07.12.2018

Nachberichte, Bezirksliga: Auw auch Wintermeister

Schneifeler bestätigen Auswärtsstärke im Saartal

Karsten Willems (in rot) führte die SG Ruwertal als Kapitän aufs Feld. Die Ruwertaler blieben in 15 Spielen ohne Niederlage und schlugen auch Wallenborn mit 5:1. Foto: Archiv

Nach dem Gewinn der Herbstmeisterschaft dürfen sich die Kicker aus der Schneifel nun auch Klassenbeste zur Winterpause nennen. Mit dem 2:0-Sieg im Saartal unterstrich der Spitzenreiter seine imponierende Auswärtsstärke. Weil Wallenborn ausgerechnet bei den jetzt in 15 Spielen in Folge punktenden Ruwertalern mit 1:5 die Segel streichen musste, stürmte die Schweicher Mosella nach einem hart erkämpften 1:0 in Schillingen auf Platz zwei. Mit dem neunten Sieg in Folge hat sich auch der FC Bitburg bis auf fünf Zähler an den Klassenprimus herangekämpft. Im Souterrain der Liga feierte Kyllburg beim Konkurrenten in Körperich einen extrem wichtigen Sieg. 

SG Geichlingen - SG Kyllburg
1:3 (0:1)
Geichlingens Trainer Frank Hermes brachte die neuerliche Niederlage seines Teams wie folgt auf den Punkt: „Wenn man die Geschenke, die der Gegner verteilt, nicht verwertet, hat man den Sieg auch nicht verdient.“ Denn bereits nach 40 Sekunden verhängte der Schiri einen Foulelfmeter für die Hausherren, doch Jannik Böwen scheiterte am reaktionsschnellen Kyllburger Schlussmann Simon Eppers. „Für mich war das eine spielentscheidende Szene. Simon war schnell unten und hat uns in der Folge mit weiteren starken Paraden vor einem Rückstand bewahrt“, verteilte Kyllburgs Trainer Thomas Schon Bestnoten an seinen Keeper. Nachdem auch Andre Röll allein auf das Kyllburger Tor zulief und ebenfalls an Eppers scheiterte, musste die Partie für die Hausherren eine negative Wende nehmen. Mit einem 25-Meter-Schuss unter die Latte sorgte Timo Schakat bei den 230 Zuschauern in Körperich für lange Gesichter. Geichlingen war weiterhin im Vorwärtsgang, doch auch Böwens Schuss aus 17 Metern, den Eppers mit den Fingerspitzen noch aus dem Winkel fischte, fand nicht den Weg ins Kyllburger Tor. Die Entscheidung reifte, als Daniel Robertz einen Freistoß am zweiten Pfosten stehend mit dem Kopf veredelte (68.) und acht Minuten später der gleiche Spieler einen Diagonalball von Jerome Kolling aus allerdings leicht abseitsverdächtiger Position ins Geichlinger Tor beförderte – 0:3. Michael Kreutz gelang in der Nachspielzeit lediglich der Ehrentreffer. „Der Sieg war extrem wichtig für uns. Wir haben uns beeindruckend für die 0:1-Hinspielniederlage revanchiert und können jetzt mit einem positiven Gefühl in die Pause gehen“, freute sich Trainer Schon über den fünften Saisonerfolg. Hermes‘ Schlussbemerkung passte ins Bild: „Wir haben mal wieder Lehrgeld bezahlt. Kyllburg hat das dann sehr souverän runtergespielt.“

SV Niederemmel - SG Neuerburg
1:1 (1:0)
„Niederemmel hat sich mit einer engagierten Leistung den Punkt definitiv verdient. Vom Zeitpunkt des Tores war das 1:1 für uns in jedem Fall glücklich“, sah Neuerburgs Coach Markus Schwind eine ansprechende Partie. Schwind betonte aber auch, dass seine Mannschaft in den ersten 20 Minuten vier hundertprozentige Gelegenheiten ungenutzt ließ. „Das ist insofern ärgerlich, weil das 0:1 durch einen Fehler aus dem Nichts fiel. Da war es ganz schwer, zurückzukommen.“ Niederemmel spielte einen guten und druckvollen Fußball und gab sich bis auf jene Szene in der 93. Minute keine Blöße in der Abwehr. Zunächst hatte Torjäger Benedikt Vogedes den Aufsteiger nach 18 Minuten in Führung gebracht. Johannes Endres verlor den Ball auf Höhe der Mittellinie im Dribbling. Weil eine Absicherung hinter Endres nicht existent war, durfte Vogedes im Sprint auf Mike Neumann im Wittlicher Tor zulaufen – 1:0 (18.). Doch Endres machte seinen Fehler wieder gut, als er in der Nachspielzeit den entscheidenden Pass spielte und Ebu Talip Osta im zweiten Nachsetzen den Ball zum 1:1 über die Linie beförderte. Zuvor ließ Niederemmel nach zwei Eckbällen zwei Topchancen aus, die Neumann mit einer super Reaktion zunichtemachte. SVN-Sportchef Günter Schäfer konstatierte, dass „die Mannschaft ein wirklich gutes Spiel gemacht hat, wir es aber wieder nicht mit der Fortuna hatten. Die Dreierkette hat gut gestanden, wir haben ein unglückliches, spätes Ausgleichstor bekommen“. 

SG Saartal Irsch - SG Schneifel-Auw
0:2 (0:2)
Neben dem Trainer freute sich auch Jan Leiendecker in seinem vorläufig letzten Spiel für den Tabellenführer über drei wichtige Punkte im Titelkampf. Der spielstarke Regisseur im Auwer Mittelfeld wird nach der Winterpause nicht mehr zur Verfügung stehen. Der 28-Jährige erwartet zum dritten Mal Nachwuchs, ist mit dem Hausbau beschäftigt und hatte im Sommer einen neuen Job, der mit einer zweimaligen, wöchentlichen Meisterschule in Koblenz einhergeht, angetreten. Jörg Stölben: „Er war der Kopf der Mannschaft und wird uns künftig extrem fehlen.“ Leiendecker zog in der spielgestaltenden Zone nochmals eifrig die Fäden. Davon profitierten auch seine Mitspieler, die bereits in der ersten Halbzeit den Punktedeckel drauflegten. Jan Pidde hatte nach Traumpass von Leiendecker aus elf Metern gegen die Laufrichtung des Keepers für die frühe Gästeführung gesorgt (14.). Sekunden vor dem Halbzeitpfiff war es dann Marco Michels, der nach Vorarbeit von Pidde sein 14. Saisontor erzielte. Die Schneifel überwintert also als Tabellenführer. Stölben betonte, dass „wir insbesondere in der ersten Halbzeit die reifere Spielanlage hatten und das 2:0 zur richtigen Zeit fiel. Der Sieg ist verdient und ich bin froh, noch mal zu Null gespielt zu haben. Jetzt können wir mit 40 Punkten beruhigt in die Winterpause gehen“. Saartal-Trainer Heiko Niederweis: „In der ersten Halbzeit hat man gesehen, weshalb Auw so weit oben steht. Sie sind in der Abwehr gut gestanden, haben über Leiendecker gute Diagonalpässe gespielt. Wir waren nicht griffig genug und eng an den Leuten dran. Die Tore sind zu einfach gefallen. In der zweiten Halbzeit hatten wir ein paar gute Chancen, doch wir hatten auch Glück, dass Michels das 3:0 nicht machte.“ Niederweis sah vier Großchancen, die nicht genutzt wurden, als Nicolas Jakob, Philipp Wallrich (zwei) und Dominik Lorth frei vor Denis Koziol auftauchten. 

SG Ruwertal - SG Wallenborn
5:1 (2:0)
Die stolze Ruwertaler Serie von 15 Spielen ohne Niederlage hat auch nach dem Wallenborn-Spiel Bestand. Wenn auch der Ruwertaler Sieg um „zwei, drei Tore zu hoch ausgefallen ist“ (O-Ton Stephan Zimmer), so ist der neuerliche Sieg der Elf von Jan Stoffels unumstritten. Bevor Pascal Neumann zur Führung traf, sorgte Philip Kartz mit einem Lattenschuss für Aufsehen. Fabian Regel legte in der 35. Minute das 2:0 nach. Wallenborn gab sich nicht auf und war drei Minuten nach Wiederanpfiff durch Kasper Wlodareks Anschlusstreffer wieder im Spiel (48.). Mitten in die Wallenborner Drangphase, als Richard Schomers und Wlodarek hätten ausgleichen können, fiel die Entscheidung, als nach Foul an Regel Karsten Willems den fälligen Elfer in die Maschen drückte – 3:1 (68.). Fünf Minuten zuvor hätte der Referee bei einer ähnlichen Szene auch Elfmeter für Wallenborn pfeifen können, nachdem Sebastian Zimmer zu Fall kam. Nach dem 1:3 machte Wallenborn auf und wurde ausgekontert. Jonas Jung gelang das 4:1 und Kartz setzte mit einem Freistoß dem Ruwertaler Spiel die Krone auf. „In der ersten Halbzeit waren wir klar besser und haben verdient geführt. Nach der Verletzung von Max Herres haben wir etwas den Faden verloren. Doch die Mannschaft hat sich noch mal aufgerappelt. Der Sieg ist verdient“, bemerkte Jan Stoffels. 

TuS Schillingen - TuS Schweich
0:1 (0:0)
Die Revanche aus dem 0:1-Hinspiel ist der Mosella auf einem schwer zu bespielenden Schillinger Hartplatz geglückt. Am Ende war Jochen Weber auch froh, „dass wir das Spiel gewonnen haben“. Schillingen fehlte auch heuer das Spielglück, als Jonas Meier und Christoph Becker im ersten Abschnitt ihren Meister im gut reagierenden Schweicher Torwart Martin Klar fanden. Die Gäste standen gut organisiert und hatten mit Markus Oltmanns einen kopfballstarken Spieler in den Defensivzonen. Auch Schweich kam zu Chancen: Ein Schuss von Lukas Bollig wurde auf der Linie geklärt, Alexander Schwarz verfehlte das Ziel ebenso knapp. Die Entscheidung reifte in der 63. Minute, als Schillingen einen Eckball nicht geklärt bekam und Alex Schabo im dritten Anlauf den Ball über die Linie stocherte. „Hintenraus hat uns etwas die Kraft gefehlt. Die Situation, die zum Gegentor führte, hätten wir anders klären müssen“, haderte TuS-Coach Gerd Morgen mit der fehlenden Körperlichkeit in jenem Moment.

SG Buchholz - SG Daleiden
3:4 (2:1)
Buchholz führte nach einem Blitzstart durch Daniel Sorge (FE) und Yannic Nau 2:0, ehe Joschka Trenz (20.), Christian Nettesheim (65.) und Pascal Krämer (75.) die Partie für die Gäste drehten. Michael Zirbes traf nochmals zum Ausgleich (80.), doch Nettesheim legte fünf Minuten vor Schluss den Sieg der Westeifeler in trockene Tücher. 

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