Es ist vollbracht! Die SG Ellscheid ist nach vier Jahren Bezirksliga wieder in die Rheinlandliga aufgestiegen. Die Krone setzte sich der Ligaprimus bei der so furios auftretenden SG Hochwald höchstpersönlich auf: Das Team von Niklas Wagner gewann mit 2:1 und degradierte die Konkurrenz zu Statisten. Richtig spannend wird es im Abstiegskampf. Kröv sicherte sich mit einem 1:0 in Thomm endgültig den Ligaverbleib und Dörbach, Ahbach sowie Wallenborn punkteten fleißig weiter. Die SG Buchholz blieb auch im sechsten Spiel unter Christian Mergens ohne Niederlage und hat nach dem 4:1 in Trier-Matthias die Abstiegsränge erstmals verlassen. Für extreme Spannung ist also gesorgt.

SG Hochwald – SG Ellscheid
1:2 (1:1)
Die SG Ellscheid ist durch! Mit einem hart erkämpften 2:1-Erfolg in Hentern steht das Team von Niklas Wagner vorzeitig als Meister fest und steigt in die Rheinlandliga auf. Wagner selbst posaunte sektüberströmt, dass „das heute ein extrem schweres Stück Arbeit war“. Und weiter: „Jetzt sind wir nur noch glücklich und am Ziel unserer Wünsche.“ Dabei geriet der Tabellenführer schon früh in Rückstand, als Manndecker Florian Kramp nach einer Ecke aus dem Gewusel heraus zur Zerfer Führung traf. Da waren erst sechs Minuten gespielt und Ellscheid schien bedenklich zu wanken. Aber es fiel nicht. Im Gegenteil: Mit einem Angriff über die rechte Seite mit einer Doppelaktion von Julien Augarde und Jan Fritz wurde Torjäger Marco Michels entscheidend in Szene gesetzt und der profitierte von einem genialen Rückpass in den Rücken der Abwehr vom Überraschungsmoment. „Für mich war das der schönste Angriff des gesamten Spiels“, gestand Wagner. Der Ausgleich nur sechs Minuten nach der Zerfer Führung wirkte wie Balsam auf die Ellscheider Seele. Auch danach hatte Ellscheid eine starke Phase, als der neue Meister zweimal gefährlich vor das von Heiko Witt bestens gehütete Hochwälder Tor kam. Michels traf zweimal den Pfosten, nachdem Witt den Ball mit überragenden Paraden ans Aluminium setzte. „Von den Chancen her war es schon vorher möglich, das Siegtor zu machen“, sagte Wagner. Auch Zerf hatte in der zweiten Halbzeit gute Momente, war durch Florian Lorenz und Kay Engelhardt dem Führungstreffer nah. Mit dem jungen Hans Schult wechselte Wagner schließlich den Sieg ein. Der Edeljoker traf mit seinem ersten Ballkontakt per Kopf zum viel umjubelten Ellscheider Siegtreffer. Die entscheidende Szene war schon irgendwie kurios: Nach einem Eckball ging Schult direkt vorne rein, traf mit dem Kopf erst unter die Latte, dann gegen den Pfosten und schließlich berührte der Ball auch noch das Schienbein von Witt, von dem der Ball aus über die Linie trudelte. Sei‘s drum: Ellscheid nutzte in der Schlussphase einmal mehr die Unkonzentriertheit des Gegners aus und kam durch ein Jokertor zum schlussendlichen verdienten Sieg. Die SG Hochwald setzte nach dem Rückstand alles auf eine Karte, um wengistens noch zum 2:2 zu kommen, doch alle Versuche, Daniel Neisius im Ellscheider Kasten ein zweites Mal zu überwinden, waren zum Scheitern verurteilt. Die 300 Zuschauer in Hentern, die vor Jahresfrist noch den grandiosen Aufstieg der Himmelsstürmer aus Zerf, Greimerath, Hentern und Lampaden feierten, sahen ein interessantes, auf Top-Niveau stehendes Bezirksliga-spiel. „Ich denke, dass die Zuschauer voll auf ihre Kosten kamen, denn Zerf trug zu einem wahren Fußballfest bei.“ Wahre Worte eines Meistertrainers.

SG Wallenborn – FC Bitburg
1:1 (0:0)
Wallenborns Trainer Stephan Zimmer fasste die 90 Minuten von Niederstadtfeld zähneknirschend wie folgt zusammen: „Wenn Du kein Glück hast, kommt auch noch Pech dazu. Was wir in den letzten zehn Minuten an hochkarätigen Chancen liegen ließen, geht auf keine Kuhhaut mehr. Es war zum Verrücktwerden.“ In der Tat zeigte sich Wallenborn als die aktivere und tonangebende Elf, die es in der turbulenten Schlussphase versäumte, den berühmten Sack zeitig zuzuschnüren. Bereits nach knapp einer Minute besaß die SG durch Florian von Landenberg die erste dicke Gelegenheit, als der in der 90. Minute des Feldes verwiesene Taner Weins einen Ball gerade so von der Linie kratzte. Bitburg fand nur zögerlich zu seinem Spiel und wirkte nach vorne harmlos und ohne die zündenden Ideen. SGW-Trainer Zimmer brachte mit der Einwechselung von Sebastian Hilgers zusätzliche Offensiv-Power, die sich bezahlt machen sollte: Hilgers war keine zwei Minuten auf dem Platz, da setzte der Stürmer eine Musterflanke von Patrick Hunz mit einem sehenswerten Kopfball in die Bitburger Maschen – 1:0 (56.). Weil die Bierstädter anschließend ihre vornehme Zurückhaltung aufgaben und aktiver wurden, war der Ausgleich nicht einmal unverdient. Mit einem Schuss der Marke Tor des Monats traf Arthur Schütz in das von Johannes Duckart gehütete Wallenborner Tor unhaltbar in den oberen Giebel. „So ein Tor macht Arthur Schütz vielleicht nur einmal in seinem Leben“, schmunzelte Zimmer nach dieser genialen Aktion. Die Schlussviertelstunde brachte nicht nur zwei Platzverweise gegen die Bitburger, sondern auch zahlreiche kritische Situationen, die der FCB zu überstehen hatte. Sebastian Zimmer, Andreas Hesslein, Pascal Haak und Hilgers verpassten gleich serienweise beste Chancen. Die Krönung vollbrachte Hilgers, als der Schütze des 1:1 die Kugel aus fünf Metern volle Suppe an die Latte knallte. „Ich traute meinen Augen nicht, dass dieser todsichere Ball nicht im Netz zappelte“, befand Zimmer später. „Es ist schade, dass wir uns für das hohe Tempo, das wir gingen, und die hohe Laufbereitschaft nicht belohnt haben.“ Die weiterhin im Abstiegskampf involvierten Vulkaneifeler warten seit fünf sieglosen Spielen weiterhin auf den ersten Dreier. Völlig unnötig waren dagegen die Roten Karten gegen Schütz und Weins: Schütz ließ sich in der 84. Minute zu einer Tätlichkeit hinreißen und Weins sah nach einer Schiedsrichterbeleidigung kurz vor Schluss ebenfalls den knallroten Karton.

SG Thomm – TuS Kröv
0:1 (0:1)
Kröv sicherte sich mit dem von Nils Kiesewetter in der 42. Minute sichergestellten Minimalsieg vorzeitig den Klassenerhalt. Doch die Partie in Thomm brachte auch die Schattenseiten des Fußballs zum Vorschein: Nach dem Schlusspfiff flogen mit den Krövern Dominik Pohl, Scott Beth und Felix Hieke sowie den Thommern Lars Wagner und Michael Höllen insgesamt fünf Spieler vom Platz. Traurig, dass sich zu den Tumulten auf dem Rasen auch noch Zuschauer hinzugesellten. Dabei war Thomm die aktivere Elf und hatte etliche gute Chancen zur Führung. Pascal Marx traf per Kopf die Latte, Nico Thömmes und Wagner ließen weitere Hochkaräter aus.

SG Neumagen – SV Dörbach
2:4 (2:2)
Der SV Dörbach erhielt sich mit einer couragierten und auf Angriff getrimmten Spielweise an der Mosel seine Optionen auf den Klassenerhalt. Matchwinner war einmal mehr Nils Thörner, der mit einem Dreierpack glänzte. Doch zunächst legte Tobias Böhmer für Neumagen vor, ehe Dörbach den Spieß umdrehte. Thörner traf in der 20. Minute zum Ausgleich und keine vier Minuten später blieb der Salmtaler Torjäger vom Dienst bei einem Foulstrafstoß cool – 1:2 (24.). Neumagen blieb dran und glich Sekunden vor dem Pausengetränk durch einen von Marc Lemmermeyer verwandelten Handelfmeter zum 2:2 aus. Thörner mit seinem dritten Geniestreich sowie Julian Roderich rundeten in der Schlussphase den verdienten Dörbacher Sieg ab. Bemerkenswert: Neumagens Coach Uwe Heinsdorf musste aufgrund akuter Personalengpässe die Schuhe selbst noch mal schnüren und wechselte sich in der 70. Minute für Constantin Quint ein.

DJK St. Matthias – SG Buchholz
1:4 (0:2)
Buchholz blieb im sechsten Spiel unter Christian Mergens ungeschlagen und verließ erstmals die Abstiegsränge. Die Gäste machten von der ersten Minute an ordentlich Druck und marschierten mit einer 2:0-Führung in die Kabinen. Benedikt Schlösser brachte mit einem trockenen Schuss ins Eck die Gäste in Führung, sieben Minuten später (43.) ließ Fabian Hayer mit einem Schlenzer aus spitzem Winkel das 2:0 folgen. Die DJK kam Anfang der zweiten Halbzeit besser ins Spiel, doch ein krasser Schnitzer ermöglichte den Eifelern das 3:0, als Dominic Klein von einem Missverständnis der Mattheiser Abwehr profitierte. Zwei Minuten später legte Jonas Schlösser nach Vorarbeit seines Bruders Benedikt mit dem 4:0 den Deckel drauf (78.). Das Kopfballtor von Khadin Ndione in der dritten Minute der Nachspielzeit war nur noch Kosmetik. „Das ist schon ein bisschen enttäuschend, weil wir uns zuhause schon mehr vorgenommen hatten und an die zuletzt guten Auftritte anknüpfen wollten. Die zwei individuellen Fehler sind schon sehr ärgerlich“, wirkte DJK-Coach Helmut Freischmidt etwas indisponiert. Sein Pendant Christian Mergens sprach von „einem hochverdienten Sieg. Bis auf die ersten zehn Minuten hatten wir das Spiel im Griff“. 

SG Schneifel Auw – SV Konz
6:0 (1:0)
Wie ein Herbstorkan fegte der Schneifel-Express über die hilflos wirkenden Konzer hinweg. In den ersten 45 Minuten hielt das Konzer Defensivgefüge den wuchtigen Angriffen der Auwer noch stand, doch nach dem Seitenwechsel brachen alle Dämme. Michael Kreutz sorgte im ersten Abschnitt für den einzigen hellen Moment bei den Gastgebern. Christoph Fuhrt stellte in der 56. Minute auf 2:0, in der Folge lief der SVK mehrfach in die in höchstem Tempo vorgetragenen Konterangriffe. Kreutz und ein weiterer Doppelpack von Fuhrt sowie das abschließende 6:0 durch Tim Baur machten das Konzer Debakel perfekt.

TuS Ahbach – SG Ruwertal
4:2 (1:1)
Vielleicht noch rechtzeitig kehrte der TuS Ahbach gegen Ruwertal in die Erfolgsspur zurück. Im ersten Abschnitt egalisierte Stephen Raach kurz nach dem Führungstreffer von Nico Clausen die Ahbacher Führung. Die Gäste aus Kasel profitierten in der 63. Minute von einem Aussetzer der Ahbacher Hintermannschaft, als Pascal Neumann zum 2:1 traf, doch im Schlussakkord besaßen die Eifeler die größeren Reserven. Innerhalb vier Minuten drehte der Aufsteiger die Partie und bog auf die Siegerstraße ein. Das 2:2 besorgte Spielertrainer Christian Sicken selbst. Im Anschluss an Standardsituationen trafen Clausen und Torjäger Jan Pidde zum schlussendlichen 4:2. Drei Minuten vor dem Ende sah Ruwertals Marius Gehlen die Gelb-Rote Karte. Sicken: „In der ersten Halbzeit wechselten Schläfrigkeit und gute Szenen einander ab, nach der 55. Minute waren wir wesentlich besser und aggressiver drin und haben nach dem Nackenschlag zum 1:2 eine tolle Moral bewiesen.“