11ER: Nach vier Spieltagen steht beim SV Trier-Irsch II nur ein Punkt zu Buche. Was gibt es zum Saisonstart Ihrer Mannschaft zu sagen?

Sven Becker: Wir sind bisher nicht zufrieden und hatten uns etwas anderes ausgerechnet. Mit Osburg, Ehrang und Morbach II hatten wir ein schwieriges Programm gegen Mannschaften, die oben mitspielen wollen. Gegen Rascheid hätten wir gewinnen müssen, doch das war auf Personalprobleme zurückzuführen. Wir hätten trotzdem gerne den ein oder anderen Punkt mehr mitgenommen. Mit vier Punkten wären wir bei diesem Auftaktprogramm zufrieden gewesen. So ist es schon ein bisschen enttäuschend. Wir wussten aber, dass es schwer wird, da wir viele junge Leute integrieren müssen. Uns war also bewusst, dass der Saisonstart auch so laufen kann.

11ER: Ihre Mannschaft hat eigentlich genug Potenzial und beispielsweise mit Maximilian Dollwett auch Spieler, die bei der ersten Mannschaft erfolgreich Einsatzzeit sammelten. Wie nimmt die Mannschaft diesen Widerspruch zwischen vorhandenem Potenzial und der Realität der Tabelle wahr?

Becker: Sie sagen es: Wir haben richtig gute Qualität in unseren Reihen. Wären wir auf dem Dorf, wäre wir wahrscheinlich eine erste Mannschaft. Die Jungs können unsere Situation gut einschätzen und wir haben einen guten, aber dünn besetzten Kader. Wir haben rund 13 Leute, die richtig gute Qualität haben. In unserem 18-Mann-Kader sind dann aber auch fünf, sechs, die noch nicht diese Qualität haben. Wenn dann am Wochenende Spieler wegen Verletzungen, Urlauben, Terminen fehlen oder in die erste Mannschaft hochgezogen werden, wird es schwer. Das wissen unsere Jungs aber. Tatsächlich haben wir gestern darüber gesprochen, wer uns permanent als Spielermaterial zur Verfügung steht. Da kamen wir auf elf Mann plus zwei, die dazustoßen könnten. Wenn der ein oder andere da nicht bei 100 Prozent ist, hat man immer wieder Stolpersteine drin. Das zieht uns als Mannschaft aber nicht runter und unsere Jungs gehen sehr gut mit Rückschlägen um. Wenn wir alle Mann an Bord haben, können wir auch Mannschaften von oben ärgern. Wie gesagt muss dafür alles zu 100 Prozent passen und so laufen, wie wir uns das vorstellen. Das war in den letzten Wochen nicht der Fall.

11ER: Nach dem schwierigen Auftaktwochen geht es in den nächsten in die Vollen. Mit Farschweiler, Schweich III, Morscheid, Pölich und Leiwen II stehen fünf der kommenden sechs Gegner in der unteren Tabellenhälfte bzw. in der Kellerregion. Was haben Sie sich für diese Partien vorgenommen?

Becker: Sie sagen es genau richtig und wir haben es auch schon vor der Mannschaft angesprochen. Es warten jetzt einige Sechs-Punkte-Spiele auf uns. Wir haben jetzt gegen Farschweiler und Bekond zwei Heimspiele in Folge, die wir gewinnen wollen. Vor allem im nächsten Spiel wissen die Jungs, dass ein Sieg Pflicht ist. Alles andere wäre fast ein Unding. Wir haben aber gegen Rascheid gemerkt, dass es mit den drei Punkten nicht immer so einfach ist, wie man es sich wünschen würde. Aber noch mal: Wir spielen in unserem Wohnzimmer, kennen unseren Platz in- und auswendig und sehen einen Sieg als Pflicht. Gerade gegen die Mannschaften, die in unserer Nähe oder darunter stehen, ist die Marschroute drei Punkte.

11ER: Nach dem Aufstieg 2024/25 spielte Ihr Team bereits in der Mosel/Hochwald-Klasse und traf auf Farschweiler. Was erwarten Sie beim Wiedersehen?

Becker: So wie man es mitbekommt, hat sich Farschweiler verändert. Viele Leistungsträger, darunter ihr Spielertrainer, sind gegangen. Sie haben jetzt nicht mehr so viele Spieler, die Spiele entscheiden können. Das spielt uns natürlich in die Karten. Wir dürfen aber nicht ins Spiel gehen und denken, es wird ein Selbstläufer. Da wurden wir schon in der letzten Saison gegen Udelfangen eines Besseren belehrt. Die Mannschaft hat daraus gelernt und unterschätzt keinen Gegner mehr – egal, wo dieser steht oder wie viele Gegentore er hat. Trotzdem sind für uns die drei Punkte Pflicht und das wollen wir zeigen, in dem wir unsere Leistung bringen. Unsere Spielweise fruchtet immer besser und wir haben auch Ehrang und Morbach das Leben schwer gemacht. Du kannst aber noch so schön spielen, wenn am Ende die Punkte fehlen. Ich hoffe deshalb, dass sich das über die Saison gesehen ändert – am liebsten schon an diesem Wochenende mit einem Dreier.

11ER: Wie ist Ihre Mannschaft am Wochenende besetzt?

Becker: Ich hoffe, dass sich das Lazarett bei unserer ersten Mannschaft etwas lichtet und uns dann unser normaler Kader zur Verfügung steht. Wir haben zum Glück ein Heimspiel und das macht es für uns immer einfacher. Klar kommt immer mal wieder der ein oder andere runter, der Spielpraxis sammeln soll, doch wir spielen gerne mit unserer eigenen Truppe. Ein paar Spieler waren noch angeschlagen oder am kränkeln. Am Wochenende können wir aber hoffentlich wieder aus dem Vollen schöpfen.