Schon in der vergangenen Saison standen sich der SV Konz und der FC Könen in einem Nachbarschaftsduell gegenüber – einen klaren Favoriten gab es dabei nicht, was die Ergebnisse widerspiegeln. Nach dem perfekten Saisonstart des FCK sieht das in der Neuauflage des Derbys jedoch anders aus.
7:3 gegen Hochwald II, 5:2 gegen Ayl, 4:2 gegen Sirzenich II, 13:2 gegen Saarburg II und 6:0 gegen den SV Wasserliesch/Oberbillig – was abwegig scheint, ist tatsächlich der Saisonstart des FC Könen. Die Elf von Marcel Herrig und Michael Kohns feierte einen perfekten Start in die Saison und führt die Klasse mit 15 Punkten und 35:9-Toren an. Aktuell hält nur Aufsteiger SV Fisch bei diesem Tempo mit, Wincheringen auf Rang drei liegt hingegen bereits fünf Zähler zurück. So gut der Start des FCKs ist: eine wirkliche Überraschung ist er nicht.
Nach einer durchwachsenen Vorjahres-Hinrunde beendete Könen die Spielzeit 25/26 mit zwölf Siegen aus 13 Spielen. An diese Leistung knüpft man bisher nahtlos an. Sollte man besser, denn der FCK macht keinen Hehl aus seinen Ambitionen und will in diesem Fußballjahr um die Spitzenplätze mitspielen. Dazu sollen auch Neuzugänge wie Dritan Latifi, Mahmud Mansour und andere beitragen, die nach einem Platz in der ersten Elf streben. Einen Freifahrtschein auf den Meistertitel garantieren aber auch sie nicht. Denn dass diese Saison kein Selbstläufer wird, zeigen die neun Gegentore Könens aus den ersten fünf Spielen. Ein Makel, den man in den nächsten Wochen beheben möchte. Denn Offensivfußball mit offenem Visier und höchstem Risiko will man in Könen nicht sehen. Stattdessen soll das eigene Spiel aus einer stabilen Defensive heraus aufgebaut werden. Ein Anspruch, dem man im Vorjahr (83:50-Tore) nur bedingt gerecht wurde.
Für Stabilität sollen in dieser Saison auch Umstellungen sorgen: Marc Fußangel rückte auf die Zehn und Könens Kapitän neben Herrig in die Verteidigung. Auch andere Spieler seien auf verschiedenen Positionen ausprobiert worden. Zuletzt glückte Könen der erste Zu-null-Sieg der Saison, doch inwieweit der neue Ansatz fruchtet, könnte sich erst an diesem Wochenende zeigen, wenn man beim SV Konz gastiert.
Die Elf vom Saar-Mosel-Eck liegt bereits neun Punkte hinter dem Nachbarn zurück und legte wie in der Vorsaison einen Start mit Überraschungen hin. Am ersten Spieltag unterlag die Elf von David Kwast der SG Zewen II (2:1), ließ darauf aber ein 5:2 gegen den Tabellendritten Wincheringen folgen. Eine Woche später unterlag man Aufsteiger Fisch mit 5:0, ehe man am letzten Spieltag gegen Ayl in die Erfolgsspur zurückkehrte (1:2). Noch vor der Partie gegen den FCK stand am Mittwochabend das Nachholspiel gegen die SG Hochwald II an (fand nach Redaktionsschluss statt). Unabhängig vom Ausgang dieser Partie wird man sich in Konz mehr Punkte ausgerechnet haben. Eine Patentlösung für die Schwankungen, die teils an die letzte Spielzeit erinnern, gibt es aber (noch) nicht.
Einen Freifahrtschein auf die Punkte sollte beim Spitzenreiter jedoch niemand erwarten. Gerade gegen spielstarke Gegner zeigte der SVK oftmals seine Klasse. Schon 25/26 bot sich Konz mit Könen zwei offene Partien: Das Hinspiel in Konz endete nach einem Last-Minute-Treffer der Hausherren in doppelter Überzahl mit 3:3, das Rückspiel ging mit 3:2 – abermals nach einem Treffer in der 90. Minute – an den FCK. Auch dieses Mal dürfte es im direkten Duell der beiden Mannschaften, deren Sportplätze nur wenige Fahrtminuten auseinander liegen – zur Sache gehen. Inbesondere weil Könen die Tabellenführung innehat, dürften die Konzer alles daran legen, dem Nachbarn die ersten Punkte streitig zu machen. An vielen Zuschauern und einer hitzigen Stimmung dürfte es ebenfalls nicht mangeln. Der Tisch ist also gedeckt für die Neuauflage eines Derbys, bei dem es so früh in der Saison – anders als im Vorjahr – einen klaren Favoriten gibt.
Konz, So., 13.09., 14.30h
Foto: Alfred Weinandy
