Trotz des scheinbar eindeutigen Ergebnisses blieb die Partie von Spitzenreiter DJK St. Matthias gegen die aufstrebende Mannschaft von der Mittelmosel bis in die Schlussphase eng und umkämpft.


Erst die beiden späten Treffer von Ahmed Boussi und Jakob Distino in der Nachspielzeit ebneten den Hausherren final den nächsten Sieg. Der Spielertrainer höchstpersönlich war es, der das Netz nach 24 Minuten das erste Mal zappeln ließ. Boussi hatte eine Flanke von Pablo Müller am langen Pfosten mit dem Kopf über die Linie gedrückt. Es dauerte bis zur 73. Minute, ehe die DJK mit dem zweiten Treffer eine Vorentscheidung erzwang. Boussi hatte sich durchgetankt und auf Distino abgelegt, der nur noch einzuschieben brauchte. Die Gäste gaben sich nicht auf, kamen durch Alin Zait nach einem Freistoß zum 2:1-Anschlusstreffer (76.). Leon Gerhard hielt die Trier-Süder in dieser Phase mit starken Paraden im Spiel. Als Kenn aufmachte und alles riskierte, wurden sie zweimal eiskalt ausgekontert. Boussi traf mit seinem 20. Saisontor zum 3:1, Distino wenig später gar zum 4:1 (90.+6). Der Youngster hatte die Kugel stark über Christian Weingärtner gelupft. Kenns Co-Trainer Louis Welter machte zwei Dinge für die Niederlage mitverantwortlich: „Individuelle Fehler und Ahmed Boussi machten am Ende den Unterschied. In der ersten Halbzeit war Matthias die bessere Mannschaft und ging verdient mit einer Führung in die Pause. Im zweiten Durchgang waren wir jedoch spielbestimmend und insgesamt das bessere Team, sodass mit etwas Glück durchaus ein Punktgewinn möglich gewesen wäre. Beim Stand von 0:1 wurde uns zudem ein klarer Elfmeter verwehrt – wer weiß, wie sich das Spiel dann entwickelt hätte. Nichtsdestotrotz wirft uns die Niederlage nicht zurück: Wir haben weiterhin alles in der eigenen Hand. Es stehen noch vier Spiele an, in denen wir die nötigen Punkte holen wollen.“ DJK-Spielertrainer Ahmed Boussi gab folgende Einschätzung zu Protokoll: „Durch die hohen Temperaturen fanden beide Mannschaften nicht wie gewohnt in ihr Spiel, vieles spielte sich im Mittelfeld ab. Anschließend haben wir den Ball im Mittelfeld flotter laufen lassen, konnten die Bälle aber nicht so gut festmachen, um gefährlich zu werden. Da agierten wir zu statisch, trotz zwei, drei guter Chancen von Josip Komso und Pablo Müller. Mein Tor auf Flanke von Pablo kurz vor der Halbzeit war der Dosenöffner. In der zweiten Halbzeit war es ein wilderes und offeneres Spiel gewesen. Kenn hat Mut und Entschlossenheit gezeigt, sich nie aufgegeben und zweite Bälle gewonnen. Wir fuhren dann einen Konter, der zum 2:0 führte. Anschließend brauchen wir uns nicht zu beschweren, wenn es Elfmeter für den Gegner gibt. Wir mussten immer auf der Hut sein, nicht das Gegentor zu bekommen. Umso unverständlicher und fragwürdiger ist das 2:1 zustande gekommen. Der Schiedsrichter hat ein Foulspiel von uns mit einem lauten Pfiff geahndet. In dem Moment wurde der Ball auf den Sechzehner abgelegt und Alin Zait schoss aufs Tor. Trotz des vorhergehenden Pfiffs hat er das Tor gegeben. Nach diesem Gegentor war das Spiel komplett offen, wir mussten viele lange Bälle verteidigen und haben uns leidenschaftlich in alle Zweikämpfe und Bälle reingeworfen. Hintenraus konnten wir mit zwei guten Kontern das 3:1 und 4:1 erzielen. Der Sieg ging zu hoch aus, doch wir haben uns leidenschaftlich gegen eine Punkteteilung gewehrt und eine top Einstellung gezeigt.“

Foto: Archiv/Sandra Maes