Sowohl der SV Trier-Irsch als auch der SV Wittlich sorgten am vergangenen Wochenende für eine Überraschung und feierten Erfolge gegen favorisierte wie gestandene Bezirksligisten. Dass dies bei beiden Aufsteigern nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel ist, stellten die ersten Bezirksligawochen unter Beweis. Am Sonntag stehen sich die beiden Top-Aufsteiger nun direkt gegenüber.

Lehrgeld zu zahlen, gehört für Aufsteiger dazu – erst recht in der Bezirksliga.  Auch wenn diese Weisheit auf den SV Trier-Irsch und den SV Wittlich zutrifft, können beide Aufsteiger nach sieben Spieltagen zufrieden auf ihre bisherige Bilanz schauen. Der Grund: Anders als die SG Kylltal-Birresborn und die DJK St. Matthias Trier finden sich beide Teams im gesicherten Tabellenmittelfeld wieder.

Der SV Trier-Irsch belegt mit elf Punkten den siebten Rang und blieb die ersten vier Bezirksliga-Wochen ungeschlagen. Erst das Remis gegen Mitaufsteiger Matthias leitete eine kleine Schwächephase mit Niederlagen gegen Saartal (4:5) und Sirzenich (2:3) ein, ehe am vergangenen Wochenende ein 3:2-Sieg bei Titelaspirant FSV Salmrohr folgte. Und es wären sogar noch mehr Punkte möglich gewesen, führten die Irscher doch sowohl gegen Saartal als auch gegen Sirzenich. Letztendlich musste man in diesen Spielen aber besagtes Lehrgeld zahlen. 

Ähnlich erging es den Wittlichern, die nach einer Fabelsaison in der A-9 den ersten Dreier am dritten Spieltag gegen Daleiden verbuchen konnten. Es folgten knappe Niederlagen gegen den TuS Ahbach (1:2) und den SV Tawern (0:1). Ein Tief, das die Elf von Christian Schroeder in den letzten Wochen eindrucksvoll überwand. So schlug man die DJK St. Matthias mit 3:1 und drehte gegen die favorisierte SG Saartal einen 0:1-Rückstand in einen 2:1-Sieg. Unterm Strich stehen zehn Punkte und Rang neun. Eine gute Ausbeute, die Wittlichs Trainer allerdings nicht vollauf zufriedenstellt. Denn wie Irsch hätte auch der SVW „sechs, sieben Punkte“ mehr haben können: Gegen Ahbach verspielte der Aufsteiger eine Führung und leistete sich eine Rote Karte, in der Folgewoche gegen Tawern machte man zu wenig aus seinen Möglichkeiten und unterlag durch einen Elfmeter mit 0:1.

Abseits dieser Rückschläge stellten die Irscher und Wittlicher jedoch eines klar unter Beweis: Beide können in der Bezirksliga nicht nur mithalten, sondern sogar für Überraschungen sorgen. Letzteres zeigte der vergangene Spieltag. Und das, obwohl der Ansatz beider Teams aktuell ein anderer zu sein scheint. Denn während Irsch laut Coach Sebastian Szimayer auf kompromisslosen „offensiven Powerfußball“ setzt und bereits 18 Tore erzielte, stellen die Wittlicher mit Spitzenreiter SG Ellscheid die bisher stabilste Defensive der Bezirksliga West (acht Gegentore). Dies bedeutet allerdings nicht, dass der SVW über weniger Angriffskraft verfügt.

In der letzten Saison verbuchte Wittlich 90 Tore bei nur 22 Gegentoren und stellte mit Stefan Caspari (15 Tore), Michael Schroeder (28) und Niklas Servatius (20) die mit Abstand gefährlichste Angriffsreihe der Klasse. In dieser Saison wird diese Offensive noch durch Neuzugang Niklas Cillien verstärkt, der gegen Saartal innerhalb einer Minute gleich doppelt netzte. Dass nach sieben Spieltagen „nur“ elf Tore zu Buche stehen, ist laut Coach Schroeder auch der fehlenden Bezirksliga-Reife geschuldet. Noch präsentiere sich seine Mannschaft oft „zu grün hinter den Ohren“. Gleiches dürfte phasenweise auf die Irscher zutreffen, die eine der jüngsten Mannschaften der Bezirksliga stellen. Bisher bezahlte der SVI in erster Linie in der Defensive Lehrgeld – insbesondere mit zunehmender Spieldauer. Das zeigt auch die Statistik: Zwar erzielte Irsch sieben seiner 18 Tore in der Anfangsviertelstunde, kassierte dafür aber elf von 16 Gegentoren in der zweiten Halbzeit. Eine Auffälligkeit, die dem kraftraubenden „Vollgas-Fußball“ geschuldet ist. 

Aufgrund der Spiel-, Offensiv- bzw. Defensivstärke beider Mannschaften dürfte das Aufsteigerduell einige Überraschungen bereithalten. Ein Favorit lässt sich dabei nicht benennen, trennt Irsch und Wittlich doch nur ein Punkt. Zudem dürfen beide Teams nach ihren jüngsten Erfolgen mit breiter Brust in die Partie gehen. Auf dem Irscher Kunstrasen darf demnach ein spannendes Spiel mit offenem Ausgang erwartet werden.

Trier-Irsch, So., 27.09., 15.15h

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