11ER: Sie haben vor der Saison darauf hingewiesen, dass sich Ihr Team, die SG Ellscheid, weiter verjüngt habe. Nun steht man nach drei Spieltagen als einziges Bezirksligateam mit der perfekten Ausbeute von neun Punkten da. Hätten Sie mit einem solch guten Start gerechnet?

Markus Boos: Nein, nicht in diesem Ausmaß. Wir wissen, dass wir gute Jungs haben, die sehr gut ausgebildet sind. Dass die Rädchen aber so schnell ineinandergreifen, war nicht zu erwarten. Das liegt auch daran, dass die Mannschaft ein echter Haufen ist. Gefühlt haben wir seit Jahren keine Fluktuation und Abgänge sind Spieler, die ihre Karriere beenden. Es ist über Jahre etwas zusammengewachsen. Yannick Becker habe ich vor zehn Jahren schon in der A-Jugend trainiert. Er war der erste Spieler, den wir hochzogen und mit Tom Hoff und anderen hat sich das fortgesetzt. Das merkt man in der Trainingsqualität und Trainingsbeteiligung. Wir spüren, dass sich in den nächsten Jahren etwas entwickeln kann. Gleichzeitig wissen wir, dass auf unserem Weg noch viele Dämpfer folgen werden.

11ER: Was macht Ihre Mannschaft aktuell so stark?

Boos: Im Vergleich zu den letzten Jahren sind wir nicht mehr so ausrechenbar. Da hatten wir oft nur zwei, drei Spieler, die Tore erzielen konnten. Jetzt sind es eher vier oder fünf, die sehr torgefährlich sind. Dass wir zweimal in Folge zu Null gespielt haben, gab es gefühlt Jahre nicht mehr. Unsere Defensivarbeit, die vorne anfängt, klappt momentan besser. Hinzu kommt, dass wir mit unserem einzigen, richtig externen Neuzugang Marlon Rössel einen guten Fang gemacht haben. Er bringt viel Geschwindigkeit mit und gibt uns damit eine Komponente, die wir so noch nicht in unserem Spiel hatten. Eine unserer größten Stärken ist aktuell, dass wir Eins-zu-eins wechseln können. Gerade am Wochenende hat man gut gesehen, dass wir noch viel Qualität auf der Bank hatten und dadurch neue Impulse ins Spiel bringen konnten. Diese Breite auf der Bank hatten wir in den letzten Spielzeiten nicht.

11ER: Wie kam es zum Transfer von Marlon Rössel und welche Rolle übernimmt er in Ihrem Spielsystem?

Boos: Marlon hat mit vielen unserer Jungs sein Abitur gemacht. Sie hatten also einen super Draht zueinander. Ich war mir ein B-Klassen-Speil von ihm anschauen und habe gemerkt, dass der Junge was hat. So kam dann eins zum anderen. Bei uns spielt Marlon auf dem rechten Flügel und bringt dort sein hohes Tempo und seine Aggressivität ein. An der ein oder anderen Sache, zum Beispiel im technischen Bereich, werden wir arbeiten. Mit zwei Toren und Vorlagen hat er aber schon gezeigt, dass er gut zu uns passt und sich wohlfühlt. 

11ER: Gegen Daleiden ist es jetzt ein bisschen verkehrte Welt: Ihr junges Team führt die Liga an und der Absteiger, der von vielen als ein Topfavorit gesehen wird, startete mäßig. Wie ist die SG Daleiden einzuschätzen?

Boos: Wir wissen es noch aus unserem Abstiegsjahr, dass es nicht leicht ist, sich in der Bezirksliga zurechtzufinden. Ich sehe Daleiden noch nicht als Gegner, der Druck hat, obwohl sie langsam ins Punkten kommen wollen. Sie haben auch einen neuen Trainer und da klappt nicht immer gleich alles von Anfang an. Ich spielte schon vor zehn, 15 Jahren gegen Jérôme und auch der Rest ihrer Mannschaft bringt viel Erfahrung mit – das ist ein krasser Gegensatz zu uns. Viele ihrer Spieler sind schon zehn Jahre auf diesem Niveau aktiv und treffen jetzt auf unsere jungen Burschen. Das wird ein ganz schweres Spiel für uns. Dennoch haben wir uns ein Ziel gesetzt und wollen im August ungeschlagen bleiben. Ob wir einfach oder dreifach punkten, werden wir sehen, doch es ist auf jeden Fall unser Ziel, auch gegen Daleiden ungeschlagen zu bleiben. Dafür müssen wir defensiv erneut stabil stehen.

11ER: Wie ist die personelle Lage vor dem Gastspiel?

Boos: Matteo Jaax, der sich als unser Abwehrchef hervorgetan hat, wird wegen eines Betriebsausflugs fehlen und Christopher Häb ist im Urlaub. Wir werden unsere Kette also etwas umstellen müssen. Ansonsten sollten alle da sein.