11ER: Nach dem überraschenden Rücktritt von Steve Birtz zu Saisonbeginn sitzen Sie seit dem dritten Spieltag beim SV Tawern im Boot. Welche Zwischenbilanz ziehen Sie nach den 13 Spielen unter Ihrer Regie?

Benny Leis: Die Bilanz fällt mit neun Siegen, einem Unentschieden und drei Niederlagen sehr positiv aus. Anhand der Ergebnisse ist zu sehen, das wir als Mannschaft auf einem positiven Weg sind. Wir bringen mittlerweile auch die Kraft und Konzentration mit, enge Spiele hinten raus über die Zeit zu bringen. Wir haben viel im spielerischen Bereich gearbeitet. Das Kompliment geht an meine Mannschaft, dass sie die neue Philosophie von mir als neuen Trainer so gut angenommen und auch umgesetzt hat. Die Spieler setzen taktische Vorgaben immer besser um und besitzen durchweg eine sehr gute Auffassungsgabe. Die Wintervorbereitung werden wir noch intensiver nutzen, dass die Spieler meine Ideen und meine Philosophie noch besser umsetzen können. Die Serie ist mit sechs Siegen aus den letzen sieben ungeschlagenen Spielen sehr positiv zu bewerten.

11ER: Welche Zielsetzung sehen Sie generell für den Fortgang der Saison? Sie sind momentan auf Rang vier positioniert. Was ist noch möglich?

Leis: Vorab-Ziel der Mannschaft war ein Platz in den Top fünf. Dem wollen wir auch im weiteren Saisonverlauf, insbesondere nach der Winterpause gerecht werden. Zwischen den Plätzen zwei und sechs kann vieles passieren. Wenn wir das packen, dann hat die Mannschaft auch wegen des Trainerwechsels eine hervorragende Leistung erbracht.

11ER: In der Aufstiegssaison vor drei Jahren hat die Mannschaft auf Anhieb die Vizemeisterschaft eingefahren. Ist das auch in dieser Saison realistisch?

Leis: Das kann ich so nicht oder noch nicht beantworten. Die Saison dauert noch lange. Fakt ist, dass ich eine positive Entwicklung sehe. Es gibt einige Kandidaten für das Erreichen des zweiten Platzes, der zu Aufstiegsspielen in die Rheinlandliga berechtigt. Schweich schätze ich sehr stark ein, auch Sizenich spielt eine tolle Runde. Salmrohr muss man immer auf dem Zettel haben. Ich denke, dass der Kampf um Platz zwei bis zum Ende offen bleibt. Doch wir wollen die Tabelle generell komplett ausblenden und uns darauf konzentrieren, dass wir Woche für Woche unsere Leistung bringen. Dann werden wir sehen, was am Ende dabei herumkommt.

11ER: Wo genau sehen Sie die Stärken Ihrer Mannschaft?

Leis: Sieht man die äußeren Rahmenbedingungen, so stelle ich fest, dass wir ein tolles Umfeld haben, einen hohe Identifikation mit dem Verein, viele Zuschauer bei den Heimspielen und eine sehr gute Infrastruktur vorfinden. Im Defensivbereich haben wir unsere Stärken im Zweikampfverhalten. Offensiv leben wir von unserer Vielfältigkeit, besitzen Stürmer von hoher individueller Durchschlagskraft, wie Pascal Hurth, Idris Lataev, Louis Linden, Newcomer Dennis Reiss und mit Johannes Weber. Auch im Mittelfeld haben wir Topleute, wie Nico Kirch, Michael Fantes, Kai Peters und Tristan Reger.

11ER: Wie schätzen Sie die SG Ruwertal derzeit ein? Sie standen dem Team ja auch mal als Cheftrainer vor.

Leis: Ruwertal hat nach wie vor eine sehr gute Mannschaft. Sie mussten sich auch erst an einen neuen Trainer gewöhnen und hatten eine Durststrecke von acht Spielen in Folge ohne Sieg durchmachen müssen. Deren Qualität ist unumstritten. Ich kenne den Großteil der Mannschaft noch sehr gut. Ich hatte auch dreieinhalb schöne Jahre dort.

11ER: Was verbindet Sie noch heute mit dem Verein?

Leis: Mit einigen Spielern bin ich noch heute befreundet, auch wenn man sich nicht mehr regelmäßig sieht. Karsten Willems, Hanni Schulz und Andreas Steffen sind mir schon ans Herz gewachsen, es sind ja auch Freundschaften entstanden in jener Zeit.

11ER: Haben Sie das Hinspiel gesehen?

Leis: Nein, da war ich noch nicht da. Doch ich habe mir einiges berichten lassen. Im Rheinlandpokalspiel haben wir mit Tawern dort 2:4 nach Verlängerung verloren. Sechs Tage später musste Tawern mit dem gleichen Ergebnis auch in der Liga in Kasel den Kürzeren ziehen. Im Pokal hatte Idris Lataev damals noch einen Elfmeter verschossen, in der Liga ist Tawern Mitte der zweiten Halbzeit die Puste etwas ausgegangen. Es besteht also noch reichlich Korrekturbedarf.