11ER: 35 Tore erzielte der FC Könen in fünf Spielen und steht mit der perfekten Punktausbeute auf dem ersten Platz der B-10 – ein außergewöhnlicher Start. Was gibt es von Ihrer Seite dazu zu sagen?
Marcel Herrig: Wir sind in unseren Offensivaktionen in diesem Jahr viel effektiver geworden und machten aus unseren vielen Gelegenheiten gute Abschlüsse, die zu Toren führten. Im letzten Spiel konnten wir auch das erste Mal zu Null spielen. Auf die Defensivarbeit werden wir in dieser Woche und in der nächsten nochmal besonders achten. Offensiv sieht es gut aus, aber wenn man jedes Mal zwei, drei Gegentore kassiert, ist das zu viel.
11ER: In der vergangenen Saison zählte die Könen-Offensive mit 83 Toren bereits zu den stärksten der Klasse, doch im Gegenzug kassierte man 15 Tore mehr als die Mannschaften auf den Podiumsplätzen. Kann das den Unterschied gemacht haben?
Herrig: Definitiv. Wir haben in dieser Saison deshalb ein besonderes Augenmerk auf die defensive Stabilität gelegt und auf ein paar Positionen umgestellt. Beispielsweise spielt unser Kapitän nicht mehr direkt vor mir als tiefer Sechser, sondern daneben. Marc Fußangel haben wir eins nach hinten auf die Zehn gezogen, wo er nicht nur trifft, sondern auch viele Vorlagen gibt. Vorne drin spielt Adonis Gashi, dem es zwar etwas an Spielpraxis fehlte, der aber ein Vollblutstürmer ist und jetzt immer besser reinkommt.
11ER: Ihre Mannschaft spielt in diesem Jahr also nicht offensiver?
Herrig: Nein, wir sind nicht zwingend offensiver, obwohl wir in den letzten Spielen so viele Tore schossen. Da sticht das 13:2 gegen Saarburg heraus. Im Gegensatz: Wir stehen eher einen Ticken tiefer als in der letzten Saison. Wir haben uns viele Gedanken darüber gemacht, wie wir unsere Offensivstärke anders einbringen können. Es ist nicht unser Konsens zu sagen: „Wir wollen 100 Tore schießen“, wenn wir defensiv anfällig sind. Das Gegenteil ist der Fall und wir wollen lieber aus einer guten Defensive heraus spielen.
11ER: Mit Dritan Latifi, Mahmud Mansour und anderen hat der FC Könen ein paar Neuzugänge verzeichnen können. Wie haben sich diese bisher integriert?
Herrig: Dritan hat in den letzten Wochen viel Spielzeit bekommen und sich sehr gut integriert. Er ist auf verschiedenen Positionen einsetzbar. Das Problem ist, dass er wegen seiner Arbeit nicht immer trainieren kann. Er kratzt aktuell aber an der Startelf. Mahmud kam aus Wasserliesch und bei ihm ist es wegen Schichtdienst ein ähnliches Thema. Bisher konnte er nur gegen Sirzenich spielen, machte dort aber ein gutes Spiel. Alle Jungs, die wir dazu bekommen haben, bringen uns fußballerisch weiter.
11ER: Im nächsten Spiel wartet der SV Konz, der erneut schwankend gestartet ist. Die direkten Duelle im Vorjahr waren aber immer eng und wurden meist in den Schlussminuten entschieden. Was erwarten Sie für eine Partie in dieser Saison?
Herrig: Konz ist momentan eine Wundertüte für mich. Letzte Woche konnten sie gegen Ayl gewinnen und ich denke, dass sie sich jetzt gefangen haben. Wir haben Konz zuletzt im VG-Pokal gesehen und konnten sie dort schlagen. Wir hatten gegen Wasserliesch schon viele Zuschauer und das wird in Konz wahrscheinlich auch der Fall sein. Da wir Tabellenführer sind, ist der Anreiz größer, uns ein Bein zu stellen. Gerade weil in den letzten Jahren eher Konz die überlegene Mannschaft war und höherklassig spielte. Das wird es auf ihrer Seite brennen. Wir wollen uns einfach auf unser Spiel konzentrieren. Schaffen wir das, sollte nicht viel passieren.
11ER: Wie sieht es personell vor dem Derby aus?
Herrig: Prinzipiell sieht es sehr gut aus. Bisher hat sich kein Spieler abgemeldet. Aufgrund seines Studiums wird uns künftig Felix Hauer nicht mehr regelmäßig zur Verfügung stehen. Er fehlte uns zuletzt schon durch einen gebrochenen Zeh.
