Mit drei Siegen aus drei Spielen ist die SG Ellscheid die einzig verbliebene Mannschaft der Bezirksliga West ohne Punktverlust. Eine Erfolgsserie, die am Samstag von der SG Daleiden auf die Probe gestellt wird, der es nach drei sieglosen Partien nach dem ersten Dreier dürstet.

In der vergangenen Spielzeit benötigte die SG Ellscheid acht Spieltage, um die ersten drei Saisonsiege zu verbuchen. Eine Marke, die man nun bereits nach drei Partien einstellte. Eine komfortable Situation für den Vorjahresneunten, der nun aktuell acht Punkte mehr auf dem Konto hat als zum gleichen Zeitpunkt der letzten Saison. Mehr noch: Nach drei Spieltagen sind die Ellscheider die einzige Mannschaft der Bezirksliga West, die noch keine Punkte abgeben musste. Eine faustdicke Überraschung – auch für die Ellscheider selbst.

So habe man zwar vom großen Potenzial der Mannschaft gewusst, doch dass alle „Rädchen so schnell ineinandergreifen, war nicht zu erwarten“, wie Spielertrainer Markus Boos zugibt. Gerade, weil die ohnehin schon junge Truppe abermals verjüngt wurde. Bedeutet: Mit Simon Zillgen oder Vincent Popanda stehen wieder Spieler im Kader, die für die eigene Jugend aufliefen und nun ihr erstes volles Seniorenjahr absolvieren. Währenddessen profitierten andere Youngster von der Erfahrung, die sie in der letzten Spielzeit bzw. Spielzeiten sammeln durften. Die Verjüngungskur ist jedoch nicht eigenverantwortlich für den perfekten Start.

Mit weniger Ausrechenbarkeit in der Offensive und einer Bank, die Eins-zu-eins-Wechsel erlaubt, führt Boos weitere Argumente ins Feld. Auf Ersteres hat auch der externe Neuzugang Marlon Rössel Einfluss, der seine Geschwindigkeit in das Ellscheider Spiel einbringt und zum Auftakt gegen die SG MSN-Schleid sowie gegen den SV Lüxem traf. Auch der 19-jährige Tom Hoff zeigt sich mit vier Treffern in den ersten drei Partien so treffsicher wie im Vorjahr (15 Tore in 27 Spielen). Gleich gilt für Paul Minninger, der ebenfalls zwei Tore zu den jüngsten Erfolgen beisteuerte. 

Acht Tore verbuchte die SGE bisher – und das nicht zu Lasten der defensiven Stabilität, wie die letzten beiden Spiele ohne Gegentreffer zeigten. Allesamt Stärken, die man auch in der kommenden Partie einbringen muss, will man die Zielsetzung „Im August ungeschlagen bleiben“ umsetzen. Der Grund: Mit der SG Daleiden wartet ein Team, das für viele zum erweiterten Favoritenkreis zählt.

Nach der schwierigen letzten Saison, die mit dem direkten Abstieg aus der Rheinlandliga und nur wenigen Erfolgen endete, findet sich die Spielgemeinschaft in der Bezirksliga West wieder. Die gute Nachricht: Am Kader hat sich kaum etwas verändert und die Mannschaft blieb größtenteils zusammen. Dem neuen Coach Jérôme Kolling steht damit eine Elf zur Verfügung, in der nur wenige Neuzugänge integriert werden müssen und die 2025/26 bewies, über welches Potenzial sie verfügt. Allerdings konnte man dieses bisher nur bedingt abrufen. 

Im Auftaktspiel gegen Aufsteiger Trier-Irsch bewiesen die Daleidener eine starke Moral und meldeten sich nach zwei Zwei-Tore-Rückständen zurück. Auch wenn man am Ende den Sieg verpasste, darf der Punktgewinn (3:3) als guter Einstand verbucht werden. In der Folgewoche verpasste es die Kolling-Elf, den Schwung mitzunehmen und unterlag dem Titelaspiranten Salmrohr mit 1:4. Eine Niederlage, auf die eine weitere Nullrunde beim SV Wittlich folgte (0:3). Bitter, denn beim Gastspiel machte der Absteiger lange Zeit das Spiel, schaffte es aber nicht, den Ausgleich zu erzielen. Ein Doppelschlag in den finalen Minuten entschied die Partie schließlich zugunsten des Aufsteigers. 

Vor dem Aufeinandertreffen Daleidens und Ellscheids stellen sich damit vor allem aufseiten der Hausherren einige Fragen, die es nun ausgerechnet gegen den euphorischen Spitzenreiter zu beantworten gilt. Der hat seine Ambitionen verdeutlicht und will seine Ungeschlagen-Serie in der Liga fortsetzen. Die SGD dürfte wiederum alles daran setzen, um dies zu verhindern. Denn gerade nach der aufreibenden Vorsaison dürstet es den Vereinten aus Arzfeld, Daleiden und Dasburg nach Siegen. 

Daleiden, Sa., 29.08., 19.00h

Foto: Aarchiv/Maes