11ER: Im letzten Spiel musste sich Ihre Mannschaft der SG Pölich mit 2:7 geschlagen geben. Wo sahen Sie in dieser Partie die größten Probleme?

Andreas Wagner: Die Zuordnung im Defensivbereich hat nicht gestimmt und wie in den Spielen zuvor ließen wir auch gegen Pölich die Leidenschaft vermissen. Jeder Spieler sollte den Ehrgeiz haben, seine Zweikämpfe zu gewinnen und Gegenspielern klarzumachen, dass man der Bessere ist. Das ist bei uns aber zu häufig nicht der Fall. Wir haben nicht diesen letzten Willen, nicht die Leidenschaft, um oben mitzuspielen. Es ist aktuell zu vielen in unserer Mannschaft gleichgültig, ob wir um den Aufstieg mitspielen oder irgendwo im Mittelfeld stehen.

11ER: Sie sprachen oft davon, dass die fehlende personelle Konstanz ein großes Problem sei. Bisher setzten Sie rund 38 verschiedene Spieler ein – ein wahnsinniger Wert in einer Hinrunde. Hat sich denn in letzter Zeit Besserung eingestellt?

Wagner: Ich trainiere das erste Mal eine zweite Mannschaft und wusste, dass es personell schwieriger werden würde. Dass wir jetzt schon fast 40 Spieler einsetzten, hätte ich in der Form nicht erwartet. Wir mussten uns mit der Mannschaft komplett neu aufstellen und einen immensen Aufwand betreiben. Leider hat sich bisher keine nachhaltige Verbesserung eingestellt und ein Gerüst an Spielern gefunden, mit denen wir taktisch arbeiten können. Wenn jede Woche neue Spieler auf dem Platz stehen und man die taktischen Gegebenheiten am Spieltag neu erklären muss, lassen sich nur schwer die Ergebnisse einfahren, die wir uns wünschen.

11ER: Wie geht es weiter?

Wagner: Wir haben für Donnerstag eine Sitzung einberufen, bei der alle Spieler, die bei uns spielberechtigt sind, kommen sollen. Dabei möchte ich eine klare Kante zeigen und mir die Rückmeldung der Mannschaft holen. Es wird also eine richtungsweisende Sitzung, wie wir bis zur Winterpause weitermachen und uns auch darüber hinaus aufstellen.

11ER: Sie stellen also auch Ihren Trainerposten zur Debatte?

Wagner: Unser größtes Problem ist, dass wir das Potenzial und die Qualität in der Mannschaft haben. Das war auch der Grund, wieso ich mich nach dem Zusammenschluss entschied, die zweite Mannschaft zu übernehmen. Wenn die Spieler aber nicht bereit sind, ihren Beitrag zum Erfolg zu leisten, ergibt es keinen Sinn, weiterzumachen. Ich mache meine Trainertätigkeit also von der Entscheidung und dem Einsatz unserer Spieler abhängig.

11ER: Im nächsten Spiel wartet der SV Bekond, dem man im Hinspiel 3:4 unterlag. Was für einen Gegner erwarten Sie?

Wagner: Bekond ist ein unbequemer Gegner, der genau den Willen und die Leidenschaft zeigt, die bei uns so oft fehlen. Vom spielerischen Potenzial sind wir die bessere Mannschaft, aber nicht das, sondern das Gesamtpaket ist entscheidend. Wir spielen auf Kunstrasen und das wird Bekond entgegenkommen. Es wird ein schweres Spiel und wir müssen anders als im Hinspiel die Zweikämpfe jederzeit annehmen.

11ER: Personell können Sie wahrscheinlich noch keine Angaben machen, oder?

Wagner: Nein, da ist bei uns noch alles offen.