Ein wahres Torfestival sahen die Zuschauer beim Derby in Föhren. Nach wechselnden Führungen generierte Föhren mit einem starken Endspurt doch noch drei Punkte, nachdem es bis zur 82. Minute noch 4:3 für die Gäste aus Ehrang gestanden hatte.

Der SVF legte los wie die Feuerwehr und lag nach zwölf Minuten 2:0 vorne. Lukas Bojahr hatte eine Ecke von Christopher Haubrich zum 1:0 verwertet (2.). Zehn Minuten später war es Luis Loibl, der erneut eine Ecke von Haubrich per Kopf zum 2:0 nutzte. Als es Haubrich in der 38. Minute selber machte und nach Zuspiel von Moritz Müller zum 3:0 traf, schien der Föhrener Sieg beinahe schon in trockenen Tüchern. Ehrang wechselte zur Halbzeit kräftig durch und brachte drei frische Leute. Prompt wurde das Spiel der Gäste besser und die FSG kam zum 1:3. Mohamed Khalife hatte nach Querpass von Andreas Huwer abgeschlossen (48.). Als Huwer in der 55. Minute im Strafraum zu Fall kam und Jason Pütz den Strafstoß zum 3:2 versenkte, wurde es hitzig und turbulent. Denn keine drei Minuten danach glichen die Gäste aus. Huwer hatte per Kopf zum 3:3 getroffen. Das Ganze nahm dann groteske Züge an, als Khalife mit seinem zweiten Treffer die FSG in Führung schoss (62.). Doch es sollte am Ende doch nicht reichen für so dringend benötigte drei Punkte. Ein Handelfmeter brachte durch Nico Toppmöller acht Minuten vor Schluss das 4:4. Als der eingewechselte Routinier Carsten Lambrecht drei Minuten später nach Flanke von Peter Thielmann zum viel umjubelten 5:4-Siegtreffer kam, gab es kein Halten mehr. Ein denkwürdiges Spiel hatte einen dramatischen Ausgang genommen. Föhrens Trainer Sebastian Pull freute sich diebisch über den kaum noch für möglich gehaltenen Sieg. „Puh, so wirklich fehlen einem nach solch einem Spiel natürlich noch die richtigen Worte. Aber Fußball ist halt nicht immer rational erklärbar und genau das macht diesen geilen Sport auch so unfassbar faszinierend. Um es kurz zu halten: Die erste Hälfte war absolut top von uns. Nach der Halbzeit spielten wir unglaublich schlechte 30 Minuten und in den letzten 15 Minuten drehten wir noch mal total auf und konnten das Spiel mit einer unfassbaren Moral und Leidenschaft doch noch ziehen.“ Angefressen wirkte nach der Partie der Ehranger Coach Christoph Marzi: „Die erste Halbzeit hatte unsererseits nichts mit Fußball zu tun. Alles, was wir uns vorgenommen hatten, haben wir in der Kabine gelassen. Für mich ist es einfach unerklärlich. Zur Halbzeit haben wir dreimal gewechselt und eine Systemumstellung vorgenommen plus ein verletzungsbedingter Wechsel während der ersten Hälfte. Für die zweite Halbzeit muss ich der Mannschaft ein Riesenlob aussprechen. Wir haben das gemacht, was uns in den letzten Monaten so stark gemacht hat: Mentalität und Spielstärke. Innerhalb von 25 Minuten haben wir das Spiel in ein 4:3 gedreht. Föhren war stehend K.o. Wir haben es aber nicht clever zu Ende gespielt und keine Punkte mitholen können. Hinter die erste Halbzeit müssen wir sofort einen Haken machen und die zweite als Fundament mitnehmen.“