11ER: Der Saisonstart beim SV Niederemmel war turbulent. Was gibt es zur aktuellen Lage zu sagen?

Jörg Endries: Unsere Situation und der kurzfristige Rücktritt von Sascha Kohr ist ja weithin bekannt, aber der Klassenerhalt ist und bleibt unser Ziel. Wir sind auch nicht so schlecht aufgestellt, wie es oft behauptet wird. Unser Kader ist in der Breite größer geworden. Aktuell haben wir aber leider ein paar Verletzte und Leistungsträger, die uns fehlen. Mario Görgen fehlt uns wegen einer Knieverletzung und auch Tom Mayer oder Eric Hagen fallen aus. Nichtsdestotrotz haben wir eine gute Trainingsbeteiligung und die Mannschaft hält zusammen. Die Trainersituation ist natürlich ein Problem. Manuel Leitzgen betreute die Mannschaft in den ersten Spielen, steht aber jetzt nicht mehr zur Verfügung. Unser Spielführer Benedikt Vogedes übernimmt jetzt interimsweise, bis wir hoffentlich bald eine dauerhafte Lösung gefunden haben.

11ER: Das Remis zum Start gegen Walsdorf war zufriedenstellend, doch gegen Aufsteiger Kylltal dürften Sie sich mehr ausgerechnet haben … 

Endries: Wir müssen gegen Kylltal eigentlich mit 3:0 führen und hatten das Spiel lange Zeit im Griff. Nach dem 1:0 musste ein Leistungsträger mit einer Zerrung vom Platz. Wir hatten dann zwei 19- bzw. 20-Jährige im Mittelfeld und nicht mehr den Zugriff. Ein individueller Fehler führte zum 1:1. Am Ende war es eine unnötige Niederlage. Gegen Schleid kann man auswärts schon verlieren. Sie sind gut besetzt und werden in dieser Saison weiter oben mitspielen. Gut ist, dass wir mit Iwu Chukwuemeka einen Spieler hinzugewinnen konnten, der einen guten Einstand hatte. Gegen Birresborn mussten wir ihn ins kalte Wasser schmeißen, doch er machte seine Sache gut und schoss zwei Tore. Unsere Jungs machen es bisher gut und hängen sich voll rein. 

11ER: Wie sollte der Trainer aussehen, der den SV Niederemmel übernimmt? Worauf kommt es in der aktuellen Situation an?

Endries: Es ist natürlich nicht leicht, einen Trainer zu finden, der zu diesem Zeitpunkt in der Saison übernimmt. Das ist schon eine ungewöhnlich Situation. Trotzdem sind wir guter Dinge. Wir werden schon als Absteiger Nummer eins abgestempelt, aber ich sehe das anders. Wir haben eine gute Trainingsbeteiligung und trotz einiger Verletzungen immer 15, 16 Mann im Training. Die Stimmung in der Mannschaft ist gut. Jedes Spiel muss erst einmal gespielt werden und wieso sollten wir nicht daran glauben, dass wir in der Lage sind, zu punkten? Wir rechnen uns auch gegen Ruwertal etwas aus. Gerade zuhause haben wir in der letzten Saison starke Auftritte gezeigt.