Nach zwei Aufstiegen binnen drei Spielzeiten geht die DJK St. Matthias Trier mit anderen Ansprüchen und Zielen in ihre Premierensaison. Der kommende Gegner und Vorjahresvierte SV Sirzenich will im dritten Bezirksligajahr hingegen bestätigen, dass man dauerhaft in der Klasse verweilen will und kann.
Am ersten Spieltag der neuen Bezirksliga-Saison verbuchten gleich drei der vier Aufsteiger einen Achtungserfolg. Der SV Wittlich teilte sich mit der SG Ruwertal die Punkte, der SV Trier-Irsch verpasste gegen Rheinlandliga-Absteiger Daleiden nur knapp den Sieg und auch die DJK St. Matthias Trier führte mit dem SV Tawern ein Ligaschwergewicht an den Rand einer Niederlage. Leichter werden die Aufgaben für die Mattheiser in naher Zukunft nicht, denn das Auftaktprogramm der Elf von Ahmed Boussi hat es in sich: SV Tawern, SV Sirzenich und SG Saartal, gefolgt vom FSV Trier-Tarforst im Rheinlandpokal. Ein Programm, um das den Aufsteiger wohl kaum jemand beneiden dürfte. Boussi jedoch sieht die Vorteile darin, direkt gegen einige der Topteams antreten zu dürfen und so früh in der Saison mögliche Baustellen aufgezeigt zu bekommen. Denn 2026/27 dürfte eine andere Spielzeit auf die DJK warten, als man es in den vergangenen Jahren gewohnt war.
Boussi übernahm die Elf 2023/24 als Spielertrainer und führte sie noch im gleichen Jahr zum Meistertitel der B-11. Gleich in der ersten A-Klassen-Spielzeit rangierte man auf Rang drei und zählte damit zu den Topfavoriten auf den Titel in der letzten Saison – eine Rolle, die man mit dem Titelgewinn und dem zweiten Aufstieg binnen drei Jahren bestätigte. In der Bezirksliga zählen die Mattheiser nun erstmals seit mehreren Jahren nicht zum erweiterten Favoritenkreis, konzentrieren sich vielmehr auf den Klassenerhalt. Phasen, in denen es nicht so gut laufe, seien eingeplant. Allerdings müsse die Mannschaft laut Boussi in dieser Saison lernen, Niederlagen wegzustecken und auch in Phasen der Punktlosigkeit „entspannt“ zu bleiben. Denn dass solche Täler kommen, ist wahrscheinlich.
Mit Jamal Abdulrafiu, Michael Blau, Philippe Gericke, Leon Gerhard und Kingsley Njoume Essouma, den es zum kommenden Gegner SV Sirzenich zog, verließen mehrere Leistungsträger den Verein. Zwar hinterließen Neuzugänge wie Leo Reh, Rafael Dalinger und Kasym Nazarov im Auftaktspiel und in der Vorbereitung einen guten Eindruck, doch ein Eins-zu-eins-Ersatz sind diese nicht – und laut Boussi sollen sie es auch nicht sein, sondern vielmehr ihre eigenen Stärken einbringen. Diese werden im kommenden Spiel nötig sein, denn Sirzenich zählt zu den vier Siegern des ersten Spieltages.
Im ersten Spiel unter dem neuen Trainer Kevin Endres hinterließen die Sirzenicher einen guten Eindruck und schlugen Aufsteiger SG Kylltal-Birresborn mit 5:2. 100 Prozent zufrieden sei man laut Endres jedoch nicht gewesen, was daran liegen dürfte, dass man die Partie zu lange offen ließ und zwei Gegentore kassierte. So dominierte der SVS den Großteil der ersten Halbzeit, münzte die Großchancen aber nicht in Tore um. Nach Führungen ließ man Birresborn dann gleich zweimal zurück ins Spiel kommen, ehe sich der Aufsteiger doch dem spielerischen Druck des Vorjahresvierten beugen musste. Sirzenich blickt damit auf einen erfolgreichen Start in die Saison, schlug man doch schon A-Ligist Weintal im Rheinlandpokal mit 4:1. Die erhoffte defensive Stabilität geriet aber auch in dieser Partie leicht ins Wanken. Eine Stellschraube, an der die Sirzenicher schnell drehen sollten, denn mit der DJK St. Matthias wartet ein offensivstarker Gegner.
Blöße will sich die Endres-Elf aber keine geben. Im dritten Bezirksligajahr will der SV Sirzenich beweisen, dass man einen weiteren Umbruch bewerkstelligen und erneut viele junge Spieler integrieren kann. Eine Philosophie, die der Verein konsequent durchsetzt, wie man an der jungen ersten Garde, aber auch an der kürzlich aufgestiegenen Zweitvertretung erkennen kann. Und auch mit dieser jungen Elf gelte es, als gestandener Bezirksligist „klare Kante“ gegen einen Aufsteiger zu zeigen, die Partie fokussiert anzugehen und die eigenen Stärken mit schnellem Offensivspiel in Szene zu setzen. Denn nicht nur die DJK, sondern auch die Sirzenicher verfügen in der Offensive mit Kevin Walter, der am ersten Spieltag dreifach traf, sowie Robin Esser und Co. über Spieler, die den Gästen das Leben schwer machen sollen.
Unabhängig vom Ausgang der Partie: In Sirzenich wartet ein Spiel zwischen zwei offensivfreudigen, spielstarken Mannschaften, das die Zuschauer begeistern dürfte.
Sirzenich, So., 16.08., 15.00h
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