11ER: War es ein Zitterspiel gegen den SV Lüxem mit dem späten Siegtreffer? Wie sind die Reaktionen Ihrer Spieler ausgefallen?

Steve Birtz: Wir waren natürlich alle glücklich, es spricht für unsere Mannschaft, dass wir bis zuletzt daran geglaubt haben. Und ja, so brutal kann Fußball sein. Auch wenn Lüxem in der letzten Minute noch eine Doppelchance hatte, so haben wir doch größtenteils das Spiel kontrolliert. Der Sieg ist somit vielleicht glücklich, am Ende aber nicht unverdient.

11ER: Ihre Mannschaft hat mit diesem Sieg Platz zwei verteidigt und jetzt fünf Punkte Vorsprung auf die SG Ruwertal. Mit einem Sieg in Schweich könnte sie Platz zwei vorzeitig sichern. Beschreiben Sie die Situation und was passiert, wenn Sie in Schweich verlieren sollten?
Birtz: Zwei Spieltage vor Schluss sind fünf Punkte Vorsprung auf Ruwertal ein ordentliches Polster. Doch niemand erwartet, dass wir etwas aus Schweich mitnehmen werden.

11ER: Wie fällt Ihre generelle Einschätzung der Saison aus? Was lief top, wo gab es Probleme?
Birtz: Wenn man als Aufsteiger nach 28 Spieltagen mit 59 Punkten auf dem zweiten Platz steht, dann kann man nicht so viel falsch gemacht haben. Egal, wie die Saison jetzt ausgeht, ich kann die Mannschaft nur loben. Wir haben einen großen und qualitativ guten Kader, da ist es nicht immer einfach, Spieler nicht spielen zu lassen. Somit haben wir es gerade am Anfang der Saison durch viel Rotieren geschafft, die Spieler bei Laune zu halten. Jetzt machen uns die vielen Verletzten zu schaffen – und doch gelingt es uns immer wieder, den Fokus auf die Spiele zu legen und Resultate einzufahren. Wir haben uns alle weiterentwickelt, und mit der jungen Mannschaft werden wir uns auch weiterhin entwickeln.

11ER: Ihre Mannschaft ist die einzige Mannschaft, die Schweich geschlagen hat. Welche Erinnerungen haben Sie an das Hinspiel?
Birtz: In dem Spiel passte alles. Trotz frühem Gegentor haben wir den Kopf nicht verloren. Wir waren aggressiv, hatten ein gutes Umschaltspiel und haben das Spiel gedreht. Gerade die letzten 20 Minuten mussten wir leiden, insgesamt haben wir jedoch nur wenige Torchancen zugelassen.

11ER: Mit welchen Mitteln können Sie Schweich ein zweites Mal bezwingen?
Birtz: Es ist Schweich hoch anzurechnen, dass sie, obwohl sie schon längst Meister sind, weiterhin fokussiert spielen und weiter gewinnen. Wegen der Hinspiel-Niederlage werden sie mit etwas Wut im Bauch spielen. Wir müssen auf der Hut sein, sie haben eine enorme Offensivqualität, lassen auch wenige Möglichkeiten zu. Trotzdem werden wir nichts unversucht lassen, ihnen immer wieder Nadelstiche zu versetzen. Durch die zahlreichen Ausfälle wird es eine enorme Herausforderung, die wir jedoch gerne annehmen.

11ER: Wäre der Verein generell bereit und in der Lage, ein zweites Mal in Folge aufzusteigen und dann in der Rheinlandliga an den Start zu gehen?
Birtz: Das ist alles Zukunftsmusik. Es sind noch zwei Spieltage zu spielen. Nur so viel: Wenn man sich sportlich qualifiziert, warum sollte man es nicht machen.

11ER: Welche Stärken können Sie bei Johannes Weber beschreiben?
Birtz: Jojo ist einer unserer konstantesten Spieler in dieser Saison. Er definiert sich durch seinen Charakter. Er ist kein Lautsprecher, aber stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft. Egal wo Jojo gebraucht wird, er gibt immer alles und reibt sich für die Mannschaft auf. Zudem freut es uns riesig, dass er sich in den letzten Spielen durch seinen Einsatz auch mit Toren belohnt hat.

11ER: Welche Stärken bringt Jonathan Konrad mit?
Birtz: Jonathan hat sich stets weiter entwickelt. Und das wird er auch weiterhin. Er hat alles, was einen guten Fußballer ausmacht. Er ist technisch versiert, schnell, hat eine gute Ausdauer und einen sehr guten linken Fuß. Als Linksverteidiger hat er mittlerweile über 20 Tore vorbereitet, alleine das spricht für ihn.