Während sich der FC Könen zum besten Rückrundenteam krönte, erlebte die SG Saartal II einen Tag zum Vergessen, der mit einem überraschenden wie bitteren Abstieg endete.

Da man vor dem letzten Spieltag nur zwei Punkte vor den Abstiegsrängen stand, musste die Saartal-Reserve auf dem Rasen in Könen mindestens einen Sieg einfahren, um die Klasse zu halten – oder zumindest einen Punkt, um bei einem möglichen Sieg des FSV Trier-Kürenz ein Entscheidungsspiel zu erzwingen. Zu beidem reichte es für die Gäste jedoch nicht, wie Könens Trainer Marcel Herrig erklärte: „Aufgrund der Temperaturen war es ein sehr anstrengendes Spiel. Saartal machte am Anfang nicht so viel Druck, wie ich erwartet hätte und so hatten wir lange Ballbesitz-Phasen, lagen auch verdient in Führung. In der zweiten Halbzeit machte Saartal mehr, hatte zwischenzeitlich Oberwasser und war nah dran am Ausgleich. Am Ende konnten wir das Spiel aber für uns entscheiden.“

Mika Rörsch schoss die Hausherren in der 32. Minute in Führung. In der zweiten Halbzeit baute Felix Hauer den Vorsprung aus (48.), ehe Kim Schu die Saartaler wieder in Schlagdistanz brachte (55.). Die SGS drückte, schaffte es aber nicht, auszugleichen und kassierte in der 85. Minute durch Hauer letztlich den finalen Stich. Das 3:2 durch Dominik Blau kam zu spät (89.), um noch Punkte aus Könen entführen zu können.

Da der FSV Trier-Kürenz parallel gegen die SG Hochwald II gewann, rutschten die Saartaler auf einen Abstiegsrang ab und müssen wohl den Gang in die C-Klasse antreten. Ein enttäuschender Abschluss zuletzt erfolgreicher Wochen, in denen erst der Punktabzug am Grünen Tisch den schon sicher geglaubten Klassenverbleib in Frage stellte. Dass nun ausgerechnet am letzten Spieltag der Fall der Fälle eintrat, ist für die SGS-Reserve umso bitterer.

„Im Spiel gegen Könen kamen wir nicht gut in die Partie. Vor allem nach dem 1:0 verfielen wir in eine gewisse Schockstarre, aus der wir uns bis zur Halbzeit kaum lösen konnten. Die zweite Halbzeit war dann eine komplett andere. Bitter war allerdings das frühe 2:0 direkt nach Wiederanpfiff. Gleichzeitig erhöhte Kürenz im Parallelspiel zwischenzeitlich auf 2:0, wodurch uns klar war, dass wir dieses Spiel nicht verlieren durften. Mit dem 2:1 durch Kim Schu kam noch einmal neue Energie und Hoffnung auf. Danach konnten wir endlich unseren Fußball spielen, hatten gute Ballphasen und erspielten uns mehrere Torchancen, die wir leider nicht nutzen konnten. In der Schlussphase kassierten wir dann das 3:1. Trotzdem hat die Mannschaft erneut Moral bewiesen, nicht aufgegeben und direkt im Anschluss noch das 3:2 erzielt. Am Ende reicht es trotzdem nicht. Das tut weh und wird uns alle noch eine Zeit lang beschäftigen“, resümierte Saartals Trainer Erhard Gross.

Saisonfazit

Der FC Könen spielte eine durchwachsene Hinrunde, bekam in der Rückrunde dann aber seine PS auf den Platz. So verlor der FCK nur eine von 13 Partien, gewann die anderen und krönte sich dank des besseren Torverhältnisses noch vor Aufsteiger Olewig zum König der Rückrunde. Kaufen kann man sich in Könen damit allerdings nichts, sodass Spielertrainer Marcel Herrig den Fokus bereits auf die kommende Spielzeit richtet: „Prinzipiell stimmt mich die Rückrunde sehr zufrieden. Da hat man gesehen, dass die Arbeit unserer Vorbereitung Früchte trug. Es ist aber auch ein bisschen enttäuschend, wenn man sieht, was alles möglich gewesen wäre. Hätten wir in der Hinrunde gegen Zewen, Matthias und Saartal keine Punkte liegen lassen, wären wir mit Abstand Meister geworden. Wir wissen jetzt, was wir in der nächsten Saison besser machen und worauf wir in der Vorbereitung den Fokus legen müssen. Dass es am Ende nicht mit dem Aufstieg geklappt hat, ist deshalb nicht so schlecht für die Entwicklung unserer jungen Spieler. Nächste Saison werden wir wieder angreifen.“

Aufseiten der Saartaler gibt es kaum etwas zu erzählen. Die Hinrunde (acht Punkte) verlief anders als geplant und zu oft zog die Zweitvertretung in engen Spielen den Kürzeren. Zwar fiel die Rückrunde deutlich besser aus (13 Zähler) und in den vergangenen Wochen bewies die Elf, was in ihr steckt, doch der Punktabzug brach der SGS-Reserve letztlich das Genick. Ein bitterer Ausgang, mit dem vor der Saison wohl die wenigsten gerechnet hätten.

Eine Situation, die für Erhard Gross und sein Teams noch schwer zu greifen ist: „Es ist für uns alle extrem frustrierend und bitter. In dieser Art und Weise abzusteigen, lässt sich kaum in Worte fassen. Wir haben über weite Strecken der Saison Mängel gezeigt, die einer B-Klasse nicht würdig waren. Trotzdem haben wir es in den letzten Wochen geschafft, gemeinsam diesen Karren noch einmal umzustoßen. Die Mannschaft hat Charakter gezeigt und ein Teamgefüge entwickelt, das bis zur letzten Minute niemals aufgegeben hat. Dafür möchte ich allen Beteiligten ausdrücklich danken.“

Foto: Archiv/Sandra Maes