Eine Revolution brach am 14. Spieltag nicht aus, obwohl ein paar überraschende Resultate beweisen, dass sich niemand zu sicher sein darf. Bitburg, Schweich und die SG Wittlich siegten im Gleichschritt und auch Rascheid unterstrich seine gegenwärtige Topform mit dem 3:1 gegen Schoden. Nach fünf sieglosen Partien bewies Rot-Weiss Wittlich, dass es noch gewinnen kann und überzeugte beim 4:1 in Körperich. Am Tabellenende landete der SV Leiwen einen wichtigen Sieg gegen einen direkten Konkurrenten und schickte die SG Ralingen mit einem 3:1 ans Tabellenende. Unbelohnt blieb ein weiteres Mal der starke Auftritt von Bettingen gegen Schweich.
SV Leiwen – SG Ralingen
3:1 (1:0)
Eine starke Teamleistung und eine intakte Moral sah Leiwens Trainer Rudi Thömmes nach dem starken Auftritt gegen das neue Schlusslicht aus dem Sauertal. „Schon zur Halbzeit hätte es 3:0, vielleicht sogar 4:0 stehen können. Nach dem etwas überraschenden Ausgleich hat die Mannschaft Moral bewiesen und sich den Sieg absolut verdient.“ Sieben Minuten waren gespielt, als Gustav Schulz in seinem ersten Spiel nach abgesessener Sperre zur Führung traf. Er hatte einen Pass in die Tiefe bekommen, ließ einen Gegenspieler aussteigen und netzte aus 16 Metern ins lange Eck. Hans Schulz hätte danach ebenso auf 2:0 stellen können, wie auch Ralingens Joe Schilz dem Ausgleich sehr nahe war. Doch Leiwen blieb am Drücker und suchte eine frühe Vorentscheidung. Zunächst kam es aber anders, als Marco Port nach Vorlage von Andreas Mayer egalisierte. Als nach einem Eckball von Patrick Herres Raphael Tömmes richtig stand und einen Kopfball ins lange Eck drückte, hieß es wieder 2:1 für die Hausherren, die zwölf Minuten vor Schluss die Entscheidung herbeiführten. Nach tollem, öffnenden Pass von Hans Schulz in den Lauf von Bruder Gustav stellte der Routinier mit dem dritten Treffer den Endstand her. Thömmes gab angesichts des sicheren Vorsprungs einigen Bankspielern die Gelegenheit, den Sieg über die Zeit zu bringen. So halfen erneut Andre Alten, Michael Scholtes und Mario Herres aus und sicherten den „so wichtigen Sieg“ ab. In der komplett umgestellten Viererkette kam Marc Reichert aus der zweiten Mannschaft zum Einsatz. „Marc hat einen sehr guten Job gemacht“, freute sich Thömmes nicht nur über die gute Leistung der Etablierten im Team.
SG Wittlich – SG Badem
2:1 (1:0)
Einen glücklichen, aber verdienten Sieg sah Wittlichs Trainer Christoph Krähling gegen eine erst in der Schlussviertelstunde stärker werdende Gäste-Elf aus Badem. Mit dem 2:1-Erfolg gelang den Säubrennern der schon achte Sieg in Folge – Chapeau! Einen verdeckten Pass von Patrick Schmidt nahm Daniel Mehrfeld auf und traf bereits nach sieben Minuten zur Wittlicher Führung. Anschließend ließen die Hausherren etliche gute Torchancen verstreichen. „In den ersten 30 Minuten haben wir sehr gut gespielt, aber eine Vielzahl an Chancen liegen gelassen. Aus dem Grund ist es zum Schluss noch mal eng geworden“, war für die Kreisstädter in der Schlussviertelstunde das große Zittern angesagt. Obwohl Krähling einen „Bruch in unserem Spiel“ sah, legte Wittlich durch Lorenz Budinger das zweite Tor nach. Nach einem Distanzschuss von Schmidt nutzte Budinger den abgefälschten Ball und beförderte diesen aus einer leichten Abseitsstellung heraus ins Bademer Tor – 2:0 (55.). Die Entscheidung ließ Wittlich in der 70. Minute aus, als ein Sprint von Jo Endres übers halbe Feld führte und dessen punktgenaue Hereingabe Mehrfeld scheitern ließ, als dieser Simon Eppers im Bademer Tor anschoss. Ungemütlich wurde es noch mal, als Daniel Robertz den Bademer Anschluss herstellte und Alex Mittler rotgefährdet von Krähling vom Platz genommen wurde. „Wir mussten bis zum Schluss arbeiten und zittern.“
SG Körperich – Rot-Weiss Wittlich
1:4 (1:3)
Rot-Weiss-Sportchef Mehmet Akin fiel ein Stein vom Herzen. Der Sportliche Leiter sah eine diesmal wie entfesselt spielende Mannschaft, die es am Ende noch gnädig mit den Körperichern meinte. „Heute hat man gesehen, dass die Kerle Fußball spielen können. Die Einstellung hat gestimmt, alle haben Gas gegeben.“ Es war der erste Sieg nach fünf Partien ohne eigenen Dreier. Bereits nach acht Minuten legte Marc Arbeck auf Vorlage von Albutrin Aliu vor, ehe acht Minuten später Kevin Arbeck auf Zuspiel seines Bruders Marc das zweite Tor nachlegte. Als Fjoraldo Celanji nach einer Balleroberung auf Höhe der Mittellinie von Aliu mit „einem Strich von Weitschuss“ das 3:0 erzielte, war die Partie entschieden. Zwar gelang den Hausherren, die ohne fünf Leistungsträger antraten, durch einen von Rodalec Souza noch abgefälschten Schuss von Janik Masselter das 1:3, doch in Gefahr geriet der Gästesieg nicht mehr. Eine Minute vor Schluss stellte Aliu auf Vorarbeit von Meliani Saim den 4:1-Endstand her. Körperichs Trainer Frank Hermes konstatierte: „Wir hatten keine Chance, auch weil wir fünf Leistungsträger nicht dabei hatten. Weil Wittlich noch dreimal
das Aluminium traf, sind wir noch glimpflich davongekommen.“ Kevin Arbeck (zweimal) und Aliu trafen in Halbzeit zwei noch dreifach Pfosten oder Querlatte.
0:1 (0:1)
Es war wieder wie verhext für die Bettinger, die sich erneut nicht für eine gute Leistung belohnt sahen. Während Schweichs Coach Jochen Weber mit dem „Acker von Bettingen“ haderte und seine Mannschaft oft zu langen Bällen gezwungen wurde, sah Bettingens Coach Marco Wallesch seine Elf im Pech. „Es war eine enge Kiste, wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht. Das Problem ist, dass wir teilweise große Chancen haben liegen lassen. Ein 1:1 musst Du wenigstens mitnehmen.“ Wallesch erinnerte an die Hochkaräter von Tim Hoffmann aus der 74. Minute und an die finale Möglichkeit von Simon Lehnen, dem nach einem Diagonalball von Johannes Enders ein halber Meter am Torjubel fehlte. Das einzige Tor des Tages markierte Benedikt Vogedes, der von der rechten Seite von Pascal Kreber maßgenau bedient wurde und Stephan Schleimer durchgelassen hatte – 0:1 (45.). „Heute haben wir mal die Fortuna gebraucht. Bei dem Spiel musste man nur fighten und die zweiten Bälle gewinnen. Auch solche Spiele musst Du annehmen und Lösungen finden“, pustete
Weber mehrmals tief durch.
SG Rascheid – SG Saartal Schoden
3:1 (0:0)
Schoden hatte zunächst mehr vom Spiel und auch die besseren Torchancen. Doch Leo Gombert und auch Lukas Kramp scheiterten am guten Keeper der Lokalelf. Die Hochwälder durften sich „bei Justin Derigs bedanken, der zweimal gut reagiert hat“ und auch das Glück stand den Rascheidern zur Seite. Die Hausherren hatten in Halbzeit zwei mehr Zugriff auf das Spiel und bogen nach einem von Keven Schuh ins eigene Tor abgefälschten Schuss von Robin Moser auf die Siegerstraße ein. Nach Ecke von Moser war Jens Gaspers mit aufgerückt und köpfte zum 2:0 ein. Als Sven Gaspers zuvor eine Großchance ausließ, doch Andreas Rauen den Nachschuss versenkte, war die Partie entschieden. Das 3:1 von Nicolas Jakob hatte nur noch den Charakter von Ergebniskosmetik. „Der Sieg ist unterm Strich verdient, weil wir in der zweiten Halbzeit ein deutliches Chancenplus hatten“, sagte sich Rascheids Spielertrainer Sven Gaspers.
SG Ruwertal – FC BItburg
1:3 (0:1)
Auf dem ungewohnten Hartplatz in Mertesdorf fand der Primus Lösungen, die ihm zum sicheren Sieg verhalfen. Obwohl Ruwertal das Beste aus seiner personell prekären Situation machte und fightete, ging die Stoffels-Elf erneut leer aus. Kevin Fuchs brachte den FC in Führung, nach weiteren guten Gelegenheiten auf beiden Seiten nutzte Arthur Hartwick einen „Flutschfinger“ von Felix Kloy zum 0:2. Hartwick war es auch, der zehn Minuten vor Schluss die Entscheidung zum 0:3 herbeiführte. Für die Moral der Ruwertaler spricht, dass sie durch Karsten Willems per Elfmeter noch zum 1:3 kamen. Marvin Renner war zuvor gefoult worden.
TuS Schillingen – SV Konz
1:2 (1:1)
Schillingen begann stark und kam nach einer halben Stunde durch Tobias Anell, als der Zehner mit viel Tempo durch die Konzer Viererkette wirbelte, zur Führung. Anell hätte sogar nachlegen können, doch sein Schlenzer ging an den Innenpfosten. Acht Minuten später der Konzer Ausgleich, als ein Schuss von Kai Peters noch abgefälscht wurde und Pascal Güth im Nachsetzen die Kugel über die Linie drückte. Der Siegtreffer von Stefan Becker entsprang einer Einzelaktion. „Wir haben dann mit Mann und Maus verteidigt, aber selbst noch drei gute Chancen zum 3:1 gehabt“, sah SVK-Coach Thomas Berens einen verdienten Erfolg.