11ER: Wie hat Ihre Mannschaft das Ende der Siegesserie verkraftet – ausgerechnet an dem Tag, als auch Verfolger Thalfang ohne Punkte bleibt?
Christian Adams: Wir haben es nach dem Spiel nur kurz im Kreis angesprochen, werden aber heute im Training auch noch mal darüber sprechen. Dass die Siegesserie irgendwann reißen muss, war uns allen klar. Wir konnten es lange genug herauszögern, von daher ist es okay. Es war ja auch kein Ausrutscher im eigentlichen Sinn. Wir haben unseren Gegner nicht unterschätzt, sondern gegen eine Osburger Mannschaft verloren, gegen die man in der aktuellen Verfassung auch mal verlieren kann. Jetzt müssen wir selbstbewusst und positiv bleiben. Am Sonntag werden wir versuchen, wieder einen Sieg einzufahren. Da Thalfang verloren hat, ist ja auch nicht viel passiert.
11ER: In der vergangenen Saison steckte die SG Kordel im Abstiegskampf, wo vor allem Einsatz gefragt ist. Diese Saison trifft man als Tabellenführer meist auf Gegner, die tiefer stehen und gegen die spielerische Klasse wichtiger ist. Konnten Sie in dieser Hinsicht eine Entwicklung bei Ihrem Team erkennen?
Adams: Ich bin schon der Meinung, dass wir in der kompletten Rückrunde – im Vergleich zu den ersten fünf, sechs Saisonspielen – einen Schritt nach vorne gemacht haben. Wir stehen hinten stabil, sind weniger konteranfällig und schaffen es meist, gegen tiefstehende Gegner viele Torchancen herauszuspielen und Tore zu erzielen. Es ist eine positive Entwicklung, die wir am Sonntag bestätigen müssen. Gegen Pölich und ihre starke Offensive müssen wir nicht nur gut Fußball spielen, sondern auch die richtige Abstimmung zwischen Offensive und Defensive haben.
11ER: Sie haben viele erfahrene Spieler in Ihrer Mannschaft. Einer, der noch zu den Jüngeren zählt, aber als Kapitän alle Spiele absolvierte, ist Sebastian Wolf. Welche Stärken bringt er in die Mannschaft ein?
Adams: Sebastian ist unser zentraler Innenverteidiger und der von der Mannschaft gewählte Kapitän. Er ist ein ganz wichtiger Spieler für uns. Er hat ein gutes Passspiel, ein gutes Auge und schätzt viele Situationen richtig ein. Sebastian hat schon das ein oder andere Spiel in der Rheinlandliga absolviert und eine gute Ausbildung genossen. Er kann auch gut mit jungen Spielern umgehen, was wichtig ist. Sebastian ist zwar nicht der Lauteste auf dem Platz, aber das muss er auch nicht sein. Wir wollen ihn nicht in eine Rolle zwängen, denn auch so geht er mit seiner Leistung voran. Er ist sehr beliebt in der Mannschaft und ich hoffe, dass er diese Saison einfach so weitermacht wie bisher. Schafft er das, hat er am Ende einen maßgeblichen Anteil an unserem Erfolg.
11ER: Sie haben die Pölicher Offensivstärke bereits angesprochen. Wie schätzen Sie den kommenden Gegner ein?
Adams: Pölich ist eine Mannschaft, die um ihre eigenen Stärken weiß – und dazu zählt vor allem ihre Offensive. Ich gehe nicht davon aus, dass Pölich gegen uns Chancen am laufenden Band bekommt. Sie werden aber auf gefährliche Situationen warten und diese nutzen wollen. Nach dem Thalfang-Sieg wird Pölich Selbstvertrauen haben und versuchen, gegen uns so wenig wie möglich zuzulassen und offensiv Chancen zu nutzen. Pölich hat nichts mehr zu verlieren und wird den Anspruch haben, sich für die Hinspielniederlage zu revanchieren.
11ER: Wie gestaltet sich die Personalsituation der SG Kordel am Wochenende?
Adams: Gegen Osburg fehlten uns drei Spieler, doch ich gehe davon aus, dass wir gegen Pölich wieder aus dem Vollen schöpfen können. Es kamen keine neuen Verletzten hinzu. Jan Lentes hat vor Kurzem seine ersten Minuten bei der zweiten Mannschaft bekommen. Da müssen wir noch schauen, ob wir ihn am Wochenende schon in unseren Kader hochziehen. Wir sind also personell gut aufgestellt.
