Im Spiel des Tages gab es mit der DJK St. Matthias einen Sieger im doppelten Sinne.

Die Mannschaft von Spielertrainer Ahmed Boussi sicherte sich späte drei Punkte im Titelkampf und verteidigte damit seinen Zwei-Punkte-Vorsprung vor dem ärgsten Verfolger aus Trier-Irsch erfolgreich. Da die Partie zugleich auch als Halbfinalspiel im Kreispokal angesetzt war, zogen die Kicker aus dem Trierer Süden zudem ins Pokalfinale der A/B-Ligisten ein und treffen dort am 30. Mai auf Ligakonkurrent SG Weintal Oberemmel.

Die Partie begann nicht gut für den Rangvorletzten aus Ehrang und Pfalzel, denn Nikolai Smirnov hatte sich schon in der 25. Minute verletzt und musste dem eingewechselten Finn Konrad weichen. Die FSG entwickelte mächtig Druck und kam durch Mohamed Khalife nach einer Stunde Spielzeit zum Führungstreffer. In der Schlussphase glichen die Gäste aus Feyen in der 79. Minute durch Henry Jelen zum 1:1 aus. Als der umkämpften, aber auch spielerisch auf gutem Niveau stehenden Partie eine Verlängerung drohte, schlug die DJK eiskalt zu. Ahmed Boussi wurde im Strafraum von FSG-Keeper Max Schmitt regelwidrig zu Fall gebracht. Jamal Abdulrafiu nahm sich des Strafstoßes an und vollendete zum viel umjubelten 2:1-Siegtreffer in der dritten Minute der Nachspielzeit. Die tapfer kämpfenden Ehranger hatten nicht nur drei Punkte im Abstiegskampf, sondern auch das Halbfinale im Pokal denkbar knapp verloren.

FSG-Trainer Christoph Marzi lobte trotz der Niederlage das gesamte Team. „Es war ein echt hochklassiges A-Klassen-Spiel, mit einem leider unglücklichen Ausgang für uns. Die erste Halbzeit hatte St. Matthias mehr Spielanteile, aber wir haben die meisten Sachen gut wegverteidigt. Wir kamen mit mehr Power aus der Kabine und haben uns mit einem gut erarbeiteten Tor belohnt.“ Wie Marzi betonte, habe der Unparteiische eine Szene danach zum Nachteil für seine Mannschaft bewertet. „Dann kamen zwei unglaubliche Entscheidungen des Schiedsrichters. Janik Lerch dribbelte im Eins-gegen-eins den Torwart aus, wurde entscheidend von ihm an der Ferse getroffen, aber der Pfiff blieb zu unserem Unverständnis aus. Das hätte das mögliche 2:0 sein können. Wegen der klaren Verhinderung einer Torchance auch Rot für den Tormann. Fünf Minuten später wurde Sascha Kraus überhart von hinten und ohne Chance auf den Ball umgegrätscht, doch es gab nur Gelb. Das sind Entscheidungen, die für mich absolut spielentscheidend waren. Das 1:1 fiel durch ein ,Ping-Pong-Tor‘ nach einer Ecke. Was musste kommen? Der Elfmeter für St. Matthias. Klar, es war einer, aber bei den Entscheidungen vorher ärgert mich das Ganze umso mehr. Ich kann meiner Mannschaft nicht viel vorwerfen. Sie haben 90 Minuten gefightet und daran gilt es, weiter anzuknüpfen. Wir müssen das jetzt einfach schlucken, abhaken und den Spaß der letzten Wochen weiterhin auf den Platz bekommen.“

Erleichtert über den Doppelsieg zeigte sich DJK-Spielertrainer Ahmed Boussi. Dabei hatte seine Mannschaft überhaupt nicht gut ins Spiel gefunden. „In der ersten Halbzeit haben wir komplett die Spannung vermissen lassen, wir wirkten sogar ängstlich und verkrampft. Die Köpfe waren nicht frei. Der Rückstand bedeutete einen gewissen Hallo-Wach-Effekt für die gesamte Mannschaft, die dann deutlich mehr den Ball gefordert hat und weiterhin offensiv ausgerichtet war. Doch wir waren auch noch nicht zielstrebig genug.“ Wie der 37-Jährige durchblicken lässt, hatte seine Mannschaft trotz vieler Stockfehler zwei Hundertprozentige durch Boussi selbst und Josip Komso im ersten Durchgang ausgelassen. „Nach dem 1:1 von Henry Jelen hatte ich ein gutes Gefühl, den Sieg noch ziehen zu können, weil wir das hintenraus schon öfter gemacht hatten in dieser Saison. Ehrang wirkte verunsichert und so haben wir tatsächlich in der Nachspielzeit den Sieg noch gezogen. Erwähnenswert ist die Tatsache, dass wir das Spiel auch von der Bank gewonnen haben. Henry Jelen und Dreni Mehani haben das überragend gemacht nach ihren Einwechslungen.“ Siegtorschütze Abdulrafiu bekam vom Trainer ein Extralob serviert. „Jamal hatte schon zwei Elfmeter verschossen, doch erneut Verantwortung übernommen. Er hat den Elfer mit großem Selbstvertrauen verwandelt.“ In Bezug auf die strittigen Szenen meinte Boussi, dass der „Ehranger Torwart übereifrig aus seinem Kasten rausgekommen ist und mich von den Socken geholt hat. In der anderen Szene hat mein Torwart klar zu verstehen gegeben, dass kein strafwürdiges Foulspiel vorgelegen hat. Der Schiedsrichter hatte für meine Begriffe eine klare und harte Linie verfolgt und hat diese auch bis zum Schluss so durchgezogen“. 

Foto: Archiv/Sandra Maes