspiel auf Fehler des Spitzenreiters. Diese blieben allerdings aus, sodass sich im ersten Durchgang wenig tat. Erst in der Schlussphase nahm die Partie wirklich an Fahrt auf, als Pölichs Jan Junges nach Foulspiel nahe der Mittellinie die Rote Karte sah (37.) und die Kordeler ihre Überzahl in Person von Marc Willems (45.+ 4) in eine 0:1-Pausenführung verwandelten. Entschieden war die Partie dadurch allerdings noch nicht.

Trotz Unterzahl verhinderten die Pölicher im zweiten Durchgang weitere Einschläge und schlugen im Gegenzug eiskalt zu: Ein Ball in die Spitze fand Mike Scholer, der zum 1:1 abschloss. Der Spitzenreiter versuchte im Anschluss alles und kam in der Schlussphase zu hochkarätigen Chancen, blieb aber letztlich erfolglos. So durften sich die Hausherren nach dem Thalfang-Coup über den nächsten Zähler freuen. 

Auf der Gegenseite blieben die Kordeler zum zweiten Mal in Folge ohne Dreier und ließen den Tabellenzweiten aus Thalfang auf fünf Punkte heranrücken. Durchaus unnötig, denn die Möglichkeiten, zu gewinnen, waren laut SGK-Trainer Christian Adams trotz verbesserungswürdiger Leistung vorhanden: „Wir waren nicht zwingend genug und spielten zu viele lange Bälle, zu wenig in den Fuß. Hinten ließen wir wenig zu, aber  Pölich nutzte eine ihrer beiden Torchancen. Auch in Überzahl waren wir nicht zwingend genug, müssen das Spiel aber trotzdem klar gewinnen. Alleine in den letzten zehn Minuten hatten wir drei Hundertprozentige. Ich bin deshalb nicht zufrieden mit unserem Spiel. Auch, weil wir uns der Spielweise Pölichs anpassten. Wir haben noch fünf Punkte Vorsprung, doch es wird jetzt Zeit, dass wir den Hebel wieder umlegen.“

Auf der Gegenseite sah Pölichs Spielertrainer Sandro Kreten einen „gar nicht so unverdienten“ Punktgewinn: „Kordel hat eine super Truppe und war uns von Anfang an überlegen. Wir standen aber gut und spielten immer wieder nach vorne. Ich hatte deshalb bis zur Roten Karte das Gefühl, dass etwas möglich ist. Wir machten in Unterzahl genau so weiter und die Mannschaft zog es durch. Wie es dann manchmal so ist, fand Kordel in Überzahl nicht die passende Lösung. Hier und da hatten wir das nötige Spielglück, doch am Ende war der Punkt gar nicht mal so unverdient.“