Einen wichtigen 1:0-Erfolg im Abstiegskampf feierte die SG Kenn/Fell/Riol/Longuich.


Der Sieg der Mannschaft von Andreas Schneider und seines Assistenten Louis Welter wurde erst in der neunten Minute der Nachspielzeit in trockene Tücher gelegt. Mit diesem Big Point verließ die SG von der Mittelmosel erstmals die Abstiegsränge und darf weiterhin vom direkten Klassenverbleib träumen. Auf der anderen Seite stehen die Trierer aus dem Stadtteil Heiligkreuz wieder mitten im Abstiegskampf. Das goldene Tor erzielte Ruwertal-Rückkehrer Fabian Faber mit einem Flugkopfball. Nach einem langen Befreiungsschlag hatte Simon Beiser das Kopfballduell verloren, in dessen Ergebnis ein Foul gezogen wurde. Der Freistoß von der linken Seite erreichte Faber, der sensationell ins lange Eck köpfte und die Heimelf jubeln ließ. Klar, dass Kenns Co-Trainer Louis Welter aus dem Häuschen war. „Grundsätzlich muss man sagen: Wenn man in der letzten Minute den Siegtreffer erzielt, kann man von einem glücklichen Sieg sprechen. Über die gesamte Spielzeit hinweg würde ich jedoch sagen, dass er nicht unverdient war. Der VfL hatte in der ersten Halbzeit mehr Ballbesitz, kam dabei aber nur zu einer wirklich großen Chance. Wir hingegen haben durch unser Umschaltspiel immer wieder für Gefahr gesorgt und uns einige gute Möglichkeiten erarbeitet – vor allem über Julian Weber und Tony Franzen.“ Welter betonte im Nachhinein: „In der zweiten Halbzeit hatte ich dann klar das Gefühl, dass wir die bessere Mannschaft waren. Wir haben uns erneut Chancen herausgespielt und vielleicht einfach einen Ticken mehr investiert. Ich glaube auch, dass der VfL mit einem Unentschieden zufrieden gewesen wäre, um uns auf Abstand zu halten. Umso größer ist natürlich die Freude, wenn man in der letzten Minute den Lucky Punch setzt. Es war ein verdammt wichtiges Spiel – das hat man beiden Mannschaften deutlich angemerkt. Keine der beiden Mannschaften wollte das Spiel verlieren. Trotz allem war es ein sehr faires Spiel auf gutem Niveau. Der VfL war die erwartete spielstarke Mannschaft und ließ den Ball gut laufen. Allerdings haben wir über weite Strecken sehr konsequent verteidigt und waren giftig in den Zweikämpfen.“ VfL-Trier Marco Neumann wirkte ziemlich zerknirscht. „Es ist jetzt das siebte Mal, dass wir in der Nachspielzeit ein Gegentor bekommen. Ein 1:1 wäre leistungsgerecht gewesen. In der ersten Halbzeit hatten wir extrem viel Ballbesitz, aber nur zwei, drei kleinere Halbchancen. Kurz vor der Halbzeit lief Raul Cosano-Kreutzer allein aufs Kenner Tor, versemmelte aber.“ Wie Neumann unterstreicht, übernahm Kenn in der zweiten Halbzeit das Kommando, ohne aber gefährlich zu werden. „Wegen einer Verletzungsunterbrechung wurde dann neun Minuten nachgespielt.“ Gegen Ende hatten beide Möglichkeiten auf das 1:0. „In einer Drei-gegen-eins-Situation spielte Elias Blasius auf Matheus Maciell. Der Ball kam aber etwas in den Rücken von Maciell und wurde zu kompliziert. Bei einem Konter von Kenn parierte Maurice Mangerich extrem gut und hielt uns im Spiel.“ Der Rest ist bekannt. „Die Niederlage tut extrem weh. Wir haben jetzt gegen die drei Letzten der Liga nur ein Tor erzielt und nur einen Punkt geholt. Das ist deutlich zu wenig“, zeigte sich Neumann enttäuscht.