Mit Riesenschritten bewegt sich die Spielgemeinschaft aus der hohen Eifel in Richtung Rheinlandliga. Das 4:3 in Schweich bewahrte die Stölben-Elf vor einem echten Saisonkrimi. Mit weiterhin sechs Punkten Guthaben auf den ersten Verfolger FC Bitburg haben die Schneifeler beste Aussichten auf den Titel. Die Mosella haderte trotz dominanter Spielweise und etlicher Hochkaräter mit ihrer Chancenausbeute. Neben der SG Buchholz dürfte auch der SV Niederemmel nach deren knapper 1:2-Niederlage in Wallenborn den Rückzug in die A-Liga Mosel antreten. Einzig der dritte Absteiger wird noch gesucht. Da kann noch einiges passieren.
FC Bitburg – TuS Schillingen
4:1 (2:0)
Einen sicheren und ungefährdeten 4:1-Erfolg feierte Schneifel-Verfolger FC Bitburg gegen Aufsteiger Schillingen. Bitburg spielte wie aus einem Guss und legte bereits nach 18 Minuten durch Simon Floß das 1:0 vor. Doch die Abwehr des Tabellenzweiten musste auf der Hut sein vor der sprichwörtlichen Konterstärke der Hochwälder, die versuchten, über ihren Topstürmer Tobias Anell Nadelstiche zu setzen. Eine dieser Umschaltbewegungen wäre beinahe erfolgreich zu Ende gespielt worden, doch Anell bugsierte die Kugel im Torwart-Duell mit Daniel Ternes über die Latte. Bitburg blieb am Drücker und stellte durch den wieder umsichtig Regie führenden Daniel Braun nach 26 Minuten auf 2:0. Floß traf anschließend nur die Latte. Bitburgs Trainer Fabian Ewertz bezeichnete den Anschlusstreffer der Gäste als „wie aus dem Nichts entstanden“, war aber von der Leistungsbereitschaft seiner Mannschaft überzeugt. „Wir haben viel Tempo gemacht und Druck entwickelt sowie sehr viele gute Aktionen über Außen inszeniert.“ Anell traf in der 53. Minute aus dem Gewühl heraus zum 1:2. „Komischerweise haben wir nach 35 Minuten etwas zurückgefahren, sodass die Partie ausgeglichener wurde“, blieb Ewertz eine lethargische Phase seines Teams nicht verborgen. Als Davis Spruds nach einem Eckball mit einem herrlichen Kopfball das 3:1 erzielte, war die Partie entschieden. Auch in der Folge blieb Bitburg dominant, hatte aber bei weiteren Alutreffern von Floß und Braun Pech bei seinen Aktionen. Den Schlusspunkt setzte Andrew Salter nach feinem Querpass von Dennis Wadych mit dem 4:1. „Persönlich hatte ich nicht das Gefühl, dass irgendetwas anbrennen würde. Wir haben das routiniert und mit Tempo runtergespielt.“ Schillingens Trainer Gerd Morgen hielt sich mit Kommentaren zurück und konstatierte, dass „wir uns hier gut verkauft haben. Das ist im Moment das Wichtigste. Die Niederlage ist abgehakt. Wir haben verloren und basta“.
SG Geichlingen – SV Leiwen
2:3 (2:1)
Unter die Kategorie „selbst schuld“ fiel die Niederlage der Geichlinger gegen Leiwen. „Irgendwo haben wir uns heute selbst geschlagen, weil wir es nicht verstanden haben, uns effektiver in Szene zu setzen“, sprach Geichlingens Trainer Frank Hermes von einer vermeidbaren Niederlage. Die Eifeler wurden früh kalt erwischt, als Heiko Schmitt nach sechs Minuten der Führungstreffer gelang. Doch die Hausherren drehten die Partie umgehend, kamen durch Pascal Müller postwendend zum Ausgleich und legten durch Andre Röll die Führung vor (15.). Ein Missverständnis zwischen Torwart und Abwehrspieler führte kurz nach der Pause zum Leiwener Ausgleich durch den wuseligen Axel Thomas. Dem Leiwener Siegtreffer ging ein „unnötiges Foul von uns in Höhe der Seitenauslinie voraus. Dabei machte unser Torwart eine unglückliche Figur“, beschrieb Hermes jene entscheidende Szene aus der 60. Minute. Leiwen verteidigte mit großer Leidenschaft und Hingabe den Vorsprung und durfte sich als glücklicher, aber nicht unverdienter Sieger feiern lassen. SGG-Coach Hermes konstatierte abschließend, dass „wir zwei-, dreimal bis zur Grundlinie durchkamen, doch der letzte Pass nicht kam“. Während Leiwen im Abstiegskampf ein kleiner Befreiungsschlag gelang, verpasste Geichlingen die Möglichkeit, sich vorzeitig in Sicherheit zu bringen.
SG Kyllburg – SG Buchholz
5:2 (5:2)
Ein Mann überstrahlte alles an jenem Freitagabend: Daniel Robertz gelang nicht nur ein lupenreiner Hattrick. Der 22-Jährige sorgte mit vier Buden auch für ausgelassenen Jubel bei den Kyllburgern, die nach der Partie den Klassenerhalt ausgiebig feiern durften. Robertz sorgte mit seinem Doppelschlag in der sechsten und siebten Minute für eine Blitzführung. Als der Kyllburger Angreifer acht Minuten später das 3:0 besorgte, war die Partie bereits nach einer Viertelstunde durch. „Das Ding war nach einer Viertelstunde auch in den Köpfen der Spieler gelaufen. Wir haben zwar noch ein paar Tore erzielt, doch wirklich gut haben wir nicht gespielt. Der Klassenerhalt stand im Vordergrund und da können wir erst mal durchatmen und ein bisschen feiern“, fielen Kyllburgs Trainer Roger Reiter gleich dutzendweise Steine vom Herzen. Yannic Nau traf zum 1:3 für die tapfer spielenden und blutjungen Manderscheider, doch eine wirkliche Siegchance hatte das Team von Lukas Reffke nicht. Robertz stellte nach 33 Minuten auf 4:1, ehe Nau auf 2:4 verkürzte (38.). Den Schlusspunkt unter eine fabelhafte erste Halbzeit setzte Christopher Keil mit dem 5:2 (42.).
1:3 (0:2)
Trotz zweier strittiger Entscheidungen, die zu Lasten der Heimelf führten, besaß Ralingen nicht die Durchschlagskraft, die es bedurft hätte, um die cleveren Gäste aus dem Saartal zu schlagen. Nachdem sich die Irscher auf der rechten Seite schön durchkombiniert hatten und Christopher Boesen das 0:1 gelang, erhitzte das 0:2 die Gemüter der Sauertaler Anhänger. „Es war eine Kann-Entscheidung, über die man diskutieren kann. Meiner Meinung hat der Verteidiger erst den Ball, dann den Stürmer getroffen. Doch Kramp ist ein abgezockter Junge, der in so einer Situation schon mal fällt. Man kann, muss den Elfmeter aber nicht geben“, haderte Ralingens Trainer Martial Servais mit Schiedsrichterin Helena Euskirchen. Nicolas Jakob verwandelte den Strafstoß sicher – 0:2 (39.). Bei dem Freistoß, der in der 65. Minute zum 0:3 führte, „wusste niemand so richtig, was da gepfiffen wurde. Doch ich will nicht darauf rumreiten, denn unsere Leistung war der Situation, in der wir uns befinden, nicht angepasst“. Servais betonte, dass „wir uns erst ab der 70. Minute mehr zugetraut haben, als wir schon mit dem Rücken zur Wand standen. Unterm Strich war das nicht genug von uns“. Nach dem 3:0 durch das Freistoßtor von Nicolas Jakob erzielte Daniel Barth aus 18 Metern nur noch das 1:3 (68.). Zuvor scheiterten Joe Schilz und Felix Denkinger am großartig parierenden Saartal-Keeper Jakob Heinz. Für die Saartaler bedeutete der Dreier im Sauertal den Klassenerhalt, während sich über Ralingen die Wolken zusehends verdunkeln.
SG Neuerburg – SG Ruwertal
1:0 (0:0)
In einer vorgezogenen Partie fuhren die Säubrenner den vierten Heimsieg in Folge ein. Im Rahmen der Einweihung des neuen Vereinshauses kamen über 500 Zuschauer an den Lüxemer Grünewald und bejubelten in der 75. Minute den Siegtreffer von Raphael Ney, der ein Zuspiel von Tim Weber verwertete. „Kulisse und Spiel haben gepasst, doch wir hätten uns nicht beschweren dürfen, wenn die Partie Remis ausgeht“, sah Wittlichs Sportchef Harry Wehlen eine Partie auf gutem Niveau.
SG Geisfeld – SG Daleiden
0:0 (0:0)
In einem ausgeglichenen und chancenarmen Spiel sorgten lediglich die Schneeschauer, die den Platz in Geisfeld zeitweise mit einer weißen Pracht überzogen, für die einzigen Highlights. Marvin Plunien hatte für die Gastgeber die große Chance zur Führung, auf der anderen Seite ließ Joschka Trenz die Siegchance für die Westeifeler aus.
SG Wallenborn – SV Niederemmel
2:1 (1:1)
Wallenborns Trainer Stephan Zimmer wechselte im Zuge seines Dreifachtauschs in der 60. Minute mit Daniel Zunk den Sieg ein. Der 21-Jährige Stürmer der SGW erzielte acht Minuten vor dem Ende den 2:1-Siegtreffer. „Der Sieg fällt etwas glücklich aus“, befand Zimmer nach der auf Augenhöhe stattfindenden Partie. Benedikt Vogedes hatte die Moselaner in der zehnten Minute in Führung geschossen, ehe Sebastian Zimmer nach einer halben Stunde egalisierte. Die Partie stand auf des Messers Schneide, auch weil Sebastian Schäfer und Marcel Koster für den SVN sowie Florian von Landenberg für die Heimelf nur Alu trafen. „Niederemmel hat sich gut verkauft. Ein Unentschieden hätte dem Spielverlauf eher entsprochen“, befand Zimmer, während Niederemmels Sportchef Günter Schäfer konstatierte: „Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison. Man könnte immer dasselbe schreiben: Wir spielen gut mit, haben Chancen, doch am Ende stehen wir wieder mit leeren Händen da.“