11ER: Am vergangenen Wochenende verlor Ihre Mannschaft zum dritten Mal in Folge. Woran machen Sie diese Ergebnisse fest? Maßgeblich an der Wintervorbereitung oder gibt es andere Gründe?
Denys Surma: Unsere Wintervorbereitung ist gut gelaufen. Wir hatten viele Spiele und die meisten konnten wir erfolgreich gestalten. Auch gegen höherklassige Teams wie Kordel konnten wir gewinnen, nur gegen Weintal gab es eine Niederlage. Die Vorbereitung war also ordentlich und auch von der Anzahl der Spieler waren wir gut aufgestellt. Unser größtes Problem sehe ich woanders: Wenn man unseren Kader anschaut, sind ungefähr 50 Prozent der Spieler über 33. Es sind Spieler, die uns in dieser Saison leider nicht konstant zur Verfügung standen und stehen. Fast der ganze Rest der Mannschaft liegt bei 23 Jahren oder jünger. Diese zehn Jahre Differenz machen es uns sehr schwer, unsere Stabilität zu finden. Wir bräuchten mehr Spieler, die vom Altersschnitt dazwischen liegen und die nötige Erfahrung mitbringen, aber auch immer zur Verfügung stehen. Davon haben wir aber nur ein oder zwei. Unsere jungen Spieler sind ambitioniert und haben die nötige Klasse, aber die Erfahrung können sie noch nicht haben. Es ist normal, dass jetzt Fehler passieren, die sie in zwei, drei Jahren nicht mehr machen. Die Balance zwischen Alt und Jung fehlt uns und zeigt sich in dieser Saison. Hinzu kommt, dass unser Rasenplatz ständig gesperrt ist und wir oft nicht taktisch trainieren können. Ich muss auch sagen, dass es uns im Vergleich zur Vorbereitung bisher nicht gelungen ist, eine stärkere zweite Halbzeit zu spielen. Auch unsere Gegner muss man loben, die alle stärker waren als noch in der Hinrunde.
11ER: Es steht also ein Umbruch an. Wie steht es um die Jugendarbeit des Vereins?
Surma: Der Verein hat in den letzten Jahren viel Arbeit in die Jugendarbeit investiert und wir sind mit unseren vielen Jugendmannschaften und -spielern gut aufgestellt. Es kommen drei, vier Spieler hoch, aber bis der erste volle Jahrgang aufrückt und unseren Herrenbereich deutlich aufstockt, wird es noch ein bisschen dauern. Bis dahin müssen unsere alten Hasen noch durchhalten. Wie gesagt haben unsere jungen Spieler die nötige Klasse, aber es braucht Erfahrung, um uns zu stabilisieren.
11ER: Tobias Dahms zählt zu der Riege der jüngeren Spieler, bringt aber schon einiges an Erfahrung mit. Hat sich seine Rolle verändert oder wieso schafft er es in diesem Jahr nicht, an seine sehr starke Scorer-Quote der Vorsaison anzuknüpfen?
Surma: Bei Tobias hat das in diesem Jahr vor allem körperliche Gründe. Er hat Probleme mit dem Hüftbeuger und nach Spielen oft Schmerzen. Wir wollten ihm deshalb eigentlich die Zeit geben, sich zu erholen. Weil gegen Hochwald aber Spieler ausfielen, sprang er ein. Tobias ist eingeschränkt in seinen Handlungen, zeigt aber auch so immer eine gute Leistung.
11ER: Wie nimmt man es auf, dass man in der Mannschaft über so großes Potenzial verfügt, sich aber nur im Mittelfeld der Tabelle wiederfindet?
Surma: Von der Qualität, die wir haben, wenn alle Spieler da sind, sehe ich uns unter den Top Drei der Liga. Wir hatten zu Beginn der Saison leider diese Phase mit sehr vielen Verletzungen, was zu einigen Niederlagen führte. Bis die Verletzten zurück und in der richtigen Kondition waren, war die Spitze schon weg. Unsere Siege gegen Ehrang und Thomm sowie das gute Spiel gegen Tarforst zeigen aber, dass wir weiter nach oben gehören. Wie gesagt kam in dieser Saison vieles zusammen. Unser Kapitän Thomas Schad stand weniger zur Verfügung, unser spielender Co-Trainer Daniel Schönberger fällt aus, Rene Weber konnte nicht alle Spiele machen, Lars Weber war lange gesperrt, Pit Freichel fiel fast die ganze Saison mit Meniskusproblemen aus und ich verletzte mich im Tarforst-Spiel. Das sind sechs erfahrene Spieler, die für die erste Elf gedacht waren. Auch Nils Christoffel, der mit seinen 27 Jahren ein optimales Alter hatte, fehlt uns jetzt. Matthias Birkel hat sich am letzten Wochenende verletzt. Unsere jungen Spieler geben ihr Bestes, doch die fehlende Erfahrung auf dem Platz ist spürbar. Diese Übergangsphase des Generationswechsels müssen wir jetzt überstehen.
11ER: Die Mannschaft kann diese Saison demnach einordnen?
Surma: Wenn wir eine Analyse der Saison bis hierhin machen, wissen wir genau, woran es liegt. In der Hinrunde setzten wir 39 Spieler ein. So viel Qualität kann man gar nicht in der Breite haben, dass es dann noch für die ersten Drei reicht. Mit dem Ausfall vieler Spieler war einfach nicht zu rechnen. Auch Verletzungen junger Spieler wie Tim Müller, der sich einen Kreuzbandriss zuzog und über den im Aufbau viel laufen sollte, haben uns unvorbereitet getroffen. Aus dem Kader unserer Ersten sind es an den Spieltagen meist zwölf, 13 Spieler, der Rest wird mit der Zweiten aufgefüllt, die aber meist schon vorher spielte.
11ER: Mit dem FC Gielert wartet jetzt ein Gegner, der im Abstiegskampf jeden Punkt benötigt. Was für einen Gegner erwarten Sie?
Surma: Gielert war in der Hinrunde ein schwieriger Gegner, der nach vorne sehr aggressiv spielte. Sie gingen früh mit zwei Toren in Vorsprung, aber wir konnten das Spiel drehen. In der zweiten Halbzeit schafften sie es dann nicht mehr, gegenzuhalten. Was uns dieses Wochenende erwartet, weiß ich nicht. Wir haben aber großen Respekt vor ihnen und rechnen mit einem schwierigen Spiel. Das Schöne am Fußball ist, dass auch der Tabellenführer gegen den Tabellenletzten gewinnen kann. In der Kreisliga gilt das umso mehr. Wir haben die letzten Spiele gegen Mannschaften verloren, die hinter uns standen. Jetzt wollen wir alles geben, um endlich zu gewinnen. Gielert wird aber motiviert sein und genauso gewinnen wollen.
11ER: Wie ist Ihre Mannschaft am Wochenende besetzt?
Surma: Lars Weber dürfte nach seiner Sperre wieder spielen, aber ob er einsatzbereit ist, müssen wir – wie auch bei Thomas Schad – abwarten. Wir sollten wieder ungefähr zwölf Spieler der Ersten dabei haben und wieder auf die Unterstützung unserer zweiten Mannschaft hoffen.