Auch Wallenborn schaffte es im gut besuchten Kirmesspiel nicht, dem Ligakrösus aus Bitburg ein Bein zu stellen. Der 3:1-Auswärtserfolg bedeutete den zehnten Sieg im zehnten Spiel, der klare Rückschlüsse auf die wahre Stärke des Tabellenführers zulässt. Binnen acht Minuten drehte der Branchenführer eben mal einen Rückstand, den sich Wallenborn mit einer kompakten Vorstellung 60 Minuten lang erzwungen hatte. Im Dunstkreis des einsamen Tabellenführers bewegt sich allein die Schweicher Mosella, die mit einem 4:1 bei RW Wittlich dem ehemaligen Geheimfavoriten jegliche Träumereien ausgetrieben haben dürfte. Im Souterrain gelang Badem ein wichtiger Dreier.
SG Bettingen – SG Wittlich
0:2 (0:1)
„Kampf und Leidenschaft haben gestimmt, ich bin durchweg zufrieden mit der Leistung und dem Engagement meiner Mannschaft“, freute sich Wittlichs Trainer Christoph Krähling über den sechsten Saisonsieg, der seine Mannschaft auf Rang drei vorrücken ließ. Weil es seit Tagen geregnet hatte, musste die Lokalmannschaft auf den Hartplatz nach Mettendorf ausweichen. Auf diesem entwickelte sich vor 170 Zuschauern eine lebhafte Partie, in der die Gäste die weitaus größere Anzahl an Chancen besaßen. Die erste davon nutzte Daniel Mehrfeld zur Führung, als sich Moritz Budinger durchgesetzt hatte und Mehrfeld volley abzog (7.). Trotz weiterer klarer Chancen dauerte es bis zur 82. Minute, ehe Wittlich den Deckel endgültig drauflegte. Nils Valerius, der erst in der 68. Minute für den bis dato glücklos agierenden Torjäger Raphael Ney ins Spiel kam, hatte einen Bettinger Querschläger mit dem Kopf über Torwart und letzten Abwehrspieler gelegt. „Nach dem 1:0 hat uns Bettingen ordentlich zugesetzt, die dadurch entstehenden Räume haben wir leider nicht genutzt, um das Spiel früher zu entscheiden“, betonte Krähling später. Bettingens Trainer Marco Wallesch beklagte nicht nur die länger werdende Ausfallliste, sondern auch, dass „wir uns im ganzen Spiel keine einzige, echte Torchance erspielen konnten. Willen und Mentalität waren da, doch damit allein gewinnst du keine Spiele. Die Durchschlagskraft hat gefehlt“. Die Einstellung sei definitiv in Ordnung gewesen.
SG Rascheid – TuS Schillingen
3:0 (3:0)
Vor rund 400 begeisternden Zuschauern auf der Rascheider Heide entschied die Lokalelf die diesmal einseitige Partie schon früh zu ihren Gunsten. Das passte vor allem für den gesperrten Spielertrainer Sven Gaspers: „Wir waren von der ersten Minute an sehr giftig und hatten unzählige Balleroberungen im Mittelfeld, woraus auch die Tore gefallen sind. Da mit Schillingen kämpferisch immer zu rechnen ist und wir in der Defensive super sicher gestanden haben, haben drei Tore zum Sieg gereicht. Wir hatten eine Vielzahl an Tormöglichkeiten, doch Heiko Witt in deren Tor hat auch sehr gut reagiert.“ Bereits nach neun Minuten hätte es der fleißige Dauerläufer Andy Rauen „dunkel“ machen können, doch er scheiterte mit seinem Schuss an Witt. In der Folge der gleichen Szene traf Lukas Jonas mit einem Heber aus 25 Metern zur Rascheider Führung. Christian Alt kannte in der 23. Minute kein Erbarmen, als der Spielertrainer der Rascheider von Dean Dederichs perfekt bedient wurde und das 2:0 nachlegte. Mit dem 3:0 von Martin Kolz, nachdem Jonas durchgesteckt hatte, war das Derby neun Minuten später entschieden (32.). „Wir haben keine spielerischen Akzente setzen können und keine richtige Siegchance gehabt“, kritisierte TuS-Coach Gerd Morgen die ausbleibende Leistungssteigerung.
SG Körperich – SG Saartal Schoden
1:1 (1:0)
Im insgesamt dritten Kirmesspiel in Nusbaum sahen die gut 200 Zuschauer ein Spiel der vergebenen Möglichkeiten. „Wir müssen das Spiel gewinnen, weil wir die klareren Chancen hatten, doch wenn es unglücklich läuft, können wir das Spiel auch verlieren“, sah Körperichs Trainer Frank Hermes drei vergebene Großchancen von Andre Röll. Doch Jonas Krista im Schodener Kasten war aufmerksam. Bevor Röll nach einem Schnittstellenpass von Timur Crnovsanin, der im Mittelfeld weite Wege ging, zum Körpericher 1:0 traf (20.), hatte Schodens Torjäger Lukas Kramp mit einem Pfostenschuss (16.) Pech. Das Pech verfolgte den wieselflinken Angreifer auch kurz vor der Pause, als Kramp mit einem Foulelfmeter am Aluminium scheiterte. Körperich erspielte sich insbesondere nach dem Wechsel einige sehr gute Möglichkeiten, doch Krista blieb bei den stets gefährlichen Standards Sieger. Die 87. Minute brachte dann doch noch den Ausgleich für die „aufopferungsvoll kämpfenden“ Gäste, als eine Ecke zunächst gut ins Zentrum verteidigt wurde, Nico Ockfen aus 18 Metern abzog und Matthias Burg im SGK-Tor parierte, doch gegen den zurückprallenden und von Fabian Müller letztendlich abgefälschten Ball machtlos war. „Wir haben uns für den Kampf mit dem Punkt belohnt. Es gab Phasen, in denen beide Teams hätten in Führung gehen können“, sah Saartal-Coach Heiko Niederweis einen gerechten Spielausgang.
SG Ruwertal – SV Konz
2:1 (1:0)
Die Bedeutung des dritten Ruwertaler Saisonsieges brachte Coach Jan Stoffels kaum treffender auf den Punkt: „Es sind drei Punkte, alles andere ist egal. Es war kein schönes Spiel auf einem schwierig zu bespielenden Platz in Kasel. „Wir haben heute auch mal das Glück für uns beansprucht und in der zweiten Halbzeit kämpferisch überzeugt“, sah Stoffels auch eine starke Konzer Mannschaft. Die Gäste gingen mit ihren zahlreichen Chancen hausieren. „Wir waren nicht gallig, zielstrebig und konsequent genug, sonst hätten wir nach 20 Minuten schon 3:0 führen können. Wenn man als Spieler weiß, dass das ein Sechs-Punkte-Spiel ist, muss ich als Trainer mehr erwarten. Da bin ich ehrlich und schon etwas enttäuscht von unserer Darbietung, vor allem in der ersten Halbzeit“, monierte Konz‘ Coach Thomas Berens die fehlende Gier nach dem Erfolg. Ruwertal sei „einfach cleverer gewesen und hat uns mit ihrem robusten Stil den Schneid abgekauft“. Marvin Renner hatte die SGR nach erfolgreich bestrittenem Luftkampf in Führung gebracht (45.), doch Merlin Weis glich nach feiner Vorarbeit von Nicolas Hengel und Stefan Becker kurz nach der Pause aus (53.). Nach einem Abstimmungsfehler zwischen Torwart und Innenverteidiger nutzte Pascal Fuchs die Situation mit einem Schuss ins Eck zum Siegtreffer.
SG Arzfeld – SG Ralingen
7:0 (3:0)
Nach vier Spielen ohne Sieg und dem Rheinlandpokal-Aus beim A-Ligisten FSG Ehrang kehrte Arzfeld in die Erfolgsspur zurück. Der allererste Heimsieg der Saison trug mehrere Namen. Andreas Theis eröffnete in der vierten Minute den Torreigen, als der Arzfelder Spielertrainer über die rechte Außenbahn von Pascal Krämer in Szene gesetzt wurde. Jan Mayers (20.) und Marius Lempges stellten noch vor der Pause auf 3:0, ehe es kurz nach dem Wechsel munter weiterging mit dem Toreschießen. Doppeltorschütze Andreas Zender netzte in der 49. und 72. Minute und profitierte von Freistoßvorlagen von Krämer. Der überragende Krämer war es auch, der seiner starken Leistung in der 69. Minute mit dem 6:0 die Krone aufsetzte. Julian Propson traf zuvor zum fünften Tor. „Es war ein Befreiungsschlag, eine gute Teamleistung und ein auch in der Höhe jederzeit verdienter Sieg“, sah Theis eine konsequent agierende eigene Elf.
SV Leiwen-Köwerich – SG Badem
0:2 (0:2)
Mit einer „guten und mannschaftlich geschlossenen Leistung“ (Roger Reiter) kehrte Badem in die Erfolgsspur zurück. „Wir hatten Ballkontrolle, standen in der Abwehr gut sortiert und haben unsere Spielzüge ordentlich zu Ende gespielt“, zeigte sich Badems Coach Reiter zufrieden. Rudi Thömmes auf Leiwener Seite war nach den beiden Gegentoren von Marius Reiter und Daniel Robertz von seinem Team enttäuscht: „Der Sieg von Badem geht voll und ganz in Ordnung. Wir waren nicht auf der Höhe, haben keine Laufbereitschaft und keine Aggressivität gezeigt.“
1:4 (1:1)
Mit einer starken Leistung im zweiten Durchgang zog die Mosella den Rot-Weissen den Zahn und zeigte sich diesmal im Ausnutzen ihrer Chancen effizient. Stephan Schleimer legte für Schweich vor (26.), ehe Fjoraldo Celanji nach feiner Vorarbeit von Albutrin Aliu nach 35 Minuten ausglich. Meliani Saim ließ die Chance zum 2:1 ungenutzt. Schweich blieb giftig und fokussiert und zeigte sich in der Folge bei seinen Abschlüssen routiniert. Pascal Kreber traf zur Führung (54.), ehe Steve Kirchen mit dem 3:1 die Vorentscheidung erzwang. Den Schlusspunkt unter eine ausgewogene Auswärtsleistung legte Philipp Laux, der in der 77. Minute zum Endstand traf. TuS-Coach Jochen Weber: „Der Schlüssel war, dass wir über 90 Minuten ein gutes Spiel gemacht und nach vorne die sich bietenden Lücken ausgenutzt haben.“