Mit einem 4:1-Erfolg gegen harmlose und defensiv anfällige Gäste von der Saar haben die Nichtabstiegshoffnungen der SG Niederkell neue Nahrung erhalten.


Die Hochwälder haben damit die Rote Laterne wieder an die FSG Ehrang abgegeben. Die Niederkeller legten los wie die Feuerwehr und brachten sich schon nach zehn Minuten in Führung. Der junge Mathis Marx hatte über ein energisches Pressing einen Saarburger zu einem Fehler gezwungen und den Pass eines Verteidigers zum Torwart abgelaufen. Das Premierentor des Youngsters ebnete den Hausherren den Weg zum späteren klaren Sieg. Lukas Rausch versuchte es wenig später mit einem Kopfball nach toller Vorarbeit von Jakob Reichert und Niclas Philippi. Die Ausgleichsmöglichkeit besaß dann aber Johannes Carl, dessen Schuss auf Max Massmann jedoch zu zentral platziert war. Die Hochwälder suchten ständig den Vorwärtsgang, kamen durch Rausch und Philippi zu weiteren vielversprechenden Torchancen. So war das 2:0 von Rausch folgerichtig. Nach einem Doppelpass von Marius Jost mit Reichert zog der Kapitän den Sprint an, legte mit Übersicht in die Mitte zurück, wo Rausch ins Eck verwandelte (35.). Nach dem Wechsel ging es genauso weiter: Saarburg war defensiv gebunden und bekam kaum noch Entlastung. Als Niclas Philippi mit einen tiefen Ball von Dennis Winthang bedient wurde und dieser in leicht abseitsverdächtiger Position den Gästetorwart überwand, stand es nach 51 Minuten 3:0. Fabrice Boos war dann auf dem Posten, als der Serriger Torwart einen Schuss von Philippi aus fünf Metern klären musste. Auf dem falschen Fuß erwischten die Gäste die Niederkeller, als ein langer Ball weit in der Hälfte der SGN landete und Simon Meier mit einem Heber über Massmann das 3:1 markierte (59.). Die Entscheidung verpasste Winthang, der alleine auf Boos zusteuerte, doch nervös neben dem Kasten verzog. Den Sieg in endgültig trockene Tücher legte Zweifachtorschütze Rausch, der einen langen Einwurf von Winthang volley ins Serriger Netz drosch – 4:1 (79.). Nicolas Hengel klärte einen Abschluss von Peter Weber noch auf der Linie (82.). Zufrieden zeigte sich entsprechend auch Niederkells Coach Robin Witzel. „Wir haben bewiesen, dass wir noch am Leben sind. Wir hatten uns noch am Dienstagabend zusammengesetzt und über die jetzige Situation gesprochen und was wir uns für den Saisonendspurt vornehmen. Als Trainer habe ich es geschafft, die Jungs mit einer Ansprache und einem Video zu erreichen. Das Gesagte und Gezeigte haben die Jungs von der ersten Minute an in Taten umgesetzt. Wir waren bissig in den Zweikämpfen, haben wenig bis gar nichts zugelassen und unsere Torchancen genutzt. Vornehmlich in der ersten Halbzeit haben wir gut gedrückt und zwei Tore markiert. Das war auch der Schlüssel zum Sieg. Selbst der Rückschlag des Gegentores hat uns nicht aus dem Takt gebracht. Den haben wir gut weggesteckt. Einstellung und Mentalität haben gestimmt. Der Sieg ist auch in der Höhe verdient.“ Nach der dritten Niederlage in Folge und der fünften im sechsten Spiel nach der Winterpause ist die Stimmung an der Saar getrübt. Co-Spielertrainer Johannes Carl sprach von einer verdienten Niederlage. „Den Gegentreffern gingen jedes Mal individuelle Fehler voraus. Das 0:1 resultierte aus einem zu kurzen Rückpass, beim 0:2 haben wir in einer Überzahlsituation den Ball verloren und sind in einen Konter gelaufen. Alles wird zurzeit direkt bestraft. Niederkell hat uns den Ball überlassen. Bis 20 Meter vor dem Tor sah das auch gut aus, doch im letzten Drittel haben wir oft die falsche Entscheidung getroffen, hatten die falsche Raumaufteilung und zu wenig Bereitschaft. Dazu haben wir uns viel zu wenig Torchancen herausgearbeitet. Das ist eine Einstellungssache, weil wir derzeit die letzte Konsequenz vermissen lassen. Da werden die Zweikämpfe nicht angenommen, es wird häufig zurückgezogen und sich nicht richtig gegen die Niederlage gestemmt“, redete Carl Klartext.