Zum Auftakt in die neue Saison empfängt Aufsteiger DJK St. Matthias Trier mit dem SV Tawern „eine der interessantesten Mannschaften der Bezirksliga“. Ob der Favorit dieser Rolle gerecht wird, zeigt sich am Sonntagnachmittag in Trier-Feyen.
Der DJK St. Matthias Trier glückte bereits in der zweiten A-Klassen-Saison der Aufstieg in die Bezirksliga. Die Freude über den Meistertitel war groß und so ist es die Vorfreude auf die neue Saison. Letztere wird jedoch zumindest etwas getrübt, wie Matthias-Coach Ahmed Boussi durchblicken lässt: „Die Sommervorbereitung war, wie man es auch von Trainerkollegen hörte, mühsam. Für die Spieler ist es die Zeit, zu verreisen und dementsprechend ist dann auch die Trainingspräsenz nicht auf dem höchsten Level. Gerade nach unserem Umbruch, bei dem uns wichtige Säulen weggebrochen sind, war es nicht einfach, sich darauf einzustellen. Wir hatten in den Testspielen daher nie die Mannschaft zusammen, die man sich gewünscht hätte. Da mussten wir viel improvisieren und testen. Das ist aber auch das Positive an einer Vorbereitung, wenn man testen und Spieler auch mal auf anderen Positionen probieren kann.“
Michael Blau –, der nicht nur als Spieler, sondern auch als Co-Trainer fungierte – verließ den Verein in Richtung Ligakonkurrent Ruwertal. Jamal Abdulrafiu, Kingsley Njoume Essouma und Philippe Gericke suchten sich ebenfalls neue Herausforderungen. Schwer wiegt auch der Abgang von Torwart Leon Gerhard, welcher „uns extreme Sicherheit“ gab. Dafür ist die Zugangsseite ebenfalls lang: Mit Leo Reh, Julius Barbion (beide FSV Tarforst), Olivier Less, Rafael Dalinger, Mohamed Khalife, Burak Tepe sowie Kazym Nazarov ist der Kader breit besetzt. Dies wird auch nötig sein, denn am ersten Spieltag wartet mit dem SV Tawern ein Topteam der Liga.
Der Fünftplatzierte des Vorjahres hat in dieser Saison ebenfalls einen kleinen Umbruch zu bewältigen. Zwar ist der Kader der Tawerner weiterhin üppig besetzt, doch einige Leistungsträger stehen nicht mehr zur Verfügung. So wechselte Idris Lataev nach 16 Toren und 14 Assists in der vergangenen Saison als Spielertrainer zum TuS Hoppstädten. Ken Lippert, Christoph Streit und Melvin Clemens wechselten ebenfalls. Im Gegenzug wurde der SVT mit weiteren jungen Talenten wie Aniel Oliveira, Arian Zylfijaj, Jonas Gouverneur und Nils Arens verstärkt. Allesamt Spieler, die in dieser Spielzeit integriert und an das Niveau der Bezirksliga herangeführt werden müssen. In der Offensive meldet sich mit Carsten Vogel ein bekanntes Gesicht nach zwei Spielzeiten bei der SG Ayl im Dress der Tawerner zurück.
Ob der SVT im zweiten Jahr unter Benjamin Leis die Topplatzierungen der vergangenen Spielzeiten (5. 2025/26, 4. 2024/25, 2. 2023/24) bestätigen kann, darf mit Spannung erwartet werden. Im Rheinlandpokal gab man sich jedenfalls keine Blöße und schlug A-Ligist Leiwen-Köwerich nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich mit 3:1. Und auch für viele Teams der Liga zählt Tawern als Anwärter auf die vorderen Plätze. Auch Ahmed Boussi sieht in der Leis-Elf einen bockstarken Gegner, gegen den man als Aufsteiger klarer Außenseiter ist: „Mit Tawern wartet eine der interessantesten Mannschaften der Bezirksliga auf uns. Sie haben in den letzten Jahren als Verein immer einen Schritt nach vorne gemacht und man hat das Gefühl, dass es immer so weitergeht. Für diese Arbeit kann man Tawern nur ein großes Lob aussprechen. Mit Benjamin Leis haben sie einen sehr engagierten und guten Trainer. Tawern wird also ein richtig großer Brocken. Sie sind ein Team der Top-Five und werden diesen Anspruch wieder haben; wir sind Aufsteiger und kämpfen in dieser Saison und nach dem Umbruch nur ums Überleben. Tawern ist vielleicht die größtmögliche Herausforderung am ersten Spieltag. Wir wollen es locker angehen, alles versuchen und wenn am Ende trotzdem eine Niederlage steht, werden wir uns davon nicht aus der Bahn werfen lassen.“
Trier-Feyen, So., 09.08., 15.30h
Foto: Archiv/Sandra Maes
