11ER: Ein Sieg, zwei Remis und eine Niederlage – wie lautet Ihr Fazit zum Saisonstart der SG Ruwertal/Gutweiler?

Bastian Jung: Durchwachsen bis schlecht. Nein, jetzt im Ernst: Mit der ersten Pokalrunde und den Spielen gegen Wittlich und Walsdorf können wir zufrieden sein, mit den Spielen gegen Ellscheid und zuletzt gegen Kylltal aber nicht. Wir haben Probleme mit Verletzungen und hoffen, dass der ein oder andere langsam zurückkommt. Gerade Fabian Eiden fehlt uns aktuell an allen Ecken und Enden. Er ist zum Glück im Aufbautraining und bald wieder dabei. Mit der Leistung im Pokal gegen Trier konnten wir auch zufrieden sein. Gegen Kylltal waren wir zwar nicht gut, aber wir konnten uns mit dem ersten Dreier belohnen. Wir befinden uns in einer schwierigen Phase und es wird keine leichte Saison werden. Ich denke, dass wir jetzt auf einem guten Weg sind. Die Jungs ziehen gut mit und das Trier-Spiel hat uns motiviert und Selbstvertrauen gebracht.

11ER: Sie haben den Ausfall von Fabian Eiden, der sehr torgefährlich ist, bereits angesprochen. Klemmt es auch deshalb aktuell in der Offensive, die erst dreimal treffen konnte?

Jung: Wir haben taktisch den ein oder anderen Fehler gemacht. Das waren Dinge, die wir in der letzten Woche angesprochen haben. Mit Benjamin Thorbeck haben wir einen Strafraumstürmer bekommen, den wir viel zu wenig in Szene gesetzt haben. Wir übten durch das Zentrum zu wenig Druck nach vorne aus. Gegen Kylltal funktionierte es besser und wir erspielten uns sechs, sieben Torchancen. Wir kamen oft über die Außen durch, wobei leider oft der letzte Pass nicht ankam. Nach so einer langen Phase ohne richtige Torchance ist das aber normal. Benni konnte jetzt sein erstes Tor schießen und ich hoffe, der Knoten ist geplatzt. Er ist von seinen Anlagen jemand, der uns 15 bis 20 Tore in der Saison schießen kann, wenn wir ihm die Chance dazu geben. Wie gesagt: Wir haben taktische Dinge angesprochen und wollen jetzt unter anderem mehr Druck über das Zentrum ausüben. Dass uns Fabian Eiden, der in der letzten Saison unser bester Torschütze war und noch einige Assists gab, fehlt, merkt man trotzdem. Gerade deshalb, weil er ein Bindeglied zwischen Angriff und Abwehr ist. Niederemmel wird zu früh für ihn kommen, aber vielleicht kommt er gegen Schleid zu seinem ersten Kurzeinsatz. 

11ER: Benjamin Thorbeck ist 38, ihr weiterer Neuzugang Leon Wegner dafür erst 18. Steht dieser Unterschied auch ein wenig für den Kader Ihrer Mannschaft?

Jung: Es ist ein Thema, mit dem wir uns schon im letzten Sommer beschäftigt haben. Generell stehen wir als Verein dazu, kein Geld zu bezahlen. Das macht es uns gegenüber der Konkurrenz teils schwieriger, Spieler an Land zu ziehen. Ich bin froh, dass es mit Leon geklappt hat. Er ist noch wahnsinnig jung, hat bisher aber einen guten Eindruck hinterlassen. Gegen Kylltal hatte er vier, fünf, sechs gute Aktionen nach vorne. Es klappt nicht alles und er muss noch einiges lernen, doch das ist in seinem Alter völlig normal. Im kommenden Sommer wollen wir unseren Kader weiter verjüngen. Einige ältere Spieler werden dann wahrscheinlich kürzertreten, dafür kommen zwei, drei Jugendspieler hoch. Sie machten in den Spielen, die ich von ihnen sah, einen guten Eindruck. Wir sind auf einem guten Weg und schon mit dem ein oder anderen Spieler in Kontakt, der noch dazukommen könnte. Insgesamt haben wir im Kader eine gute Mischung zwischen jungen und älteren Spielern, bei denen schon mal kleine körperliche Gebrechen dazugehören.

11ER: Im nächsten Spiel wartet der SV Niederemmel. Was für einen Gegner erwarten Sie mit dem SVN, der weiterhin auf Trainersuche ist?

Jung: Wir kennen Niederemmel noch aus dem letzten Jahr und da taten wir uns im Hinspiel sehr schwer. Das Rückspiel war eine recht klare Sache, doch dadurch wird es jetzt nicht einfacher. In Piesport auf dem engen Kunstrasenplatz, bei dem die Zuschauer nah am Geschehen sind, muss man erst mal bestehen. Niederemmel hat in dieser Saison nicht viel zu verlieren und ist eine Mannschaft, die über ihre Körperlichkeit und Mentalität kommt. Spielerisch – und da bin ich arrogant – sind wir die bessere Mannschaft. Wenn wir aber die Grundtugenden wie Kampf- und Laufbereitschaft oder Zweikampfhärte vermissen lassen, nehmen wir gegen Niederemmel nichts mit. Nichtsdestotrotz: Als Mannschaft mit einer Erwartungshaltung wie unserer sollten wir in Niederemmel gewinnen. 

11ER: Wie steht es um die Personalsituation?

Jung: Karsten Willems ist im Urlaub und Jeremy Kaiser ist durch seine Gelb-Rote Karte gesperrt. Das ist nicht so prickelnd. Tobias Krämer kommt aus einer Verletzung zurück und Pascal Neumann sollte wieder eine Option für die Startelf sein. Michael Blau ist ebenfalls zurück. Christopher Pieper ist wieder fit. Bei Jonas Jung hat sich eine Schürfwunde entzündet, da müssen wir abwarten. Bis auf Willems, Kaiser und unsere Langzeitverletzten sollten also alle dabei sein.