Beim SV Trier-Irsch und der SG Daleiden ist die Vorfreude auf den Saisonstart gleichermaßen groß. Kein Wunder, denn beide Mannschaften spielen nach Auf- und Abstieg in einer neuen Liga. Der Auftakt in der Bezirksliga West dürfte dabei vor allem für die Trierer zum frühen Härtetest werden.
Der SV Trier-Irsch blickt auf eine starke Saison 2025/26 zurück. Die Stadtteil-Elf zog zwar im Meisterschaftskampf mit der DJK St. Matthias knapp den Kürzeren, verdiente sich den Aufstieg in die Bezirksliga in der Relegation aber redlich. Ein großer Erfolg in einer langen Saison, die laut Irsch-Trainer Sebastian Szimayer ihren Tribut fordert: „Man merkt, dass wir eine sehr lange Saison mit anschließender Relegation hinter uns haben. Da gab es nicht viele freie Tage. Da ist es verständlich, wenn die Jungs in Urlaub fahren wollen und auch die A-Jugend-Spieler, die hochrückten, ihre letzten Sommerferien genießen wollen. Die Personallage ist dadurch aber schwierig und eine richtige Vorbereitung hatten wir gar nicht. Hinzu kommt, dass ein paar Spieler verletzt sind. Dann steht man dann auch mal mit 13 Mann im Rheinlandpokal und verliert.“
Tatsächlich ging die Generalprobe der Irscher schief, als man der SG Dhrontal mit 1:0 unterlag. Ein Weltuntergang ist das jedoch nicht, denn die Vorfreude auf die neue Klasse und Herausforderung überwiegt, wie Szimayer erklärt: „Es gibt keinen Grund zum Meckern. Die Jungs hatten sich ihren Urlaub verdient und es ist für uns kleinen Verein einfach ein schöner Erfolg, in der Bezirksliga spielen zu dürfen. Wir gehen die Saison mit viel Demut an und wissen, dass wir Lehrgeld bezahlen werden. Wir machen uns auch nichts vor. Es ist klar, dass wir um den Abstieg spielen werden. Nichtsdestotrotz freuen wir uns auf die Herausforderung und es ist doch schön, dass unsere Mannschaft, in der wahrscheinlich 95 Prozent noch die Bezirksliga spielten, diese Erfahrung sammeln können. Dass mit Daleiden jetzt direkt so ein Kracher kommt, macht das Ganze aber natürlich nicht leichter.“
Irschs Auftaktgegner SG Daleiden startet mit der gleichen Motivation in die Liga, hat jedoch eine ganz andere Saison hinter sich. So konnte sich die Elf, die 2024/25 den Meistertitel der Bezirksliga errang, nur ein Jahr in der Rheinlandliga halten. Dabei stand der Abstieg schon frühzeitig fest. Der neue Daleiden-Coach Jeromé Kolling fand aber alles andere als eine niedergeschlagene Truppe wieder, in der Spieler in neue Vereine flüchteten: „Die Mannschaft war in einem sehr guten Zustand und total intakt. Die Stimmung war und ist gut. Es war auch gut, dass es nur wenig Bewegung auf der Abgangsseite gab. Julian Propson beendete seine Karriere und ansonsten verließ nur Martin Schmitz den Verein.“ Zusätzlich kehrte Torjäger Johnny Bisschops zurück in die Eifel.
Entsprechend gut verlief die Vorbereitung, obwohl die Testspielergebnisse „durchwachsen“ gewesen seien. Auch, weil man gegen zwei Rheinlandligisten testete und verlor. Beim SV Trier-Irsch hoffen die Daleidener nun auf einen guten Start in die Saison. Einfach wird das laut Kolling aber nicht: „Ich erwarte mit Irsch eine sehr spielstarke und kampfstarke Truppe mit guten Einzelspielern.“ Trotz des Lobes für den Gegner: Daleiden ist in dieser Partie der klare Favorit.
Trier-Irsch, So., 09.08., 15.15h
Foto: Archiv/Sandra Maes
