Ein turbulentes und torreiches Stadtderby sahen die Zuschauer auf der Ehranger Heide. So trennten sich die abstiegsbedrohte FSG Ehrang vom Rangzweiten aus dem Stadtteil Irsch 3:3-Unentschieden.


Der SVI begann furios, legte nach sechs Minuten bereits zwei Tore vor. Nach Zuspiel von Luca Klupsch zog Benjamin Thorbeck mit der linken Klebe ab – sein Schuss zappelte im linken oberen Eck – 0:1 (4.). Zwei Minuten später war es erneut Klupsch, der einen Ball von Tim Grundheber annahm, auf Florian Lentes spielte und dieser die Kugel mit der Picke mit seinem allerersten Saisontor ins Netz bugsierte – 0:2 (6.). Doch Ehrang blieb die Antwort nicht lange schuldig und schlug zeitnah zurück: Binnen zwei Minuten kamen die Hausherren zum Ausgleich. Ein Missverständnis bei der Klärung einer Flanke zwischen Torwart und Innenverteidiger nutzte Andreas Huwer freistehend zum 1:2 (12.) und wenig später stieg der Ehranger Torjäger nach einer Flanke von René Jahn am höchsten und köpfte zum 2:2 eiskalt ein. Noch vor der Pause hatte die FSG das Spiel sogar gedreht: Nach Foul von Luca Sasso-Sant nahm sich Janik Lerch der Aufgabe vom Strafstoßpunkt an und verwandelte ins rechte Eck – 3:2 (44.). Auch im zweiten Durchgang blieb es ein intensiv geführtes und kämpferisch geprägtes Derby mit reichlich Torraumszenen. Nach Eckball von Jason Pütz touchierte David Reitz den Querbalken. Irsch kam in der 61. Minute schließlich zum 3:3-Ausgleich, nachdem es über mehrere Stationen schnell nach vorne ging und Thorbeck mit seinem zwölften Saisontreffer für den Endstand sorgte. Nachdem Lerch gegen Jonas Briesch ein weiteres Mal zu spät kam, zückte der Unparteiische gegen den Ehranger Routinier Gelb-Rot (66.). In den Schlussminuten hielt sich Ehrang schadlos. Huwer klärte mit einer starken Grätsche vor dem einschussbereiten Sasso Sant. Pech hatte der SVI, als Henrik Kohler abzog, der Ball vom rechten an den linken Pfosten prallte und die Situation final geklärt werden konnte. Trainer Christoph Marzi zog folgendes Fazit: „Die ersten zehn Minuten haben wir verschlafen und lagen direkt mit 2:0 hinten. Das war ein Hallo-Wach-Effekt: Wir haben postwendend zwei Tore geschossen. In der Folge haben wir durch Jason Pütz und Andy Huwer zwei Hundertprozentige liegen gelassen. Irsch kam immer nur durch lange Bälle, hatte aber nie wirklich Lösungen oder Gefahr vor unser Tor bringen können. Kurz vor der Halbzeit gingen wir durch einen Elfmeter in Führung und auch in die Pause.“ Marzi sah diesen Spielverlauf in Halbzeit zwei: „Wir kamen wieder mit Feuer aus der Kabine und trafen nach einer Ecke leider nur Aluminium. Irsch hat immer nach Lösungen gerungen und nach dem ersten wirklichen Spielzug in Halbzeit zwei traf Irsch zum Ausgleich. Kurz darauf schwächten wir uns unnötig selbst und Irsch versuchte alles, um den Sieg einzufahren. Auch der Gegner traf noch einmal den Pfosten, doch wir haben die meisten Aktionen gut wegverteidigt. Wenn wir unsere Konter in Überzahl besser ausgespielt hätten, wäre vielleicht auch mehr drin gewesen. Aber nach dem gesamten Spielverlauf geht das Unentschieden in Ordnung, obwohl mich der eine Punkt doch schon ärgert. Trotzdem ist das ein gewonnener Punkt. Die Jungs haben wieder mal eine riesen Moral und Kampfgeist auf den Platz gebracht.“ SVI-Trainer Sebastian Szimayer war so gar nicht mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden. „Die ersten zehn Minuten waren wir bärenstark. Wir haben hoch gepresst, richtig Gas gegeben und sind 2:0 in Führung gegangen. Nach dem 2:0 haben wir uns wohl zu sicher gefühlt. Es haben sich Fehler eingeschlichen und so gingen wir mit einem 2:3-Rückstand in die Halbzeit, der auch verdient für Ehrang war. Wir haben 35 Minuten ein schlechtes Spiel gemacht und aus unerklärlichen Gründen das Fußballspielen eingestellt; es nicht mehr geschafft, ins Spiel zurückzufinden – auch in Überzahl nicht. Da waren wir zu statisch, haben kaum Torchancen kreiert und aus der numerischen Überlegenheit keinen Nutzen gezogen. Nach dem 3:3 durch Benny Thorbeck haben wir weiter gedrückt. Henrik Kohler traf zweimal den Innenpfosten. Unterm Strich haben wir auch nicht mehr als einen Punkt verdient gehabt, weil es einfach zu wenig war. Die Punkteteilung ist völlig gerecht.“