11ER: Ihre Mannschaft ist nach dem 2:1-Erfolg in Kenn erstmals Tabellenführer der Kreisliga A. Welche glorreiche Reise liegt hinter Ihnen?
Sebastian Lorenz: In den bisherigen 13 Spielen waren 39 Punkte zu vergeben. Wir haben 30 davon geholt und können folglich mit dieser bärenstarken Hinrunde sehr zufrieden sein mit dem Saisonverlauf. Die Jungs haben sich das verdient. Man bedenke, dass fast alle Spiele über lange Zeit auf Messers Schneide stehen, das Spielglück aber oft auch auf unserer Seite war. Doch ich bin stolz auf die bisherige Leistung und die Punkteausbeute.
11ER: Ist diese Entwicklung auch das Ergebnis der nachhaltigen Jugendarbeit?
Lorenz: Mit Sicherheit, ja. Wir haben uns mit vier A-Jugend-Spielern vor der Saison verstärkt. Omran Rahmani und Philipp Riemekasten haben sich in die erste Elf gespielt und fast alle Spiele komplett mitgemacht. In der SG wird seit vielen Jahren eine sehr gute Nachwuchsarbeit betrieben. Wir stehen im regen Austausch mit den Trainern der Jugendmannschaften. Ziel ist immer, möglichst viele Nachwuchskicker in den Seniorenbereich zu integrieren.
11ER: Wer sind die vier A-Jugend-Spieler, die den Sprung geschafft haben?
Lorenz: Philipp Riemekasten bringt sehr viel Geschwindigkeit und eine gute technische Ausbildung mit. Er agiert stark im Eins-gegen-Eins, kommt über die Außenbahnen mit sehr viel Tempo. Körperlich muss Philipp noch zulegen. Ein weiterer Youngster, der fast immer spielt, ist Omran Rahmani. Er fungierte zuletzt oft links oder rechts in der Viererkette, fast immer von Anfang an. Zuletzt stand er auch auf der Sechs seinen Mann. Omran ist ein guter Zweikämpfer, ein unangenehmer Gegenspieler mit einer guten Körperlichkeit. Im Zweikampfverhalten ist er für sein Alter schon sehr abgezockt, muss im Spiel mit dem Ball aber noch zulegen. Maximilian Knies und Mathis Schu haben erst zwei Spiele absolviert, weil sie verletzt sind. Maxi laboriert an einem Bänderriss, Mathis an einer Sprunggelenk-Ecksprengung. Wir hoffen nach der Winterpause auf deren Rückkehr ins Team.
11ER: Welche Stärken hat Ihre Mannschaft generell?
Lorenz: Über die letzten zwei Jahre hinweg haben wir unser Spielsystem weiter ausgebaut und besser abgestimmt. Wir haben klare Abläufe und klare Absprachen. Bis auf Roan Webel, der in die Rheinlandliga wechselte, hatten wir keine Abgänge. Jeder kennt seine Aufgaben. Vieles lösen wir fußballerisch. Es ist von Vorteil, wenn man längere Zeit mit den gleichen Jungs zusammenarbeiten kann. Wir trainieren auch mit der zweiten Mannschaft gemeinsam, pflegen einen guten Austausch, sodass auch Leute austauschbar sind und jederzeit ins Wasser geworfen werden, wenn wir in der Ersten knapp mit den Leuten sind.
11ER: Auswärts ist ihr Team zweitstärkste Mannschaft der Liga. Was sagen Sie zu fünf Auswärtssiegen?
Lorenz: Wir haben jeweils 15 Punkte zuhause und auswärts generiert. Von daher ist es egal, wo wir spielen. Mit unserem Selbstvertrauen und Selbstverständnis fallen Dinge leichter, unser Spiel durchzuziehen. Wir gehen sehr oft an unser Leistungsmaximum, auch auswärts.
11ER: Sie waren fast fünf Jahre Trainer beim nächsten Gegner, der SG Weintal Oberemmel/Wiltingen/Krettnach. Wie schätzen Sie diese Mannschaft aktuell ein?
Lorenz: Die SG Weintal spielt eine bärenstarke Saison als Aufsteiger, ähnlich wie unsere voriges Jahr, als wir auch neu in der Liga waren. Sie haben in Trier-Irsch 3:1 gewonnen. Das sagt schon alles über ihre Qualitäten. Sie lösen ebenfalls viele Dinge mit fußballerischen Mitteln. Es wird ein harter Brocken für uns.
11ER: Wie beurteilen Sie die Stärken ihres Torwarts Raphael Bernard?
Lorenz: Er ist ein starker Rückhalt und spielt eine überragende Saison, auch weil er uns schon einige Punkte festgehalten hat. Raphael ist mit Anfang 20 mit sehr guten Reflexen ausgestattet und mit Ball am Fuß richtig gut. Zudem ist er ein guter Typ, der immer einen coolen Spruch auf den Lippen hat. Zudem ist Raphael extrem ehrgeizig. Mit Martin Bloise hat er auch einen top Torwarttrainer an seiner Seite.
