11ER: Welche Erklärungen finden Sie für die 0:8-Niederlage in Ehrang?

Carlo Müller: Wir haben den Abstiegskampf nicht so angenommen wie der Gegner, der galliger und bissiger war und auch viele fußballerische Lösungen parat hatte. Im Wort Abstiegskampf steckt der Begriff Kampf. Und den haben wir über weite Strecken vermissen lassen. Wir haben schlicht und ergreifend nicht stattgefunden.

11ER: Der Re-Start ist ja gut gelungen mit den beiden Partien beim VfL Trier (2:1) und gegen den FSV Tarforst II (1:1). Was hat Ihre Mannschaft dort gut umgesetzt?

Müller: In beiden Spielen waren wir mindestens auf Augenhöhe, hatten das nötige Quäntchen Glück und haben auch die sogenannten Grundtugenden im Fußball an den Tag gelegt. Das betrifft eine sehr gute Mentalität und dass wir effektiv gegen den Ball gearbeitet haben. Zudem haben wir viel Druck nach vorne entwickelt. Wir haben die wichtigen Leute auf wichtigen Positionen spielen lassen, hatten fußballerische Lösungen in petto und konnten von der Bank gut nachlegen.

11ER: Aktuell steht ihre Mannschaft wieder auf einem Abstiegsplatz. Was muss sich in den nächsten Wochen ändern?

Müller: Zunächst müssen wir wieder enger zusammenrücken und den Abstiegskampf annehmen. Wir wollen die acht noch ausstehenden Spiele auf jeden Fall erfolgreich bestreiten, um am Ende über dem Strich zu stehen. Das heißt ganz konkret: kratzen, kämpfen, beißen. Wir haben uns die Situationen zusammen eingebrockt, jetzt geht alles nur noch über Mentalität, Kampf und das Kollektiv. Erst wenn wir jene Dinge umsetzen, kommt auch das Fußballerische zurück. Wir müssen einfach klar im Kopf sein.

11ER: Wie schätzen Sie den Gegner aus Saarburg ein?

Müller: Sie spielen eine starke Saison, auch wenn sie jetzt in Tarforst verloren haben. Fußballerisch sehe ich Saarburg in den Top Drei, sie stehen völlig zu Recht da oben. Sie haben richtig gute Jungs in ihren Reihen und Sebastian Lorenz macht einen tollen Trainerjob dort.

11ER: Welche Erinnerungen haben Sie an das Hinspiel?

Müller: Keine so angenehmen. Seinerzeit war ich zwar im Urlaub, doch die Jungs müssen damals einen rabenschwarzen Tag beim 1:5 in Saarburg erwischt haben. Der letzte Sieg ist schon lange her – zumindest in einem Pflichtspiel. 2017 haben wir gegen sie in der B-Klasse mit 2:1 gewonnen. Ein Testspiel im Vorjahr ging mit 3:2 auch an uns. Die Bilanz ist negativ, doch sie schüchtert mich nicht ein. Wir schauen auf das Hier und Jetzt. Fußballerisch sind sie fast jedem Gegner auf ihrem Kunstrasenplatz überlegen. Wir hoffen einfach darauf, dass wir sie auf dem Rasen von Kanzem mehr fordern können.

11ER: Welche Stärken bringt Nick Klasen mit?

Müller: Nick ist ein absolut starker Eins-gegen-eins-Spieler, besitzt eine gute Ballan- und mitnahme und ist einer der talentiertesten Spieler der A-Liga. Nick besitzt einen super ersten Kontakt, ein super Dribbling und eine gute Spielkontrolle. Er ist früher zu Jugendzeiten bei Eintracht Trier ausgebildet worden – das sieht man auch auf dem Platz. Nach seiner langen Verletzungsauszeit ist er noch nicht bei 100 Prozent, aber schon jetzt ein absoluter Zugewinn.

11ER: Wie haben Sie persönlich auf den Abgang von Carsten Vogel im Sommer reagiert?

Müller: Zu dem Thema möchte ich mich eigentlich nicht weiter äußern. Es ist natürlich sehr schade, dass er nach zwei Jahren in unserer SG wieder nach Tawern zurückgeht. Doch ich muss – wie alle anderen auch im Vorstand – seine Entscheidung respektieren.

11ER: Wie sieht Ihre Trainerzukunft aus?

Müller: Wir haben im Vorstand bereits gesprochen, doch aktuell gibt es nichts zu verkünden. Nach Ostern wird eine Entscheidung fallen und auch so kommuniziert werden.