An der Spitze ist erneut etwas in Bewegung geraten: Nach dem erneuten Patzer des FC Bitburg im Ruwertal ist heuer die SG Schneifel erster Verfolger von Ligaprimus Ellscheid. Das Team von Jörg Stölben setzte sich nach hartem Kampf in Dörbach mit 3:0 durch. Spitzenreiter Ellscheid erledigte seine Pflichtaufgabe gegen den Vorletzten Trier-Mattheis mit einem 6:0-Kantersieg. Einen gelungenen Einstand als Interimscoach von Buchholz hatte Christian Mergens, der mit dem 0:0 gegen Zerf zumindest das Tor sauber hielt. Für Mattheis und Thomm, das gegen Ahbach mit 2:4 die Segel streichen musste, wird der Ligaverbleib immer mehr zur Utopie. Im Spitzenspiel ließ Schweich gegen Konz nichts zu.

SG Ellscheid – DJK St. Matthias
6:0 (3:0)
Beim Ausflug in die Vulkaneifel kam die DJK arg unter die Räder. Der Ligaprimus erwischte einen Auftakt nach Maß und gab bereits nach elf Minuten die Richtung vor. Zu diesem Zeitpunkt führte Ellscheid durch Treffer von Marco Michels und Markus Boos mit 2:0. Als Michels kurz vor der Pause das 3:0 erzielte, war die Partie schon früh entschieden. „Die Tore resultierten aus krassen individuellen Fehlern, die uns so nicht passieren dürfen“, zeigte DJK-Coach Helmut Freischmidt wenig Verständnis für die teilweise haarsträubenden Aussetzer seiner Abwehr. Die Abteistädter hatten sogar die ein oder andere Chance, zumindest den Anschlusstreffer zu erzielen, doch „die Konzentration, der letzte Pass fehlte uns“. Nach der Halbzeit legte Ellscheid eine Schippe drauf und machte die Partie mit dem dritten Treffer von Michels endgültig zu. Als es um nichts mehr ging, stillte der Klassenbeste seinen Torhunger mit zwei weiteren Einschlägen. Diesmal war Boos wieder an der Reihe und wuchtete die Bälle zum 6:0-Endstand in die Mattheiser Maschen. „Wir wollten hinten wieder sicherer stehen. Das haben wir auch überwiegend gut gemacht, die Räume wurden eng gemacht, doch die Unkonzentriertheiten wurden knallhart bestraft. Ellscheid hat das Spiel auf dem großen Platz in Gillenfeld breit gemacht und uns zu extrem hoher Laufbereitschaft gezwungen. Am Ende fehlte dadurch auch etwas die Kraft“, gab Freischmidt zu Protokoll.

SG Buchholz – SG Hochwald
0:0 (0:0)
Der Trainereinstand von Christian Mergens gab in der Eifel zumindest Mut für Weiteres. Mit einer couragierten und auch offensiven Spielweise besaß die SG Buchholz sogar die besseren Möglichkeiten zum Sieg. Und defensiv stand endlich mal wieder die Null. „Nach dem 0:8 in Schweich mussten wir zunächst gucken, dass wir defensiv wieder besser stehen. Das ist uns bis auf eine Situation sehr gut gelungen, wir haben gut in der Ordnung gestanden“, war Mergens zum Auftakt seiner Feuerwehrmission in Manderscheid mit dem Ergebnis zufrieden. Die Hochwälder hatten im ersten Abschnitt ein spielerisches Übergewicht, bekamen aber erst in den letzten fünf Minuten vor der Halbzeit ihre Chancen. Nach dem Wechsel übernahm Buchholz das Zepter und erspielte sich durch Benedikt Schlösser, Dominic Klein und Florian Weber gute Möglichkeiten. Ein strammer Schuss von Patrick Scheid strich nur knapp am Zerfer Gehäuse vorbei. „Wir haben in der zweiten Halbzeit ein richtig gutes Spiel gemacht und waren die bessere Mannschaft, ein Sieg wäre nicht unverdient gewesen. Das ist mal ein erster Schritt, den die Mannschaft gegangen ist“, sagte Mergens. Auf Seiten der Gäste konnte man mit der Punkteteilung ebenfalls gut leben. „Das war ein typisches 0:0-Spiel, obwohl wir in der ersten Halbzeit ein optisches Übergewicht hatten. Auf dem holprigen Platz haben wir uns schwergetan, Buchholz hat in der zweiten Halbzeit kämpferisch und läuferisch stark dagegengehalten. Da hatten wir in manchen Situationen auch das Glück auf unserer Seite“, befand der neue zweite Mann an der Seite von Florian Lorenz, Florian Mohsmann.

SG Ruwertal – FC Bitburg
2:1 (1:0)
Der FC ist weiterhin aus der Spur. Beim Gastspiel in Kasel waren die Gäste aus der Bierstadt zwar optisch überlegen, doch so richtigen Offensivdruck konnten sie auch diesmal nicht entfachen. Zudem spielte der psychologisch günstige Zeitpunkt des Führungstores der SGR zusätzlich in die Karten, als Martin Flesch einen Tempogegenstoß mustergültig abschloss – 1:0 (41.). Auch im zweiten Abschnitt zeigte Ruwertal mit einer aggressiven Verteidigung und ein paar Nadelstichen, dass mit ihnen zu rechnen ist. Kapitän Karsten Willems hatte das 2:0 auf dem Scheitel, doch dann ging der Schuss nach hinten los. Bitburg ließ sich trotz der Gelb-Roten Karte gegen Nico Hartmann nicht aus der Fassung bringen und egalisierte in der 74. Minute die Ruwertaler Führung, als Pascal Alff einen Foulelfmeter verwandelte. Ruwertal ließ hinten nichts mehr zu und kam in der 80. Minute durch den erneut dribbelstarken und Räume reißenden Philip Kartz zum verdienten Siegtreffer. „Wir haben eine disziplinierte Mannschaftsleistung gebracht, waren eng an den Gegenspielern dran und haben Bitburg bis auf wenige Phasen nicht ins Spiel kommen lassen. Wichtig war, dass wir defensiv wieder gut gestanden haben“, fiel für Ruwertals Spielführer Karsten Willems der Sieg verdient aus.

SV Dörbach – SG Schneifel Auw
0:3 (0:0)
Der klare Sieg des neuen Tabellenzweiten ist so eindeutig nicht gewesen. Denn der SV Dörbach zeigte eine engagierte und läuferisch ansprechende Leistung und machte es dem Favoriten aus der Eifel über weite Strecken sehr schwer. Aus einer sicheren Abwehr heraus schalteten die Salmtaler extrem schnell um und kamen schon nach fünf Minuten zur ersten Torchance, als Nils Thörner gefährlich vor Stephan Simon auftauchte. Der nächste Warnschuss kam ebenfalls von Thörner, als er in der 29. Minute den Pfosten traf. „In dieser Phase hatten wir Glück, dass Thörner nur den Pfosten trifft. Dörbach war über seine schnellen Spitzen stets gefährlich. Erst nach dem 2:0 hatten wir das Spiel gut im Griff“, verriet Auws Erfolgstrainer Jörg Stölben. Das frühe 1:0 nach der Pause gab den Gästen zusätzliche Sicherheit. Als Mario Klein auf Tim Baur durchsteckte und dieser allein auf Torwart Jürgen Becker zulief, führte das seit vier Spielen in Folge siegreiche Team aus der Eifel. Keine drei Minuten später eine vertretbare Schiedsrichterentscheidung: Nach Foul an Julian Roderich zeigte Referee Philipp Michels aus Lissendorf auf den Punkt, doch das Auwer Tornetz blieb ohne Bewegung. Philipp Gulden scheiterte mit einem zwar hart, aber unplatziert getretenen Strafstoß an Stephan Simon (52.). Als sich Auw besser auf das schnelle Umschaltspiel des Tabellen-13. eingestellt hatte, führte Torjäger Christoph Fuhrt seine Elf auf die Siegerstraße. Das 2:0 in der 65. Minute war der Türöffner für den fünften Auwer Sieg in Folge. Das dritte Tor fiel in der 90. Minute, als die Partie längst entschieden war.

SG Neumagen – SG Rascheid
2:1 (1:1)
Nach vier Niederlagen in Serie fand Neumagen mit dem 2:1 gegen Rascheid wieder in die Erfolgsspur zurück. Dabei sah es anfangs gar nicht nach einem Sieg der Moselaner aus, die nach dem frühen Rückstand und einem möglichen 0:2 fast schon aus dem Rennen waren. Denn Manuel Hoffmann ließ nach einem Doppelpass mit Lukas Jonas Neumagens Keeper Lars Görgen keine Chance. Als nur zehn Minuten später Martin Kolz von hinten umgetreten wurde und es Elfmeter gab, hätte Rascheid die Vorentscheidung erzwingen können. Doch es kam anders: Pascal Eli setzte den Strafstoß an den Pfosten und die Heinsdorf-Elf blieb im Spiel. Neumagen kämpfte sich verbissen in die Partie zurück, gewann in der zweiten Halbzeit zunehmend Terrain im Mittelfeld und kam in der 70. Minute durch einen herrlichen Volleyschuss in den Winkel durch Jan Weber zum 1:1-Ausgleich. Neumagen entfachte weiterhin permanenten Angriffsdruck und wurde für sein Engagement in der 85. Minute mit dem Siegtreffer belohnt. Sebastian Leitzgen lief nach Vorarbeit von Max Kilburg allein auf das Rascheider Tor zu und blieb cool. „Mit dem ersten Angriff gelang Rascheid das 1:0, doch danach haben wir uns zusammengerissen, permanent Druck entfacht und auch besser gespielt“, war für Neumagens Coach Uwe Heinsdorf das 2:1 eminent wichtig für das Gesamtklassement. Rascheids Trainer Timo Zeimet haderte mit der Chancenverwertung. „Wir müssen mit dem Elfmeter das 2:0 machen, dann ist die Sache hier Geschichte. So haben wir Neumagen aufgebaut.“

TuS Kröv – SG Wallenborn
1:2 (0:1)
Die Gäste aus der Eifel kamen am Kröver Berg zu glücklichen drei Punkten. Wallenborn hatte in der ersten Hälfte mehr vom Spiel und legte durch einen an Sebastian Hilgers verursachten und von Andreas Hesslein verwandelten Foulelfmeter vor (10.). Kröv kam nach 30 Minuten besser in die Partie und besaß durch zwei Kopfbälle von Dini Hajdari Möglichkeiten zum Ausgleich. Doch drei Minuten nach Wiederbeginn wurde Kröv erneut auf dem falschen Fuß erwischt, als Hilgers von einem krassen Abwehrfehler profitierte und mit einem Lupfer über den Torwart das Wallenborner 2:0 erzielte. In der Folge setzte Kröv alles auf eine Karte, entfachte in den letzten 20 Minuten riesigen Druck und kam in der 75. Minute ebenfalls per Elfmeter zum Anschlusstor. Johannes Klein wurde gelegt, den Elfer verwandelte Nils Kiesewetter sicher – 1:2 (75.). Glück hatte Wallenborn, als Kiesewetter danach den Pfosten traf und Wallenborns Torwart Lars Becker zweimal Schüsse von Mark Beitzel parierte. „Nach dem 2:0 waren wir zu passiv. Kröv kam mit gefährlichen Standards zum Zuge, wir haben heute Glück gehabt, dass wir die Führung über die Zeit bringen konnten“, stand für SG-Trainer Stephan Zimmer Glücksgöttin Fortuna Pate. Krövs Coach Jens Hoffmann bemerkte, dass „wir zwei Fehler zu viel machten und ein Punkt verdient gewesen wäre“.

SG Thomm – TuS Ahbach
2:4 (0:4)
Die konterstarken Gäste drückten schon nach dem ersten Durchgang den Deckel drauf. Denn der dreifache Torschütze Jan Pidde sowie Nico Clausen mit dem 2:0 ließen den Aufsteiger aus der Eifel bereits nach sechs Minuten doppelt jubeln. Als Pidde mit seiner überragenden Schusstechnik das dritte und vierte Tor nachlegte, war die Partie entschieden. Thomm gab sich nicht auf und kam in der zweiten Halbzeit zu zwei Treffern. Nico Thömmes und Jens Heimfahrt ließen es für Ahbach nochmals eng werden. Michael Höllen traf zudem das Lattenkreuz. „Das 2:0 nach fünf Minuten war super wichtig, denn Osburg spielte aggressiv und auch nach vorne gefährlich. Am Ende ist das 4:2 so okay“, befand TuS-Coach Christian Sicken.