Es ist schon kurios, dass ein Remis dem Tabellenführer aus Ellscheid den Ausbau des Punktevorsprungs bringt. Das eigene 1:1 gegen das abstiegsbedrohte Ahbach war sicherlich zu wenig, doch weil die Verfolger aus Auw (0:5 in Schweich) und Zerf (0:1 in Kröv) komplett die Punkte vergaßen, darf sich das Ellscheider Team drei Spieltage vor Schluss als der große Gewinner fühlen. Nun braucht das Team von Niklas Wagner nur noch einen Punkt, um in die Rheinlandliga zu marschieren. Mit Osburg/Thomm und der DJK Mattheis stehen die ersten Absteiger fest. Dörbach gelang beim 5:1-Sieg gegen Thomm ein kleiner Befreiungsschlag und Buchholz darf weiter vom Ligaverbleib träumen.

SG Ellscheid – TuS Ahbach
1:1 (1:0)
Aus Ahbacher Sicht kann man die Partie in Gillenfeld wie folgt zusammenfassen: Das Remis ist bemerkenswert, doch im Endeffekt zu wenig, um die Abstiegsgefahr zu bannen. Der Aufsteiger zeigte eine engagierte und auch couragierte Leistung und nahm den einen Punkt gerne mit. Dennoch kam Coach Christian Sicken nicht umhin, dass es „goldwert gewesen wäre, wenn wir hier gewonnen hätten. Denn hinten raus hatten wir die besseren Chancen“. Sicken meinte damit wohl die beiden Hundertprozentigen, die Nico Clausen in der Schlussphase vergab: Einmal reagierte Ellscheids Torwart Daniel Neisius gut im Eins-gegen-eins, die zweite Szene sah Ellscheid erneut im Glück, als ein Kopfball von Clausen um Millimeter am Pfosten vorbeisegelte. Doch Sicken ist Sportsmann genug, um anzuerkennen, dass das 1:1 auch „irgendwie verdient war. Ich habe die Mannschaft gut auf Ellscheid eingestellt, denn wir waren gewarnt, weil Ellscheid über die Außenpositionen mit dem Hinterlaufen immer brandgefährlich ist. Zudem hat es die Abwehr heute richtig gut gemacht und den besten Stürmern der Liga kaum Chancen gelassen“. So kamen Marco Michels und Markus Boos kaum einmal in gute Abschlusssituationen, weil die Ahbacher Abwehr gut verschob und aufmerksam blieb. Ellscheid ging nach 36 Minuten in Führung, als Marcel Riemann nach einem Eckball per Volleyschuss ins Ahbacher Netz traf und der Ball vorher noch abgefälscht wurde. Ellscheid blieb auch in der Folge am Drücker, verpasste es aber, den Sack zuzubinden. Die Gäste kamen nach einer Stunde Spielzeit zum Ausgleich, als ein Mittelfeldspieler Patrick Phlepsen den Ball genau in den Lauf spielte und dieser auf Neisius zulief. Thomas Schweisel wurde noch angeschossen und von da aus trudelte die Kugel über die Linie. Ellscheid nutzte seine Chancen diesmal nicht wie gewohnt, baute aber dennoch seine Führung im Klassement auf sieben Zähler aus.

SV Dörbach – SG Thomm
5:1 (2:0)
Ein kleiner Befreiungsschlag gelang dem SV Dörbach am Samstagabend. Mit 5:1 wurde das bereits als Absteiger feststehende Thomm in die Schranken gewiesen. Dörbachs Klubchef Peter Stoffel war zufrieden. „Dieser Sieg – auch in der Höhe – hat mal gutgetan und war ein Schritt in die richtige Richtung. Überragend, was Nils Thörner gespielt hat. In der zweiten Halbzeit hat sich Osburg nicht mehr so gewehrt. Positiver Knackpunkt war das 2:0 kurz vor der Pause und dass Thörner so treffsicher war an diesem Tag.“ Kai Edringer ließ die Salmtaler bereits nach elf Minuten in Führung gehen, doch Jürgen Becker im Dörbacher Kasten musste zweimal in höchster Not reagieren, als Lars Wagner und Peter Leineweber allein auf den Torwart zuliefen, der Routinier aber Sieger blieb. „Jürgen hat bewiesen, wie wichtig er für uns sein kann. In seinem Alter hat er noch immer bemerkenswerte Reflexe. Er sicherte uns in der ersten Halbzeit den Vorsprung“, lobte Stoffel auch seinen Keeper. Als Nils Thörner, vierfacher Torschütze, mit einem Geniestreich kurz vor der Pause das 2:0 erzielte und dieser die gesamte Thommer Abwehr narrte, war die Vorentscheidung bereits nach 45 Minuten gefallen. Thörner legte nach 52 Minuten das 3:0 nach, bevor die tapfer kämpfenden, aber glücklosen Osburger durch Ruben Krupa zum Anschlusstreffer kamen. Im Gefühl des sicheren Sieges krönte Thörner seine außergewöhnliche individuelle Leistung mit seinen Toren zum 5:1. Philipp Gulden assistierte bei sämtlichen Treffern mit teilweise genialen Pässen.

TuS Schweich – SG Schneifel Auw
5:0 (1:0)
In einem sehr guten Bezirksligaspiel mit offensiver Ausrichtung legte die Schweicher Mosella eine Galavorstellung auf den Teppich. Doch im ersten Abschnitt sah es nicht nach einem so hohen Schweicher Sieg aus. Die Schneifeler versteckten sich nicht und hatten in Stephen Kinnen und Christoph Fuhrt gute Möglichkeiten, selbst in Führung zu gehen. Doch Moritz Zingen im Mosella-Tor blieb Herr der Lage und parierte. Kurz vor der Pause wurde das Schweicher Offensivspektakel mit dem 1:0 von Alex Schabo belohnt. Die Mosella spielte mit wenigen Kontakten durchs Mittelfeld, Philipp Seeberger passte zu Schabo und der machte die Kugel im Stile eines abgezockten Stürmers weg. Als Moritz Neufang einen verunglückten Rückpass zum Torwart erlief, weil diesem der Ball versprang, bugsierte der Schweicher die Kugel aus spitzem Winkel zum 2:0 über die Linie. „Nach dem 2:0 war es schon eine eindeutige Geschichte. Alle Tore waren schön herausgespielt“, freute sich Coach Jochen Weber über die Art und Weise des Auftritts seiner blutjungen Mannschaft. Immerhin hätte Auw durch Jan Merkes noch mal herankommen können, als der Verteidiger eine Doppelchance besaß, doch nach dem 3:0 von Stefan Schleimer in der 81. Minute war die Sache klar. Schleimer tanzte gleich drei Auwer Gegenspieler aus und schob nach diesem Solo unbedrängt ein. Schabo legte einen Moment später das 4:0 nach. „Alex ist in einer bemerkenswerten Form. Er hat jetzt in den sechs Spielen, die er für uns absolviert hat, sechs Tore gemacht. Das ist eine Topquote“, betonte Weber. Ein durch Merkes verschuldeter Handelfmeter wurde von Seeberger kurz vor Schluss zum 5:0-Endstand verwandelt. Mit diesem Sieg kommt Schweich bis auf zwei Punkte an Auw heran, der Abstand der Schneifeler auf Spitzenreiter Ellscheid hat sich auf sieben Punkte erhöht.
SG Ruwertal – SG Rascheid
1:4 (0:3)
Für Ruwertal scheint die Saison gelaufen. Nach dem eingetüteten Klassenerhalt vor zwei Wochen ist von der einst glanzvollen Siegesserie der Stoffels-Elf nicht mehr viel zu sehen. Doch man muss auch die Gäste aus Geisfeld und Rascheid loben, die beim Derby in Kasel eine richtige Spielfreude entfacht und die Tore wunderschön herausgespielt haben. Rascheids Trainer Timo Zeimet war voll des Lobes: „Wir haben früh mit 3:0 geführt und auch danach nicht nachgelassen. Mir hat gefallen, wie gut wir die Abschlüsse verwertet haben und mit welchem Selbstvertrauen wir aufgetreten sind. Ich hatte nie das Gefühl, dass wir noch was hergeben würden. Ich habe eine große Spielfreude bei meiner Mannschaft gesehen.“ Für Rascheids Kapitän Daniel Lochen war es eine besondere Premiere: „Ich habe zuvor noch nie im Ruwertal gewonnen. Jetzt haben wir auch das geschafft.“ Manuel Hoffmann eröffnete nach einer gelungenen Kombination über Martin Kolz den Rascheider Torreigen (16.), nur drei Minuten später legte Lukas Jonas nach Vorarbeit des fleißigen Christian Alt das 2:0 nach. Als Alt dann selbst zum Vollstrecker avancierte, als er eine Rechtsflanke von Robin Moser annahm und eiskalt blieb, war die Partie noch vor der Pause entschieden. Stephen Raach kam nach Vorarbeit von Pascal Neumann zwar zum Ehrentreffer, doch Rascheid blieb auch danach hungrig und offensiv. Marvin Plunien spekulierte auf einen Rückpass auf den Sechzehner gedankenschnell und schob den Ball zum schlussendlichen 4:1 über die Markierung.

FC Bitburg – DJK St. Matthias Trier
5:1 (4:1)
Die Partie im Bitburger Stadion Ost war bereits nach 20 Minuten entschieden. Der zweifache Torschütze Andreas Neuerburg hatte nach 50 Sekunden mit einem Latten-Lupfer zunächst Pech. Doch Simon Floß und der Doppelpack von Neuerburg beendete frühzeitig die Diskussionen über den Sieger. Marius Weidert verkürzte auf 3:1, aber mit dem Halbzeitpfiff stellte Nico Hartmann den alten Abstand wieder her. „Wir haben in der ersten Halbzeit einen ganz vernünftigen Offensivfußball gespielt. Man hat schon gesehen, dass Mattheis doch irgendwie überfordert war. Obwohl das Spiel bereits früh in eine Richtung ging, war es dennoch kein gutes Spiel von uns“, fand Bitburgs Trainer Fabian Ewertz trotz des klaren 5:1 noch ein Haar in der Suppe. Ewertz freute sich aber besonders über das fünfte Tor, als Thomas Schütz eine gut getimte Flanke von Hartmann per Kopf in die Maschen setzte. „So ein Kopfballtor nach einer Flanke hat bei uns Seltenheitswert“, schmunzelte der FC-Coach. Bemerkenswert: Die DJK reiste ohne die Dres-Brüder mit einer blutjungen Mannschaft in der Bierstadt an.
SV Konz – SG Wallenborn
1:1 (0:1)
Wallenborn beendete die Englische Woche mit dem zweiten Remis binnen drei Tagen. In Konz gelang Kapitän Benny Duckart nach feiner Vorarbeit von Pascal Haak der Führungstreffer in der 35. Minute. Konz war im zweiten Durchgang die aktivere Elf und glich nach knapp einer Stunde nach einer schönen Einzelleistung von Steffen Hausen aus. „Das war eine gerechte Punkteteilung“, befand Wallenborns Trainer Stephan Zimmer.

SG Neumagen – SG Wallenborn
2:2 (2:0)
Drei Tage zuvor erhielten die Wallenborner Nichtabstiegshoffnungen neue Nahrung, als am Leienhaus ein hochverdientes 2:2 heraussprang. Im Nachhinein ärgerte sich Zimmer sogar über das Unentschieden. „Wir waren in der zweiten Halbzeit drückend überlegen und haben das Spiel klar bestimmt. Doch wir lassen im Moment zu viel liegen. So sind die zwei Auswärtspunkte zu wenig. Wir sind die Unentschieden-Könige der Liga“, griff der Wallenborner Trainer in die Analysekiste. Christoph Bechtel brachte Neumagen mit einem Doppelpack scheinbar auf die Siegerstraße, doch Sebastian Zunk hielt die Wallenborner Hoffnungen am Leben – 2:1 (62.). In der Schlussminute sorgte der eingewechselte Kasper Wlodarek für das überfällige 2:2.

SG Buchholz – SG Neumagen
0:0 (0:0)
Auch die Elf von Neumagens Coach Uwe Heinsdorf beendete die Englische Woche mit zwei Remis. Das längst gesicherte Team hatte aber auch in der Vulkaneifel das Glück des Tüchtigen, denn Dominic Klein, Benedikt Schlösser oder Patrick Scheid ließen beste Gelegenheiten für die Manderscheider aus. Christian Mergens rang dem 0:0 eine positive Seite ab: „Wir haben nicht nur zwei Punkte verloren, sondern auch einen gewonnen.“