Zwei Spieltage warten noch in der B-11 und nach dem letzten Wochenende ist das Aufstiegsrennen offener denn je. Eine Vorentscheidung im Dreikampf könnte an diesem Sonntag in Merzkirchen fallen, wo der Tabellenzweite aus Wincheringen und der -dritte aus Trier-Olewig aufeinandertreffen.

Über weite Strecken der Saison schien es, als würden Primus TuS Trier-Euren und der Tabellenzweite aus Wincheringen den Meisterkampf unter sich ausmachen. Gleich mehrmals wechselten die beiden Teams von der Führungs- in die Verfolgerrolle und schenkten sich keinen Meter an der Spitze der B-11. Das zeigt auch die Hinrundentabelle, in der Wincheringen und Euren mit je 30 Punkten das Maß aller Dinge waren. In der Rückrunde folgte dann die Überraschung: Der SV Trier-Olewig, der in der ersten Saisonhälfte nur 20 Zähler verbucht hatte, fand personell wie spielerisch zu seiner Konstanz und legte in der Rückrunde bisher zehn Siege aus elf Spielen vor. Die Trierer sammelten damit acht Punkte mehr als der TuS Euren und neun mehr als die SG Wincheringen. Das Ergebnis: Aus dem Zweikampf wurde ein Dreikampf um den Meistertitel sowie den Relegationsplatz.

Nachdem Spitzenreiter Euren in den letzten vier Wochen nur einen Dreier verbuchte und sich zuletzt die Punkte mit Schlusslicht Udelfangen teilte, liegt das Dreigespann enger denn je zusammen. Euren führt die B-11 mit 52 Punkten an, dahinter folgen Wincheringen mit 51 und Olewig mit 50 Zählern. Diese Reihenfolge und diese Abstände könnten sich am Sonntag schlagartig ändern, denn in Merzkirchen stehen sich der Tabellenzweite und -dritte gegenüber. 

Aufseiten der Olewiger könnte die Freude, aber auch das Momentum kaum größer sein. Das Potenzial des SVO-Kaders ist unbestritten, doch nach der durchwachsenen Hinrunde schienen die Spitzenplätze bereits außer Reichweite. Nach acht Siegen in Serie sieht es nun anders aus. Die Trierer reisen mit breiter Brust nach Merzkirchen und können mit einem weiteren Sieg auf Rang zwei oder eins vorziehen. Dass man dazu in der Lage ist, bewiesen die letzten Wochen, in denen der SVO mit Könen, Euren und Konz mehrere Topteams der Liga schlug. Druck verspürt man bei den Olewigern aktuell aber nicht. Stattdessen hält man weiter am Saisonziel – mindestens Platz drei – fest. Ein Sieg gegen Wincheringen würde diesen sichern.

Auch beim Tabellenzweiten hält man sich mit seinen Aufstiegsambitionen bedeckt. Nach mehreren Spielzeiten, die man im unteren Tabellenmittelfeld beendete, dürfte der aktuelle Rang der SG WMP für viele Konkurrenten überraschend gekommen sein. Überraschend ist der derzeitige Erfolg Wincheringens jedoch nicht. Vielmehr trägt der Plan, den der Verein konsequent verfolgt, nur verfrüht Früchte. So verjüngte der Verein seine erste Mannschaft in den letzten Jahren Stück für Stück und hat nun eine junge wie hungrige Elf auf dem Platz stehen. Eine Mannschaft, der Trainer Bastian Hurth in den kommenden Jahren den Sprung in die A-Klasse zutraut. Dass man schon jetzt um den Aufstieg spielt, zeugt vom Potenzial des Teams. Druck, aufzusteigen, verspürt man deshalb aber keinen. Stattdessen liegt der Fokus weiterhin auf der Entwicklung der Mannschaft. 

Abseits der Zufriedenheit auf beiden Seiten werden am Sonntag zwei Mannschaften aufeinandertreffen, die unbedingt gewinnen wollen und dem Gegner spielerisch wie körperlich alles abverlangen werden. Das Momentum liegt aufseiten der Olewiger, die nach acht Siegen in Folge den nächsten Konkurrenten schlagen wollen. Wincheringen wiederum fand nach Niederlagen gegen Trier-Irsch II und Könen gegen die SG Hochwald II zurück in die Erfolgsspur, muss nun aber auf Leistungsträger Nils Strupp verzichten. Ob man diesen Ausfall gegen Olewig als Kollektiv auffangen und mit den eigenen Zuschauern im Rücken Platz zwei mit einem Sieg sichern kann, wird sich am Sonntag zeigen.

Merzkirchen, So., 17.05., 15.00h

Foto: Alfred Weinandy